Der Masterplan des Heinz K. 

Der TV Refrath steht nach sechs Spieltagen an der Spitze der Badminton-Bundesliga. Zufall? Wohl kaum. Zu konstant ist die Entwicklung des Vereins und man scheint sich auf dem Weg zum großen Titeltraum zu befinden. Was ist das Erfolgsgeheimnis des TVR? Smashing-News hat sich das Team und den Macher des Erfolges genauer angeschaut. 

 

Rückblick: Sprachlos in die Bundesliga

Drehen wir die Zeit ein paar Jahre zurück. Es ist der 22. März 2009. Steffen Hornig von der SG Anspach spielt einen Cross-Smash Zentimeter ins Aus. Der Lärmpegel der Halle Steinbreche erreicht sein Maximum an diesem Tag. Schnell bildet sich ein Spielerknäuel um den siegreichen Konstantin Dobrev im Trikot des TV Refrath und es wird ausgelassen gefeiert. Mittendrin in den Feierlichkeiten ist auch Heinz Kelzenberg, der Macher dieser Erfolgsstory. Kurz lässt er seinen Emotionen freien Lauf, dann schlägt er ungläubig die Hände vors Gesicht und sammelt sich wieder. Es ist der bis dato größte Tag in der Geschichte des TV Refrath. Nach einem 5:3-Auswärtssieg in Anspach am Tag zuvor, ist 24 Stunden später beim Stand von 4:0 für die Heimmannschaft der erste Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte perfekt. Über 500 Zuschauer sind gekommen. Kurz nach dem Spiel gibt Heinz Kelzenberg gegenüber einem lokalen TV-Sender zu Protokoll: „Ich weiß gar nicht wie es mir geht im Moment. Man lacht immer über die Fußballtrainer, die sagen, dass man das alles erstmal verarbeiten muss. Am liebsten würde ich erstmal vor die Halle gehen und ein bisschen weinen. Ich bin total gerührt von diesem Erfolg!“ 

 

Das aktuelle Team des TVR / Bild: TV Refrath
Das aktuelle Team des TVR / Bild: TV Refrath

Die Lust auf Playoffs: 

Viereinhalb Jahre später. Zurück in die Gegenwart. Der TV Refrath besiegt am 6. Spieltag den Lokalrivalen 1. BC Beuel knapp mit 4:2. Damit bleibt der Verein aus Bergisch-Gladbach weiterhin ungeschlagen Tabellenführer der Badminton-Bundesliga. Das ausgegebene Saisonziel „Erreichen der Playoffs“ (dafür ist mindestens Platz 3 nötig) scheint schon zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison realistisch. Der Vorsprung auf den vierten Tabellenplatz beträgt aktuell fünf Punkte. Auch wenn man in den nächsten Spielen noch gegen die unangenehme Mannschaft aus Düren und Ligaprimus Bischmisheim antreten muss, so ist damit zu rechnen, dass man mit großem Vorsprung auf die Konkurrenten im Playoffrennen in die Rückrunde geht.

Die Entwicklung des TVR in den letzten Jahre
Die Entwicklung des TVR in den letzten Jahre

Der aktuelle Tabellenstand spiegelt die konstante Entwicklung des Vereins in den letzten Jahren wieder. Nur in der Saison 2013/2014 musste man sich nach einem kurzen Ausrutscher mit Platz 8 begnügen. Doch Kelzenberg, der neben seiner Tätigkeit für das Bundesligateam auch als Vorsitzender des Gesamtvereins fungiert, schaffte es durch kluge Personalpolitik das Team konstant zu verbessern. Refraths Nummer 1 Fabian Roth ist sich sicher: "Ohne unseren Häuptling läuft beim TVR nichts! Refrath wäre nicht da, wo es jetzt ist."


Reisten die Leistungsträger der früheren Jahre meistens aus dem Ausland zu den Spielen an, so besteht das Team heute, bis auf das Geschwisterpaar Magee (IRL), nur aus deutschen Spielern. Dazu kommt, dass Talente wie Fabian Roth, Jennifer Karnott, Fabian Holzer, Carla Nelte oder Richard Domke alle noch Entwicklungspotential besitzen und bei weitem noch nicht am Zenit ihrer Karriere stehen. Es ist gut vorstellbar, dass das Gerüst der aktuellen Mannschaft größtenteils in Zukunft bestehen bleibt. 

 

Heinz Kelzenberg / Bild: TV Refrath
Heinz Kelzenberg / Bild: TV Refrath

Der Traum vom Titel:

Kleine Rückschläge, wie der Abgang von Doppelspieler Raphael Beck zum 1. BC Beul vor dieser Saison, halten Kelzenbergs Entwicklung des Teams nicht auf. Schon 2013 äußerte er öffentlich den Wunschgedanken, der TV Refrath könne „vielleicht einmal irgendwann Deutscher Mannschaftsmeister werden“. Man scheint diesem Traum immer näher zu kommen, auch wenn sportlich aktuell der 1. BC Bischmisheim kurzfristig noch unerreichbar zu sein scheint und die Konkurrenz aus Lüdinghausen oder Beuel nicht schläft. Doch mit Geduld und Beharrlichkeit wird der TVR weiter seinen Weg gehen und wer weiß, vielleicht, wenn wir die Zeit fünf Jahre vordrehen, befindet sich Heinz Kelzenberg wieder in einer Jubeltraube von Spielern und ringt als Vater des Erfolges um seine Worte. 

 

Red

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