Die härteste nationale Konkurrenz der Welt

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Wang Shixian musste einem schon wirklich leid tun. Vor vier Jahren zählte die Chinesin, wie auch heute, zur absoluten Weltspitze und war über lange Strecken der Olympiaquali auf Platz eins der Weltrangliste. Am Ende rutschte sie knapp hinter zwei ihrer Landsfrauen auf Platz vier zurück. Kein Problem könnte man meinen, da in London noch drei Spieler einer Nation an den Start gehen durften, sofern sie unter den Top vier der Welt zu finden waren. Doch der chinesische Verband entschied sich, den dritten Startplatz an die hinter Wang stehende Spielerin Li Xuerui zu vergeben, die am Ende Olympiagold gewann - die damalige Nummer vier der Welt konnte nur vom Fernseher zusehen.

 

 Dieses Mal möchte die 26 Jahre alte WM Dritte von 2010 so etwas unbedingt vermeiden und ist mit Rang drei in der Weltrangliste die derzeit beste Chinesin. Doch Wang Yihan und eben angesprochene Li Xuerui liegen nur knapp hinter ihr. Da durch eine Regeländerung mittlerweile nur noch zwei Startplätze pro Land erlaubt sind, erwischt es also wieder eine der drei Ausnahmespierinnen, obwohl alle unter den Top 6 der Welt rangieren und ähnliche Fälle gibt es für China in fast allen Disziplinen.

 

Im Herreneinzel wird es wohl Tian Houwei erwischen, der auf Rang acht der Weltrangliste steht und vor kurzem das All England Finale erreichte, doch an Lin Dan und Chen Long wird wohl kein Weg vorbei führen. Im Mixed gibt es sogar zwei Weltklassepaare, die sicher in jedem anderen Land keine Probleme hätten, einen Startplatz für Rio zu erspielen, doch in China sieht das anders aus. Die Silbermedaillengewinner von London Xu Chen und Ma Jin stehen derzeit auf Platz sieben im Ranking, zwei chineische Paarungen liegen aber noch vor ihnen. Einige Plätze dahinter rangieren die India Open Gewinner Lu Kai und Huang Yaqiong, die mit Rang elf sicher keine Chance mehr haben werden. Lediglich im Herrendoppel hat China "nur" zwei Paare unter den Top acht.

 

Angesichts dieser Dichte erscheint das Reich der Mitte auch in diesem Jahr wieder übermächtig doch eine "weiße Weste" mit fünf Siegen wie in London ist nicht zu erwarten. Außer Chen Long (Platz 1 im Herreneinzel) und dem Mixed Zhang Nan und Zhao Yunlei (Platz 1 im Mixed) hat China derzeit keine weiteren Spieler auf Platz eins oder zwei der Weltrangliste.

 

Red

 

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