Lee Chong Wei - Kein Grund zur Panik?

Lee Chong Wei (Bild: Bernd Bauer)
Lee Chong Wei (Bild: Bernd Bauer)

Lee Chong Wei hat bei den India Open die zweite frühe Niederlage in Folge kassiert. Die Nummer 3 der Welt war schon vor drei Wochen bei den All England Open überraschend in seinem Auftaktmatch gescheitert. Beim wohl prestigeträchtigsten Turnier der Welt unterlag der 33-jährige dem Inder B. Sai Praneeth in zwei Sätzen. Auch in Neu-Delhi war in dieser Woche schon in der zweiten Runde Endstation. Dieses Mal hieß der Gegner Nan Wei aus Hongkong. Für die Ansprüche von Chong Wei natürlich viel zu wenig. Morten Frost, ehemaliger Weltklasse-Spieler und jetzt technischer Direktor in Malaysia, sieht hingegen in den beiden frühen Niederlagen seines Schützlings keinen Grund zur Panik. Auf dem Weg zu Gold bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro scheinen diese Rückschlage eingeplant gewesen zu sein. 

"Es klingt ein bisschen verrückt, aber ich bin überhaupt nicht beunruhigt", beschwichtigte Frost in den vergangenen Tagen gegenüber der malayischen Presse. Sehr viele Weltklassespieler seien im Moment inkonstant, so der Däne: "Lin Dan, Chen Long, Kento Momota und Jan O. Jorgensen... ihr Spiel hat auch Höhen und Tiefen." Diese These scheint sich zu bestätigen, schaut man auf die Ergebnisse aus Neu-Delhi. Tatsächlich mussten sich auch Lin Dan (nach seinem German Open und All England Open-Titeln) und Jan O. Jorgensen im Siri Fort Sports Complex früh geschlagen geben. Zumal Lee Chong Wei sich noch vor einigen Monaten in blendender Verfassung befand. Nach seiner 8-monatigen Dopingsperre gewann er mit den French Open, China Open, Honkong Open und dem Malaysia Masters gleich vier Turniere in Folge. Nun also ein Rückschlag, der Frost aber in keinster Weise dazu veranlassen scheint an seinem Schützling zu zweifeln: "Ich habe immer gesagt ich glaube fest daran, dass Chong Wei in Rio Gold holen kann. Das hat sich nicht verändert, nur weil er jetzt zwei Niederlagen einstecken musste."

Fakt ist: Knappe vier Monate vor Beginn der Olympischen Spiele scheint sich kein klarer Favorit im Herreneinzel herauszukristallisieren. Nahezu jeder Spieler der Top 10 hat bewiesen, dass er in einer guten Phase jeden schlagen kann. Die Badmintonfans in aller Welt können sich auf einen spannenden Countdown und ein hoffentlich noch spannenderes olympisches Turnier in Rio freuen. Denn in einer Sache kann man Morten Frost nur zustimmen: "Es geht darum, was in Brasilien passiert. Es geht nicht darum, was bei All England oder irgendwo anders geschieht." Im Jahr 2016 zählt einzig und allein Olympia-Gold.

 

Red

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