Team EM: Endstation Dänemark

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Sowohl die deutsche Herren-, als auch die Damenmannschaft sind im Halbfinale bei der Team EM in Kasan gegen Dänemark ausgeschieden. Da der dritte Platz nicht ausgespielt wird gewinnen beide Teams somit Bronze und sind für die Team WM qualifiziert. Der Tag wurde allerdings von der Nachricht über die Notoperation des dänischen Badmintonstars Carsten Mogensen überschattet, der aufgrund einer Gehirnblutung in Ohnmacht fiel.

Dänemarks Herren zu stark:

Drei Top 20 Spieler in den Einzeln, zwei Top 10 Paarungen in den Doppeln, schon vor Start des Turniers war klar, dass schon einiges passieren muss, damit Dänemarks Herren ihren EM Titel aus Basel nicht verteidigen können. Auch das deutsche Team um den deutschen Rekordmeister Marc Zwiebler musste sich dem europäischen "Power House" heute mit 0:3 geschlagen geben. Zwiebler selbst machte den Anfang gegen Jan O Jorgensen. Nach verlorenem ersten Satz und 13:19 Rückstand in Durchgang zwei kämpfte sich der Bischmisheimer noch einmal auf 19:19 heran, verlor aber die folgenden beiden Punkte. Im ersten Doppel gab es viele spektakuläre Ballwechsel zwischen den deutschen Olympiakandidaten Fuchs/Schöttler und den Bitburger Open Siegern Konrad Kolding. Fuchs und Schöttler kämpften um jeden Ball, konnten in Durchgang zwei vier Matchbälle abwehren und den Satz noch gewinnen, musste sich letztendlich aber auch geschlagen geben. Den Siegpunkt für Dänemark holte Viktor Axelsen im zweiten Herreneinzel, der Dieter Domke keine Chance ließ.

 

Luise Heim (Bild: Bernd Bauer)
Luise Heim (Bild: Bernd Bauer)

Damen verpassen Sensation:

Nicht ganz so deutlich sah es bei den Damen aus, die ebenfalls auf das topgesetzte Team aus Dänemark trafen. Karin Schnaase erwischte alles andere als einen guten Start und lag schnell mit 2:13 gegen Line Kjaersfeld zurück, doch die Lüdinghausenerin kämpfte sich Punkt um Punkt zurück, gewann den Satz noch in der Verlängerung, und letztendlich auch das ganze Spiel. Fabienne Deprez wollte nach ihrer starken Vorstellung gestern unbedingt nachlegen und erspielte sich zwei Satzbälle im ersten Durchgang, konnte aber Keinen nutzen und musste sich ihrer Gegnerin Anna Thea Madsen am Ende mit 21:23 und 15:21 geschlagen geben. Auch Luise Heim konnte im dritten Einzel nach gutem Beginn gegen Mette Poulsen leider keinen weiteren Punkt beisteuern und unterlag ebenfalls. Schon vor dem Spiel war klar, dass im ersten Damendoppel nicht viel zu holen seien würde, haben die Däninnen mit Rytter Juhl/Pedersen doch eine der besten Paarungen der Welt in ihren Reihen und so kam es dann auch. Der erste Satz ging mit 21:13 an die Weltranglistenvierten, in Satz zwei gab dei deutsche Paarung um Carla Nelte und Johanna Goliszewski beim Stand von 5:1 auf. Goliszewski hatte schon in einem Gruppenspiel Probleme mit dem Rücken bekommen und musste daher aufgeben. Somit hieß es am 3:1 und damit FInaleinzug für Dänemark.

Verlor das entscheidende Doppel: Carolina Marin (Bild: Bernd Bauer)
Verlor das entscheidende Doppel: Carolina Marin (Bild: Bernd Bauer)

Spannung in den anderen Halbfinals:

Auch aus deutscher Sicht lohnte sich heute ein Blick auf die beiden anderen Halbfinals, denn diese waren an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Bei den Damen kam es zu der Neuauflage der Gruppenpartie Spanien gegen Bulgarien. In der Gruppe setzte sich Bulgarien gegen das favorisierte Team um Weltmeisterin Carolina Marin durch, vor allem da Beatriz Corrales im zweiten Einzel patzte. Heute stellten Marin und Corrales durch zwei souveräne Vorstellungen schnell auf 2:0 und obwohl Bulgarien zum 2:2 ausglich, rechnten viele mit einem spanischen Sieg, doch Stefanie Stoeva und Linda Zechiri holten gegen Marin und Corrales mit 22:20 im Entscheidungssatz sensationell den dritten Punkt.

 

Auch bei den Herren ging es über die volle Distanz. Für die favorisierten Engländer ging es gut los und Rajiv Ouseph gewann den ersten Satz gegen Brice Leverdez locker mit 21:10, doch der Franzose drehte das Spiel und brachte Frankreich überraschend in Führung.  Im ersten Doppel hatte England keine Probleme auszugleichen und Toby Penty brachte England anschließend in Führung, doch das Team um Nationaltrainer Peter Gade konterte und holte sich Spiel vier und fünf und trifft somit im morgigen Finale auf Dänemark.

 

Carsten Mogensen nach Gehirnblutung notoperiert 

Der Tag wurde allerdings von einer schlimmen Nachricht überschattet. Der dänische Doppelstar Carsten Mogensen musste gestern notoperiert werden, nachdem er am Tag zuvor, aufgrund einer Gehirnblutung, in Ohnmacht fiel. Mogensens Doppelpartner Matthias Boe erklärte auf der gemeinsamen Facebook Seite, dass die gestrige OP gut verlaufen sei. "Ich habe ihn kurz nach der OP getroffen und er machte einen guten Eindruck, aber es ist noch zu früh um zu sagen, dass alles gut ist", so der Partner des 32 Jahre alten Vizeolympiasiegers von London.

 

Die Familie von Mogensen ist bereits aus Kopenhagen angereist und leistet dem Dänen Beistand. Das dänische Team bot bei dem 3:0 Sieg gegen Deutschland zwar eine gute und konzentrierte Vorstellung, zeigte sich aber  angesichts der Geschehnisse um ihren Teamkollegen ebenfalls geschockt und nachdenklich. "Wir senden alle positiven Gedanken und Energien an Carsten", so Jan O Jorgensen nach seinem Siegerinterview.

 


Red

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