Fuchsis Road to Rio (2) - In 365 Tagen um die Welt

Die Reise nach Guatemala hat sich für Michael Fuchs sehr gelohnt. Während andere Touristen Kaffeebohnen aus Mittelamerika mitbringen, hat er gemeinsam mit seinen Partnern, zwei Siege und jeweils 4000 Punkte für die Weltrangliste im Doppel und Mixed mit nach Hause gebracht. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg nach Rio. Sieben Monate Olympiaqualifikation hat Fuchsi noch vor sich. Wohin es ihn noch verschlägt, wie viele Kilometer er reisen wird und wie dick sein Portemonnaie sein muss, hat er im Gespräch mit SmashingNews erzählt.

Fuchsis Turniere im Überblick
Fuchsis Turniere im Überblick

Die Reiseziele:

Tschechien und Belgien waren die letzten beiden Turnierorte für Fuchsi – quasi ein Katzensprung, angesichts manch anderer Turniere, die für ihn aktuell auf dem Programm stehen. Erst vor wenigen Wochen spielte er noch im über 9000 Kilometer entfernten Guatemala, an der Seite von Birgit Michels und Johannes Schöttler. Ein ungewöhnlicher Austragungsort könnte man meinen, aber im vorolympischen Jahr bieten sich Wettkämpfe in Amerika oder Afrika an. "Der Sieg im Mixed und Doppel in Guatemala hat uns 4000 Punkte eingebracht, mehr als ein Superseries-Achtelfinale. Von daher sind solche "exotischen" Turniere eine gute Möglichkeit an Punkte zu kommen, da hier nur wenige Topspieler an den Start gehen," erzählt uns Fuchsi über seinen Trip nach Mittelamerika.

 

Neben solchen „kleinen“ Turnieren dürfen aber natürlich auch Großereignisse wie Weltmeisterschaften oder Superseriesevents nicht auf dem Turnierplan fehlen. Hierfür ging es für Michael allein im letzten Jahr neun mal nach Asien, zweimal nach Nordamerika und einmal gar nach Australien. Alles in allem kommt Fuchsi auf ungefähr 20 Reisewochen während des letzten Jahres, bei denen er rund 180.000 Reisekilometer zurücklegen musste, genug um vier mal den Globus zu umrunden! Im Hinblick auf Olympia wird die Zahl während der nächsten Monate vermutlich noch einmal steigen. Welche Turniere aber genau auf dem Plan stehen, kann Fuchsi natürlich nicht sagen. "Man will der Konkurrenz ja nicht zu viel verraten," sagt der gebürtige Bayer mit einem Lächeln.

 

Hier eine Übersicht für die Reisen zum Turnierplan der letzten zwölf Monate:

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Die Kosten:

In so einem Jahr kann man keine Rücksicht auf den Geldbeutel nehmen. Bei nur 16 Qualifikationsplätzen im Doppel und Mixed muss sich jede Paarung bestens überlegen, wie möglichst viele Punkte gesammelt werden können. Wer nicht regelmäßig Topergebnisse bei den Superseries Turnieren erzielt, muss nach einer anderen Möglichkeit suchen, zehn möglichst hohe Wertungen einzubringen und wie vorhin bereits erklärt, liegen diese im Normalfall nicht vor der Haustür. Das bedeutet viele teure Flüge, die häufig dann auch umgebucht werden müssen. Oft ist ein Turnier früher vorbei als erhofft, oder aber man kommt weiter als zunächst gedacht. Da bei den vielen Wettkämpfen wenig Zeit zum Training bleibt, ist jeder Tag am Trainigsstützpunkt und somit auch ein Heimflug unmittelbar nach Turnierende wichtig. Sightseeing und noch ein paar freie Tage am Turnierort bleiben im Normalfall nur ein Wunschgedanke.

 

Doch wie finanziert man so viele Turniere? Bei den Kosten für Flüge, Hotels, Startgebühren, etc.  ist man schnell in einem mittleren fünfstelligen Bereich. „Da eine olympische Medaille das übergeordnete Ziel für uns ist, geben wir unseren Riokandidaten die bestmögliche Unterstützung während des gesamten Jahres.“ so DBV Sportdirektor Martin Kranitz gegenüber SmashingNews. Fuchsi befindet sich im Topförderungsbereich des DBV, dem "Top-Team Rio" und bekommt daher einen Großteil der Turniere finanziert, aber es reicht nicht für alle Wettkämpfe und Kosten, wie beispielsweise Umbuchungen können vom Verband meist nicht übernommen werden. "Ich bin froh, dass man hier mit der Sportstiftung Saar noch einen weiteren Förderer hat, der einen bei der Turnierfinanzierung zusätzlich unterstützt." so Fuchsi. "Was danach an Kosten übrig bleibt kann ich jetzt noch nicht abschätzen, aber das wird dann aus eigener Tasche bezahlt." Neben Sponsorengeldern konnte Michael in letzter Zeit zudem auch einiges an Preisgeldern einstreichen, die ihm dabei sicher helfen werden. Aber darauf verlassen möchte sich der Bischmisheimer nicht: "Ich kalkuliere immer so, dass ich auch gut über die Runden komme wenn ich gar keine Preisgelder einfahre und mache mir somit keinen zusätzlichen Druck. Aber natürlich ist jeder Euro schön, den man auf diese Weise verdienen kann".

 

Den ersten Teil der Reihe verpasst? Hier gehts zu Fuchsis Road to Rio - Teil 1

 

Red

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