Die ewigen Zweiten: Der japanische Kampf gegen den Finalfluch

Hiroyuki Endo und Kenichi Hayakawa (Bild: Bernd Bauer)
Hiroyuki Endo und Kenichi Hayakawa (Bild: Bernd Bauer)

Es gibt sie in vielen Sportarten: Die Mannschaften oder Sportler, die Jahr für Jahr konstant in der Weltspitze vertreten sind und immer wieder vor einem großen Triumph stehen, sich am Ende aber Mal um Mal mit Platz zwei begnügen müssen. Auch im Badminton ist das nicht anders, so haben die beiden Japaner Hiroyuki Endo und Kenichi Hayakawa mittlerweile sage und schreibe neun Superseriesfinals erreicht, von denen die beiden Doppelspezialisten allerdings kein einziges gewinnen konnten.

 

Es ist erst wenige Wochen her. Hiroyuki Endo und Kenichi Hayakwa, Nummer sechs der Weltrangliste, gelingt der Sprung in das Finale der All England Championships, dem wohl prestigesträchtigsten Turnier des Jahres und die Gegner im Endspiel sind keine favorisierten Asiaten, sondern die Überraschungsfinalisten Vladimir Ivanov und Ivan Sozonov aus Russland. Viele Experten vermuteten, dass es nun, im neunten Superseriesfinale, doch endlich klappen müsste mit dem ersten großen Titel der beiden Japaner. Doch nach gewonnenem ersten Satz, hatten sie am Ende nach über 70 Minuten doch wieder das Nachsehen und musste sich, wie schon so oft, mit der Silbermedaille begnügen.

 

Zerstörten den japanischen Traum vom All England Sieg: Ivanov/Sozonov (Bild: Bernd Bauer)
Zerstörten den japanischen Traum vom All England Sieg: Ivanov/Sozonov (Bild: Bernd Bauer)

Alle derzeitigen Top 10 Paarungen im Herrendoppel haben mindestens einen großen Titel vorzuweisen, mit Ausnahme von Endo und Hayakawa, die schon seit mehreren Jahren dauerhaft unter den besten Doppeln der Welt rangieren, aber denen der große Coup einfach nicht gelingen will. Der Fluch der ewigen Zweiten hat in Japan schon fast Tradition. Bis vor einem Jahr hatte ihr Landsmann Kenichi Tago mit sieben zweiten Plätzen aus sieben Finalteilnahmen noch die zweifelhafte Ehre, Spitzenreiter in dieser Kategorie zu sein.

 

Für Tago, die ehemalige Nummer drei der Welt, sieht es aktuell aber nicht so aus, als ob er in naher Zukunft an seiner Bilanz etwas ändern könnte. Seit Monaten läuft er seiner Form hinterher und rangiert nur noch auf Platz 64 der Weltrangliste. Mit Viktor Axelsen gibt es allerdings einen Herreneinzelspieler, der Tago schnell näher kommt. Auch ihm will der erste Superseriessieg einfach nicht gelingen. Vergangene Woche musste sich der junge Däne bei den India Open auch im fünften Finale zum fünften Mal geschlagen geben.

 

Bei Endo und Hayakawa, die alle großen Olympiafavoriten in der jüngsten Vergangenheit schlagen konnten, ist sicher noch mit der ein oder anderen Finalteilnahme zu rechnen, ob sie den Fluch des ewigen Zweiten dann besiegen können, wird sich zeigen. Die nächste Chance haben sie schon diese Woche bei den Malaysia Open.

 

Aus deutscher Sicht sieht es bei den aktuellen Topstars des DBV im Hinblick auf die Bilanz bei Superseriesfinals auch nicht gut aus. Michael Fuchs und Birgit Michels standen bereits in drei Finals, aber konnten keines davon für sich entscheiden und auch Marc Zwiebler musste sich sowohl bei den Denmark Open 2009, als auch den Indonesia Open 2013, bei seinen beiden Finalteilnahmen geschlagen geben. Jedoch wäre jeder weitere zweite Platz bei Superseries-Events für deutsche Spieler in naher Zukunft sicher ein Riesenerfolg und kein Grund zum ärgern. Der Weg an die Spitze der ewigen Zweiten ist, wie eben beschrieben, ohnehin noch sehr sehr weit.

 

 

Red

 

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