Kurzinterview David

Wo kommst du genau her, und wo trainierst/lebst du jetzt?

Ich bin in Egg geboren und habe dort auch 4 Jahre gewohnt. Anschließend habe ich in Schwarzach gewohnt, beides in Vorarlberg. Mit 18 Jahren ging es zum Bundesheer und ich bin nach Wien gezogen, um am BLZ zu trainieren (BundesLeistungsZentrum).

 

Wie schätzt du deine Chancen für die Qualifikation ein?

Die Chancen stehen ganz gut, obwohl ich bei der WM eine große Chance ausgelassen habe. Dennoch habe ich inzwischen schon 4 sehr gute Wertungen für die Qualifikation erspielt. Ich denke, dass es ein kopf an Kopf Rennen mit Luka Wraber wird.

 

Wie ist die Qualiphase bisher verlaufen/wie zufrieden bist du bisher?

Wie gerade beschrieben: In Santo Domingo konnte ich ein Int. Series Turnier gewinnen. Es gelang mir dort erstmals den Spanier Velazquez zu bezwingen und zudem gewann ich das rein österreichische Finale gegen Luka mit 21:17 und 21:17. Die WM war dann sehr bitter für mich. Ich musste mich in Jakarta dem Brasilianer Paiola nach 19:14 und 20:16 Führung im 3. Satz mit 22:24 geschlagen geben. Vermutlich die "schlimmste" Niederlage in meiner Karriere. Nach einem kurzen Urlaub und Training ging es letzte Woche in Guatemala weiter, wo ich bei einem Challenge Turnier nach zwei guten Siegen das 1/4-Finale erreichte.

 

Wie teuer wird das Jahr vermutlich werden und wie finanzierst du die Turniere?

Mein Budgetplan sagt mir, dass ich von Anfang 2015 bis zu den Olympischen Spielen 2016 fast 30.000€ für die Turniere benötigen werde. Das Training vor Ort wird vom Verband bezahlt. Für die Turniere haben wir vom Verband einen Betrag zur Verfügung, dieser liegt ca. bei 25% der Gesamtkosten. Zudem bin ich noch beim Österreichischen Bundesheer, mein Sponsor SUNARES, Sportland Vorarlberg und Bundesliga. Da dies alles noch nicht ausreicht bin ich immer noch auf der Suche nach Sponsoren.

 

Wie viel Wochen des Jahres bist du ca. unterwegs, bzw. wie viel Zeit bleibt dir noch zuhause?

Gute Frage. Heuer leider nicht mehr sehr viel. Dieses Jahr werde ich vermutlich sechs bis sieben freie Wochenenden in Wien verbringen und zwei bis drei zuhause, in Vorarlberg mit meiner Familie.

 

Wie schlimm wäre es, wenn die Quali nicht klappen würde?

Auf der einen Seite wäre ich natürlich sehr enttäuscht, da dies seit einigen Jahren mein großes Ziel ist und ich sehr hart dafür arbeite. Andererseits ist auch der Weg dorthin sehr prägend. Es gibt immer wieder schöne, aber auch weniger tolle Momente auf dem Weg nach Rio. Diese wird mir keiner nehmen können, egal ob ich in bei den Spielen aufschlage oder nicht.

 

Wie verstehst du dich mit deinen beiden Konkurrenten und hat sich, seit es auf Olympia zugeht, etwas zwischen euch verändert?

Meiner Meinung nach verstehen wir uns recht gut. Natürlich ist man jetzt beim zuschauen bzw. vor dem Livescore ein bisschen nervöser als sonst. Was mir nicht gefällt ist, dass man immer irgendwie hofft, dass es bei den anderen nicht so gut läuft.

 

Kann man die ganzen Reisen trotz Turnierstress auch ein bisschen genießen?

Leider viel zu selten. Man kommt an, muss sich so schnell wie möglich an die Bedingungen gewöhnen, Zeitumstellung verkraften und Leistung bringen. Da hast du nicht viel bzw. keine Zeit für Sightseeing. Letzte Woche in Guatemala wollten wir einen Ausflug für 4-5 Stunden machen, nicht mal das ging sich aus. Aber manchmal ergibt es sich und dann kann man es auch genießen.

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