Road to Rio - So funktioniert die Olympiaquali

In nicht ganz einem Jahr fällt in Rio der Startschuss für die 31. Olympischen Sommerspiele, dem bedeutendsten Turnier im Badmintonsport und wohl auch der Traum eines jeden Athleten. Doch wer qualifiziert sich, was gibt es für Sonderregelungen und wie stehen die Chancen für die deutschen Spieler?

Die Weltrangliste:

Für die Einzeldisiplinen gibt es 38 Startplätze, im Doppel und Mixed sind es lediglich 16. Erstes Kriterium für die Qualifikation bildet zunächst die Weltranglistenposition eines Spielers bzw. einer Paarung. Punkte für die Rangliste werden auf internationalen Turniere gesammelt und zählen immer für ein Jahr. Je nach Kategorie des Turniers werden unterschiedlich viele Punkte verteilt. Einen Punkteschlüssel für die verschiedenen Turnierkategorien gibt es hier. Maximal kann ein Spieler 10 Turniere in die Wertung einbringen, d.h. es zählen immer die zehn besten Wertungen der letzten 12 Monate. Deadline für die Olympiaqualifikation ist der 05. Mai 2016. Wer zu diesem Zeitpunkt weit genug oben im Ranking steht hat das Ticket für Rio in der Tasche.

 

Die bereinigte Weltrangliste:
Doch was bedeutet weit genug oben? Hier wird es kompliziert, denn aufgrund der angestrebten Nationenvielfalt bei Olympischen spielen gibt es einige Sonderregelungen, die verhindern sollen, dass zu viele Spieler aus dem gleichen Land an den Start gehen. Pro Land ist nur ein Starter zugelassen, außer es befinden sich 2 Spieler eines Landes  unter den Top 16 der Weltrangliste (bzw. 2 Paarungen unter den Top 8 im Doppel und Mixed). Alle anderen Athleten der gleichen Nationen werden aus der Rangliste gestrichen. Dadurch entsteht die sogenannte bereinigte Weltrangliste.

 

Weitere Sonderregelung:
Auf der anderen Seite soll ermöglicht werden, dass auch Spieler aus exotischen Badmintonnationen an den Spielen teilnehmen können. Deshalb besitzt jeder der 5 Kontinente einen Kontinentalplatz, durch den der am besten platzierte Spieler bzw. die am besten platzierte Paarung des jeweiligen Erdteils an den Spielen teilnehmen darf. So kann es beispielsweise passieren, dass eine Doppelpaarung in der bereinigten Weltrangliste in den Top 16 steht, dann allerdings wegen der besten Spieler aus Afrika, Ozeanien oder Amerika aus den startberechtigten Rängen herausfällt. Diese Spieler, die auf einen kontinentalen Quotenplatz hoffen, sind häufig weit entfernt von einer direkten Qualifikation über die bereinigte Weltrangliste und erhalten somit die letzten Startplätze über ihren Kontinent. Außerdem erhält Brasilien In den EInzeldisziplinen als Ausrichterland einen weiteren Startplatz.


Nationale Kriterien:
Zusätzlich kann es auch von den Verbänden noch nationale Kriterien geben, die für eine Qualifikation erforderlich sind. Diese sind aber von Land zu Land unterschiedlich. Die deutschen Spieler müssen aufgrund dieser Vorgabe unter den Top 24 der bereinigten Weltrangliste liegen, oder zumindest zwei Viertelfinals bei Superseriesturnieren, bzw. zwei Halbfinals bei Grand Prix Gold Turnieren erreichen. Aufgrund der harten Anforderungen ist nicht damit zu rechnen, dass es in einer Disziplin mehr als einen Starter aus Deutschland geben wird. Allerdings gibt es in jeder Disziplin mindestens einen hoffnungsvollen Kandidaten der in Rio die deutschen Farben vertreten könnte:

Dameneinzel: Karin Schnaase
Herreneinzel: Marc Zwiebler
Damendoppel: Nelte/Goliszewski & Herttrich/Michels
Herrendoppel: Fuchs/Schöttler
Mixed:

Fuchs/Michels

 

(Für Details zum Ranking einfach auf den jeweiligen Spieler klicken)

 

Sonderfall:
Falls mehr als 2 Spieler/Paare alle Vorgaben erfüllen, hat der Verband die Möglichkeit zu wählen, wer starten darf. Also müssen nicht zwingend die am besten platzierten Athleten einen Platz für Olympia bekommen. So gab es vor 3 Jahren den Fall, dass der chinesische Verband im Dameneinzel Li Xuerui ihrer höher gerankten Landsfrau Wang Shixian vorzog. Am Ende holte Xuerui die Goldmedaille in London.

 

Anmerkung: Im Detail gibt es noch einige weitere Ausnahmeregelungen, die aber nur bei seltenen Sonderfällen greifen und vor allem für die deutschen Olympiakandidaten vermutlich keine Rolle spielen werden. Wer sich dennoch dafür interessiert, findet die vollständigen Regularien für die Qualifkation der BWF hier.


Red

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