1. BC Düren - Saisonvorschau

Der 1. BC Düren erlebte im Sommer einen großen Umbruch. So musste man unter anderem den Abgang von Englands Herreneinzelstar Rajiv Ouseph verkraften. Wie wird sich das neu zusammengestellte Team schlagen? 

Der Verein:

Der 1. BC Düren geht mittlerweile in seine vierte Bundesligasaison. Schon 1962, also fünf Jahre nach Vereinsgründung, spielte man in der Landesliga, der damals zweithöchsten Spielklasse. Im Jahr 1993 schaffte man nach einigen Aufs und Abs die Etablierung in der Oberliga, in der man sich bis 2000 halten konnte. Nach einigen Abgängen war man dann jedoch gezwungen, die Mannschaft in die Bezirksliga zurückzuziehen. Ein Neuanfang stand bevor. Doch durch einige kluge Verstärkungen, wie zum Beispiel dem mehrmaligen Deutschen Meister Stephan Kuhl, gelang schon 2006 der Sprung zurück in die Oberliga und ein Jahr später sogar der Aufstieg in die Regionalliga.

 

Zum Abschluss der Saison 2008/2009 landete man dann sogar in Liga zwei. Drei Jahre spielte man vorne mit, bis 2012 endlich der Sprung in die Bundesliga gelang. Seitdem hat das Team mehrmals einige Umbrüche erleben müssen, konnte sich aber trotzdem im gesicherten Mittelfeld der Tabelle etablieren. Ligaweit bekannt ist man unter anderem auch dadurch, dass das Team zusammen mit einer kleinen Gruppe Fans zu jedem Spiel mit einem großen Reisebus anreist und für mächtig Stimmung sorgt.

Das Team:

Es hat sich wieder einmal viel geändert an der Zusammensetzung des Kaders für die kommende Saison. Einige hochkarätige Abgänge mussten verzeichnet werden. So wechselte unter anderem Spitzenspieler und Punktelieferant Rajiv Ouseph. Auch Carl Baxter steht nicht mehr zur Verfügung. Dazu musste auch für das Herrendoppel eine komplett neue Besetzung gefunden werden. Lediglich einen Abgang musste man bei den Damen verkraften. Für Einzelspielerin Soraya de Visch Eijbergen verpflichtete man die Russin Victoria Slobadyanyuk. Dazu kommt mit Anne Hald (GRE) eine Spielerin, die nach langer Pause wieder ins Wettkampfgeschehen eingreifen will.  Weiter mit dabei sein werden Ilse Vaessen und Beiwen Zhang (siehe Bild), die als eine der stärksten Einzelspielerinnen der Liga gilt.

 

Für das Herrendoppel und Mixed verpflichtete man mit dem jungen Holländer Ruben Jille

und dem Polen Wojciech Szkudlarczyk eine interessante Kombination. Den Weggang von Weltklassespieler Ouseph soll der Österreicher David Obernosterer kompensieren. Für das zweite Herreneinzel verpflichtete man Kai Schäfer aus Dortelweil, doch ansonsten stehen keine weiteren sportlich gleichwertigen Alternativen zur Verfügung und man ist relativ dünn besetzt.

 

Spieler im Fokus:

Ruben Jille (19, Herrendoppel und Mixed)

Mit der Verpflichtung von Ruben Jille setzt man in Düren die Tradition der niederländischen Doppelspezialisten fort. Das Nachwuchstalent tritt in die Fußstapfen von Koen Ridder und Jelle Maas, die beide den Verein verlassen haben. Sicherlich ist Jille mit großem Potential ausgestattet, doch die große Frage wird sein, ob er dieses schon auf so hohem Niveau in der Bundesliga abrufen kann und dazu noch für sein Team wichtige Punkte holen wird. Gleichzeitig wird die kommende Saison eine ganz wichtige für seine zukünftige Entwicklung. Dann werden Platz 226 im Doppel und 147 im Mixed auch nicht die beste Platzierung für den jungen Holländer in der Weltrangliste bleiben.

 

Prognose:

Der 1. BC Düren steht vor einer schwierigen Saison. Durch den Abgang von Rajiv Ouseph ist ein Punktegarant verloren gegangen. Nachfolger David Obernosterer wird es schwer haben in seine großen Fußstapfen zu treten. Trotzdem ist Düren in Topbesetzung wie in der Vergangenheit auch für jeden Gegner unangenehm. Die Frage scheint nur, ob man bei dem knapp besetzten Kader von Verletzungen verschont bleibt und wie oft man tatsächlich in Bestbesetzung antreten kann, zumal einige Akteure sicherlich aufgrund der Olympiaqualifikation öfter mal fehlen werden.

 

Unser Tipp:

Düren wird es schwer haben ein konstant stark besetztes Team antreten zu lassen. Am Ende der Saison wird man sich wieder mit einem Platz im hinterem Mittelfeld begnügen müssen. In Abstiegsgefahr sollte man aber auf keinen Fall geraten. Wir tippen auf Endplatz 7.

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Kommentare: 1
  • #1

    Dr . Horst Rumpel (Sonntag, 04 September 2016 20:35)

    Ilse Vaessen , NICHT Veassen !