1. BV Mülheim - Saisonvorschau

Die ewige Konstante 1. BV Mülheim. In den letzten Jahren schaffte man es immer im Meisterschaftsrennen mit dabei zu sein. Wie stehen die Chancen in diesem Jahr? Das erfahrt ihr im sechsten Teil unserer Saisonvorschau

 

Der Verein:

Der deutsche Rekordmeister wurde 1956 als reiner Badmintonverein gegründet. Schon wenige Jahre später erlebte man seine Blütezeit. Von 1968 bis 1980 errang man insgesamt 13 deutsche Meistertitel in Folge. Doch die grandiose Erfolgszeit hatte irgendwann ein Ende. 


2003 übernahm der ehemalige DBV-Trainer Boris Reichel die sportliche Leitung der ersten Mannschaft und führte den Club von der fünften Liga zurück in die Bundesliga. Schon 2010 feierte man den 1. Platz in der 2. Bundesliga Nord, der mit dem Aufstieg in die Bundesliga verbunden war. Das Badminton-Oberhaus durfte sich also wieder auf einen der traditionsreichsten Vereine freuen.

 

Nach einiger Zeit der Akklimatisierung hat sich Mülheim auch sportlich in den vergangenen Jahren zu einem Spitzenteam entwickelt. In den letzten beiden Spielzeiten belegte das Team, das seine Heimspiele in der berüchtigten RWE-Halle in Mülheim austrägt, in der auch die alljährlich stattfindenden German-Open ausgetragen werden, jeweils den zweiten Tabellenplatz und verpasste nur knapp die 14. Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

 

Das Team:

Der 1. BV Mülheim baut seit Jahren auf ein eingespieltes Team, das jeweils nur punktuell verändert wird. Lediglich einen Abgang musste man nach Ende der Saison hinnehmen. Mit Fontaine Chapman wechselte die Nummer 1 im Dameneinzel zurück in ihr Heimatland England. Mit Lara Käpplein wurde dafür eine junge, talentierte Doppelspielerin verpflichtet. Sie bildet mit Nationalspielerin Johanna Goliszewski und der erfahrenen Judith Meulendijks den Stamm des Vereins. Judith Meulendijks, mittlerweile Schweizer Nationaltrainerin, wird nach dem Wechsel von Chapman somit sicher wieder öfters in ihre Paradedisziplin Dameneinzel rücken.

 

Im Herrenbereich sind alle letztjährigen Spieler auch in der kommenden Saison an Bord. Dmytro Zavadsky (Ukraine) wird wieder das erste Herreneinzel bestreiten. Neu im Team ist der Bulgare Blagovest Kisyov (WRL-Pos. 116). Er wird einspringen, wenn Zavadsky aufgrund der laufenden Olympiaqualifikation nicht zur Verfügung stehen sollte. Das zweite Herreneinzel bestreitet weiterhin ein echtes Eigengewächs: Alexander Roovers, DM-Dritter im Februar, wird somit das Mülheimer Trikot auch in der kommenden Spielzeit tragen.

 

Keine Veränderungen gab es in der Besetzung des Herrendoppels. Hier sollen wie schon in den Vorjahren Jorrit de Ruiter (Niederlande) und der Engländer Marcus Ellis für Punkte sorgen. Ellis wird auch zusammen mit Johanna Goliszewski das Mixed bestreiten.

Bild: DBV
Bild: DBV

Spieler im Fokus:

Johanna Goliszewski (29, Damendoppel und Mixed)

Nach ihrem Wechsel von der SG Anspach zum 1. BV Mülheim vor ein paar Jahren hat sich Johanna schnell zu einer Leistungsträgerin des Teams entwickelt. Die Nationalspielerin, die vor allem durch ihre starke Physis besticht, ist aktuell mit 29 Jahren im besten Badmintonalter. Vor allem in den wichtigen Spielen gegen direkte Konkurrenten wird es auf sie ankommen, da vor allem das Damendoppel und das Mixed sehr ausgeglichene Disziplinen sind.

 

Prognose:

Nach zwei zweiten Plätzen in den beiden vergangenen Spielzeiten wird es auch in der kommenden Saison schwierig, den 14. Meistertitel der Vereinsgeschichte zu erringen. Zu stark scheint die saarländische Übermacht aus Bischmisheim. Dazu geht Lüdinghausen mit großen Verstärkungen in die neue Saison. Der 1. BVM wird sich daher mit Refrath und Bonn-Beuel um den dritten Playoffplatz streiten. Hier wird es vor allem darauf ankommen, wie konstant die Vereine ihre Top-Besetzung ins Rennen schicken können und somit unnötige Punktverluste vermeiden werden. In den vergangenen Spielzeiten hat sich Mülheim in dieser Beziehung als sehr zuverlässig gezeigt.

 

Unser Tipp:

Es wird in diesem Jahr ein enges und aufgrund der laufenden Olympiaqualifikation unberechenbares Rennen um die Playoffplätze. Kann Mülheim seine gezeigte Konstanz der vergangenen Spielzeiten wieder abrufen, dann wird man bis zum Ende auf jeden Fall um die ersten drei Plätze kämpfen. Aufgrund des relativ kleinen Kaders auf Damenseite sehen wir aber andere Teams leicht im Vorteil. Mülheim  erreicht daher in unserer Prognose den vierten Platz. 

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