Nachbericht 7. Spieltag: 1. BVM nutzt Gunst der Stunde nicht

Im Duell des Vizemeisters gegen den deutschen Meister hat Badminton-Bundesligist 1. BV Mülheim am Dienstagabend in der RWE-Sporthalle die Gunst der Stunde nicht nutzen können. Obwohl der die Königsklasse bislang bestimmende 1. BC Bischmisheim auf seine Stars Marc Zwiebler (verletzungsbedingte Pause nach dem Halbfinaleinzug bei den Bitburger Open 2015 in Saarbrücken), Michael Fuchs und Johannes Schöttler (beide sind auf dem Weg zum Turnier in Bahrain) verzichtete, kam der heimische Rekordmeister nicht über eine 2:4-Niederlage hinaus. Kleiner Trost für die Auswahl von Trainer Boris Reichel: Nach fünf lupenreinen 6:0-Siegen in Serie waren es die beiden ersten Spielverluste der Saarländer.


Es war der Abend der schnellen Entscheidung: Die junge Mülheimerin Lara Käpplein trat nach ihrem Einsatz im Doppel verletzungsbedingt nicht zum Einzel gegen die favorisierte Olga Konon an; Marvin Seidel, Gegner von BVM-Urgestein Alexander Roovers, gab im ersten Durchgang beim Stand von 3:6 gleichfalls verletzungsbedingt auf.

 

In den Gunst der prickelnden Spannung kamen die 100 Zuschauer im Damendoppel, in dem sich die BVM-Spielerinnen Johanna Goliszewski und Lara Käpplein sowie die Niederländerin Samantha Barning und die in Mülheim lebende Isabel Herttrich gegenüberstanden. Das Mülheimer Duo lag im Auftaktsatz mit 0:5 hinten, legte dann aber murig den Vorwärtsgang ein. Beim 11:6-Pausenstand waren die Gastgeber auf einem guten Weg. Am Ende wurde es richtig aufregend. Über 16:16 ging es zum 18:18, dann verwandelten die Saarländerinnen ihren ersten Satzball. Auch im zweiten Durchgang, in dem Goliszewski und die vor der Saison aus Saarbrücken gekommene Käpplein mit 11:8 in Führung gegangen waren, fiel die Entscheidung erst auf den letzten Metern zugunsten der Gäste.

 

Parallel dazu hatten Jorrit de Ruiter und Marcus Ellis gegen die Bischmisheimer Notformation Marvin Seidel und Peter Käsbauer leichtes Spiel.

 

Enttäuschend verlief aus Sicht des BVM das erste Herreneinzel, in dem der ukrainische Nationalspieler Dmytro Zavadsky gegen den baumlangen Dieter Domke einfach nicht in die Spur kam. Während der Gegner einen routinierten und souveränen Job machte, leistete sich der Osteuropäer nach langen Turnierwochen ein Vielzahl von leichten Fehlern. „Er ist im Kopf und im Körper ganz einfach müde, das ist den vielen Einsätzen geschuldet. Er braucht dringend eine Pause“, so Reichel mit Blick auf Zavadsky, der Domke an einem guten Tag gewiss in die Knie gezwungen hätte.

 

„Die Bischmisheimer waren heute durchaus schlagbar, ein Unentschieden war für uns allemal drin. Unsere Spieler sind nach den Turnieren müde und nicht mehr frisch. Dass die Gäste nicht in voller Montur kommen würden, war klar, aber so viel Ersatz ist nicht richtig geil“, lautete das Fazit von BVM-Trainer Boris Reichel.

 

Gerd Böttner

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