Qualicheck Herreneinzel: "Keiner ist unschlagbar!"

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Marc Zwiebler ist auf dem besten Weg, nach dem Badmintonturnier in Peking und London auch in Rio für Deutschland an den Start zu gehen. Wir trafen den 31. jährigen Einzelstar und sprachen über seine bisherige Qualifikation, die Favoriten für Olympia, seine hartnäckige Verletzung an der Ferse und wir fanden heraus, warum Einzelspieler auch nach geschaffter Quali bis Juli noch "Nachsitzen" müssen.

Quali so gut wie geschafft

Er ist der Star im deutschen Badminton. Achtfacher deutscher Meister, zweimaliger Olympiateilnehmer, Badmintonfans auf der ganzen Welt kennen ihn und vergangenes Jahr schaffte er erstmals den Sprung unter die Top 10. Von daher wäre es schon eine große Überrschung, wenn Marc Zwiebler nicht auch in Rio erneut die deutschen Farben vetreten würde. Nach aktuellem Stand sieht alles danach aus: "Ich denke meine Qualifikation ist zu 95% sicher", so der Bischmisheimer gegenüber Smashing-News, und damit stapelt er noch sehr tief. Mit fast 42000 Weltranglistepunkten aus den letzten neun Monaten liegt er auf Platz 14 im Race to Rio und damit schon weit über 10000 Punkte vor einem Platz außerhalb der Qualifikationsränge. Die Teilnahme ist ihm damit im Prinzip nicht mehr zu nehmen.

 

Zwiebler kämpfte sich bei den Bitburger Open trotz Schmerzen bis ins Halbfinale (Bild: Bernd Bauer)
Zwiebler kämpfte sich bei den Bitburger Open trotz Schmerzen bis ins Halbfinale (Bild: Bernd Bauer)

"Ich bin realtiv zufrieden mit dem bisherigen Verlauf und den Ergebnissen. Trotz meiner Ferse, die mir immer wieder Probleme gemacht hat, ist die Qualifikation so gut wie geschafft und im vergangenen Monat hatte ich gar keine Schmerzen mehr", erzählt uns der Bischmisheimer, der aufgrund einer Verletzung am Fuß bei vielen Turnieren gehandicaped an den Start ging. Rio wären die dritten aber vermutlich auch letzten Spiele für Zwiebler, daher ist er natürlich hoch motiviert, seine bisherigen Leistungen von den letzten beiend Spielen noch einmal zu toppen.

 

Keiner ist im Moment unschlagbar

Auch wenn: "Dabei sein ist alles" einer der olympischen Grundsätze ist, so möchte Zwiebler doch mehr als nur die bloße Qualifikation. Nach zwei neunten Plätzen in Peking und London hofft der deutsche Rekordmeister, dieses Mal noch weiter zu kommen. "Es ist natürlich unglaublich schwer, eine Medaille bei Olympia zu holen, doch die Chance besteht immer und es ist das große Ziel für uns alle. Auch wenn es im Herreneinzel klare Medaillenfavoriten wie Chen Long, Lee Chong Wei oder Lin Dan gibt, haben sich in den vergangenen Monaten doch auch alle diese Topstars Fehler geleistet und keiner ist im Moment unschlagbar", zeigt sich der gebürtige Bonner selbstbewusst und das kann er auch sein. Vor etwa einem Jahr gelang auch ihm ein Sieg über die derzeitige Nummer 1 der Welt, Chen Long.

 

Aktuelle wäre Zwiebler die 13 der Setzliste (Quelle: http://goo.gl/y23GCx)
Aktuelle wäre Zwiebler die 13 der Setzliste (Quelle: http://goo.gl/y23GCx)

"Nachsitzen" für den Setzplatz:

Während sich alle Doppelspezialisten, denen die Qualifikation geglückt ist, ab Mai voll auf die olympischen Spiele konzentrieren können und nicht mehr auf Punktejagd gehen müssen, geht es für Marc Zwiebler noch bis Ende Juli weiter. "Es gibt im Einzel einen Unterschied, im Vergleich zu den Doppeldisziplinen. Bei uns gibt es nicht nur acht, sondern insgesamt 16 Setzplätze, und dafür entscheidend ist die Weltrangliste vom 21. Juli. Da ich natürlich gerne einen Setzplatz hätte, geht meine Saison daher nach dem Ende des Qualizeitraums noch ein bisschen länger," erklärt er uns. Es ist eben der große Traum eines jeden Badmintonspielers und aus diesem Grund stehen Zwiebler, trotz der schon fast sicheren Quali, noch viele anstrengende Turnierwochen bevor, auf seinem Weg nach Rio.

 

Das Rangliste des aktuellen Race to Rio im Herreneinzel gibt es hier.

 

Red

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