Den großen Traum verzockt: Olympiahoffnung Momota stolpert über Glücksspielskandal

Die Chance auf eine Olympiamedaille dahin: Kento Momota (Bild: Bernd-Volker Brahms)
Die Chance auf eine Olympiamedaille dahin: Kento Momota (Bild: Bernd-Volker Brahms)

Es war die Nachricht, die die vergangene Woche erschüttert hatte und das Superseries Premier Turnier in Malaysia in den Hintergrund rücken ließ: Kento Momota, aktuelle Nummer zwei der Welt und einer der aussichtsreichsten Kandidaten auf eine Olympiamedaille, wird aufgrund von Verwicklungen in illegeales Glücksspiel vom japanischen Verband gesperrt. Nach den Bestätigungen der Vorwürfe gegen den 21 Jahre jungen Japaner ist nun auch klar, dass Momota nicht in Rio an den Start gehen wird.

Was war geschehen?

Es schien zunächst alles nach Plan zu laufen für den aufstrebenden Star aus Japan. Bei den India Open vor zwei Wochen gewann er bereits seinen dritten Superseries Titel (inkl. Superseries Finals 2015) und kletterte erstmals in seiner Karriere auf Platz zwei der Weltrangliste. Auch sein schweres Auftaktmatch in der vergangenen Woche bei den Malaysia Open konnte Momota noch gewinnen, doch in der Nacht auf den 7. April kam dann die schockierende Nachricht, die den steilen Fall der Olympiahoffnung einläuten sollte. Japanische Medien berichteten, dass Momota und andere japanische Spieler in illegale Glücksspiele in ihrem Heimatland verwickelt seien. Der Verband zog seinen Einzelstar vom Turnier sofort zurück und kündigte bereits an, dass bei einer Bestätigung der Vorwürfe das Olympiaaus droht.

 

Der zweite prominente Angeklagte fiel dem Verband schon in der Vergangenheit negativ auf. Kenichi Tago, ehemaliger All England Finalist und einstiger Herreneinzelstar in Japan, wurde bereits im vergangenen Jahr wegen mangelnder Disziplin aus der Nationalmannschaft geworfen. Er soll es auch gewesen sein, der Momota zum Glücksspiel verführt hat, nachdem er selbst schon unzählige Male in Casinos, die in Japan illegal sind, große Geldbeträge setzte.

 

Angeklagte zeigen Reue:

Bei einer Anhörung am Tag nach den schockierenden Neuigkeiten gaben beide Spieler die Vorwürfe umgehend zu und zeigten sich reuig. Tago gestand unter Tränen, seinen fünf Jahre jüngeren Kollegen zum Spielen verführt zu haben und bat alle Verantwortlichen, Momota noch eine Chance zu geben. Auch dieser gestand sein Fehlverhalten schluchzend ein und erklärte, dass sein erster Besuch in einem legalen Casino im Ausland statt fand. Anschließend wurde die Versuchung dann schienbar zu groß und es folgten laut Medienberichten noch fünf weitere Casinobesuche. Als Zeichen der Reue färbte sich Momota seine zuletzt hellen Haare wieder schwarz und entschuldigte sich bei Allen, die ihn während der vergangenen Monate auf dem Weg zu den olympischen Spielen unterstützen. Doch dieser findet nun ein jähes Ende.

 

Trotz der Eingeständnisse und Entschuldigungen zeigte sich der japanische Verband konsequent und sperrte Momota auf unbestimmte Zeit - eine Entscheidung die einen Start bei Olympia nun auf jeden Fall ausschließt und damit eine der großen Medaillenhoffnungen im Land des Lächelns zunichte macht. Aber sowohl der Verband als auch die Politik stehen hinter der Null Toleranz Politik. "Es gibt Wichtigeres im Sport als Medaillen zu gewinnen", ließ Japans Kultusminister Hiroshi Hase verlauten.

 

Wie es für einen möglichen Start bei den Spielen im eigenen Land in vier Jahren aussieht ist noch unklar. Das Momota lebenslang gesperrt wird ist sehr unwahrscheinlich und angesichts seines jungen Alters bestehen sicher Chancen auf einen Start in Tokio 2020, doch die Zukunft des gefallenen Stars steht nach der Suspendierung aus der Nationalmannschaft nun erst einmal in den Sternen.

 

Red

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