German Open Tag 2: Das Beste kam zum Schluss

Es war kein guter Tag für die Deutschen (Bild: Bernd Bauer)
Es war kein guter Tag für die Deutschen (Bild: Bernd Bauer)

Einen Tag nach dem „Super Tuesday“ in den  USA erlebten die Aktiven des Deutschen  Badminton-Verbandes (DBV) bei den YONEX German Open 2016 (1. bis 6. März in Mülheim  an der Ruhr) einen „Betrüblichen Mittwoch“: Am zweiten Veranstaltungstag (2. März 2016) gingen von den insgesamt 14 Begegnungen mit  deutscher Beteiligung 13 verloren.

Die einzigen strahlenden SIeger des Tages: Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich (Bild: Bernd Bauer)
Die einzigen strahlenden SIeger des Tages: Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich (Bild: Bernd Bauer)

Einzig Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim)  gewannen ihr Match und erreichten somit das Achtelfinale. Dabei hatten sich die 21 und 23  Jahre alten Nachwuchsathleten des DBV einen Startplatz im Hauptfeld erst in der Qualifikation „verdienen“ müssen. Lautstark angefeuert vom begeisterten Publikum in der RWE-Sporthalle, bezwangen die amtierenden Deutschen Meister im letzten Spiel des Tages die thailändische Paarung Bodin Issara/Savitree Amitrapai  (Weltranglistenplatz 41) mit 17:21, 21:17, 21:13. Nächste Gegner der Weltranglisten-63. aus  Deutschland sind am Donnerstag (3. März 2016; Spielbeginn: 19.55 Uhr) die topgesetzten Koreaner  Ko Sung Hyun/Kim Ha Na (Weltranglistenplatz 4).


„Wir sind überglücklich, dass wir gewinnen konnten und morgen nochmal ran dürfen. Schön, dass  noch ein paar Fans in der Halle waren. Mit der Unterstützung läuft das dann doch noch ein bisschen  besser. Es war ein anstrengendes Spiel, aber wir sind jetzt einfach sehr glücklich. Gegen die an  Position eins gesetzten Koreaner wird es nicht leicht, aber wir bereiten uns auf das Spiel vor und  schauen dann mal, ob wir die ein bisschen ärgern können“, meinten Mark Lamsfuß und Isabel  Herttrich am späten Mittwochabend.

 

Damit sind bei dem Turnier der Kategorie Grand Prix Gold lediglich noch im Mixed Lokalmatadore vertreten. Aufgrund des extrem hochkarätigen Starterfeldes mussten sich allerdings auch alle Spieler des DBV schon zu Turnierbeginn bzw. in der zweiten Runde mit enorm leistungsstarken Gegnern auseinandersetzen.

(Bild: Bernd Bauer)
(Bild: Bernd Bauer)

Herreneinzel
Sehr zum Bedauern seiner großen  Fangemeinde schied am zweiten  Veranstaltungstag auch der neunmalige Deutsche Meister Marc Zwiebler (1. BC  Saarbrücken-Bischmisheim; Setzplatz 14) aus. Der 31 Jahre alte Weltranglisten-19. verlor sein Zweitrundenmatch gegen Tien Minh Nguyen aus Vietnam (Weltranglistenplatz 42) mit 15:21, 17:21. Der Asiate, Bronzemedaillengewinner bei der Individual-WM 2013, verzeichnete damit im insgesamt siebten Aufeinandertreffen mit Marc Zwiebler den sechsten Sieg.


Natürlich bin ich sehr enttäuscht. Ich habe nicht so gut gespielt – gerade in den entscheidenden  Phasen waren es einfach ein paar Fehler zu viel und da war er dann einfach besser. Es ist sehr ärgerlich, da ich körperlich gerade in einer sehr guten Verfassung bin und auch noch Kraft für einen dritten Satz gehabt hätte. Leider habe ich heute einfach zu oft die falschen Entscheidungen getroffen“, meinte Marc Zwiebler nach dem Ausscheiden selbstkritisch.


Für die Nachwuchsasse Max Weißkirchen (1. BC Beuel) und Lars Schänzler (TV Refrath) ist das für den DBV bedeutsamste Turnier seit Mittwoch ebenfalls beendet. Sie dürfen mit ihrem Abschneiden in  Mülheim aber in jedem Fall zufrieden sein – schließlich hatten sie nicht allein die Qualifikation erfolgreich bestritten, sondern auch ihr Erstrundenmatch im Hauptfeld gewonnen.


Der 19 Jahre alte Weltranglisten-248. Max Weißkirchen unterlag in der zweiten Runde dem an  Nummer acht gesetzten Japaner Son Wan Ho (Weltranglistenplatz 13) mit 8:21, 12:21. Der 20-jährige Lars Schänzler (Weltranglistenplatz 185) zog im Duell mit dem an Position zwölf notierten Ng Ka Long Angus aus Hongkong (Weltranglistenplatz 16) mit 9:21, 18:21 den Kürzeren.

(Bild: Bernd Bauer)
(Bild: Bernd Bauer)

Dameneinzel
Im Dameneinzel hatten die beiden  Vertreterinnen des DBV eine extrem schwere  Auslosung erwischt: Die EM-Dritte Karin Schnaase (SC Union Lüdinghausen;  Weltranglistenplatz 27) traf in der ersten Runde auf die Weltranglistendritte Li Xuerui aus China (Setzplatz 2), die Deutsche Meisterin Olga Konon (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 39) stand zum Auftakt deren  Nationalmannschaftskollegin Wang Shixian gegenüber, die im Ranking des Badminton-Weltverbandes momentan auf Platz sechs geführt wird (Setzplatz 4).


Karin Schnaase musste sich der Vize-Weltmeisterin von 2013 und YONEX German Open-Siegerin von 2012 mit 15:21, 10:21 geschlagen geben und erlitt damit im dritten Aufeinandertreffen mit Li Xuerui die dritte Niederlage.


Olga Konon verlor wenig später ihre Auftaktpartie gegen Wang Shixian mit 16:21, 6:21. Damit gelang der Chinesin im insgesamt zweiten Vergleich mit der 26-Jährigen der erste Sieg. Olga Konons Erfolg liegt allerdings bereits mehr als sechs Jahre zurück.

Kratzten an der Sensation: Lamsfuß/Seidel (Bild: Bernd Bauer)
Kratzten an der Sensation: Lamsfuß/Seidel (Bild: Bernd Bauer)

Herrendoppel
Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC  Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim)  hatten beim 21:12, 19:21, 9:21 im Duell mit den Dänen Kim Astrup/Anders Skaarup Rasmussen im zweiten Satz den Matchgewinn gewissermaßen schon vor Augen, gaben das Spiel dann aber noch aus der Hand. „Bis zur Hälfte des zweiten Satzes können wir mit unserem Spiel wirklich sehr  zufrieden sein, da haben wir gutes Badminton gespielt und unsere Taktik perfekt umgesetzt. Zum Ende hin hat es dann an der Kondition und der Frische im Kopf gefehlt. Die Dänen haben ihre Taktik dann auch noch einmal umgestellt und dann ist es natürlich schade, dass der dritte Satz so deutlich ausgeht. Insgesamt haben wir aber ein gutes Spiel gemacht“, so die amtierenden Deutschen Vizemeister. Die 21 und 20 Jahre alten Nachwuchsspieler des DBV gingen ebenfalls als Qualifikanten an den Start.


Im Herrendoppel schieden in der ersten Runde des Hauptturniers auch die Routiniers Michael Fuchs und Johannes Schöttler (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) sowie die aktuellen nationalen Titelträger Raphael Beck/Peter Käsbauer (1. BC Beuel/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) aus. Dabei mussten Michael Fuchs und Johannes Schöttler ihr Erstrundenmatch gegen die topgesetzten Weltranglistenersten Lee Yong Dae/Yoo Yeon Seong aus Korea beim Stand von 11:21, 9:11 aus ihrer  Sicht abbrechen. Johannes Schöttler, der seit mehr als einem Jahr an Hüftproblemen leidet, aber alles daran setzt, um erneut bei den Olympischen Sommerspielen aufschlagen zu dürfen, konnte nach einer Spielzeit von 30 Minuten nicht weiterspielen.


Die amtierenden Deutschen Meister Raphael Beck/Peter Käsbauer (1. BC Beuel/1. BC Saarbrücken- Bischmisheim) mussten sich derweil den Weltranglisten-16. V Shem Goh/Wee Kiong Tan aus  Malaysia mit 17:21, 16:21 geschlagen geben. Raphael Beck/Peter Käsbauer werden im Ranking des Badminton- Weltverbandes BWF derzeit – als zweitbestes deutsches Herrendoppel nach Michael Fuchs/Johannes Schöttler (30.) – auf Platz 50 geführt.

(Bild: Bernd Bauer)
(Bild: Bernd Bauer)

Damendoppel
Im Damendoppel behielten die  Weltranglistenzwölften Shizuka Matsuo/Mami Naito mit 21:16, 21:12 gegenüber Johanna Goliszewski und Carla Nelte (1. BV Mülheim/TV Refrath; Weltranglistenplatz 26) die Oberhand. Während die Deutschen Meisterinnen erstmals im Rahmen eines Wettkampfes auf die Japanerinnen trafen, verloren Isabel Herttrich und Birgit Michels (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/1. BC Beuel) auch den zweiten Vergleich mit Puttita Supajirakul/Sapsiree Taerattanachai in zwei Sätzen: Nach einer Spielzeit von 38 Minuten mussten sich die Weltranglisten-27. aus Deutschland den Asiatinnen mit 12:21, 16:21 geschlagen geben. Im Dezember 2015, beim ersten Aufeinandertreffen im Rahmen eines Turniers, waren die DBV-Asse den Weltranglisten-22. aus Thailand mit 13:21, 12:21 unterlegen.


Jennifer Karnott und Franziska Volkmann (TV Refrath/SV Fun-Ball Dortelweil), die als  Qualifikantinnen die erste Runde des Hauptturniers im Damendoppel erreicht hatten, waren in der Begegnung mit den an Nummer zwei gesetzten Japanerinnen Misaki Matsutomo/Ayaka Takahashi erwartungsgemäß chancenlos. Die 20 und 21 Jahre alten Nachwuchsspielerinnen des DBV verloren gegen die asiatischen Weltranglistenvierten mit 4:21, 4:21.

(Bild: Bernd Bauer)
(Bild: Bernd Bauer)

Mixed
Das „Match of the Day“ war speziell im ersten Satz das erwartet enge Duell zwischen zwei  Spitzen- Paarungen, endete aber „aus heimischer Sicht“ mit einer Enttäuschung:  Michael Fuchs und Birgit Michels (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/1. BC Beuel) unterlagen in dem Spiel aus der ersten Runde des Mixedwettbewerbs dem an Nummer zwei gesetzten Ehepaar Chris und Gabrielle Adcock mit 21:17, 12:21, 10:21. Die Engländer belegen in der Weltrangliste derzeit Platz sieben und gewannen im Dezember 2015 als erste Vertreter ihres Landes das  BWF-Jahresabschlussturnier. Michael Fuchs und Birgit Michels sind in der Weltrangliste momentan die Nummer 16. Für die DBV-Asse war die jüngste Niederlage gegen die Adcocks die dritte im insgesamt vierten Aufeinandertreffen.


Peter Käsbauer und Franziska Volkmann (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/SV Fun-Ball Dortelweil) verpassten den Einzug ins Achtelfinale des Mixedwettbewerbs hingegen nur knapp: Als  Qualifikanten mussten sie sich Jhe-Huei Lee/Wu Ti Jung aus Taiwan erst mit 22:20, 13:21, 18:21 geschlagen geben.

 

Dr. Claudia Pauli
(Pressesprecherin Deutscher Badminton-Verband)


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