Letzter Halt Frankreich: Die EM im Schatten Olympias

Steht kurz vor ihrem Olympia-Traum: Karin Schnaase
Steht kurz vor ihrem Olympia-Traum: Karin Schnaase

Es ist die Woche der Entscheidungen! Weltweit kämpfen Athleten bei den jeweiligen Kontinentalmeisterschaften um die letzten Tickets für die Olympischen Spiele und auch für viele Deutsche geht es im französischen La Roche sur Yon bei der Europameisterschaft um Alles. Ein deutscher Start in allen Disziplinen ist immer noch möglich.

Zurücklehnen im Blick auf die Qualifikation für Rio kann sich nur ein DBV Spieler: Marc Zwiebler, aktuell Nummer 13 der Welt, brachte schon vor mehreren Wochen seine dritte Olympiateilnahme unter Dach und Fach und zeigte sich vor allem bei den letzten Turnieren in bestechender Form. Für ihn geht es in Frankreich also in erster Linie um eins: Einen möglichen zweiten EM-Titel nach 2012.

 

Für das Mixed Michael Fuchs und Birgit Michels sowie Karin Schnaase im Dameneinzel sieht es ebenfalls sehr gut aus. Auch wenn Erstere in letzter Zeit mit ihrer Form zu kämpfen hatten, ist ihnen die Qualifikation durch ein starkes Turnierjahr 2015 kaum noch zu nehmen. Auch Schnaase steht mit mehr als einem Fuß in Brasilien. Abfangen könnte sie lediglich noch Landsfrau Olga Konon, doch durch den Turniersieg der Lüdinghausenerin in Peru vergangene Woche müsste Konon schon EM-Gold holen, um noch einmal vorbeizuziehen. Die Auslosung bescherte der an fünf gesetzten gebürtigen Weißrussin allerdings schon im Viertelfinale ein mögliches Aufeinandertreffen mit Carolina Marin.

 

Deutschland kann sich also aller Voraussicht nach auf Starter in mindestens drei DIsziplinen freuen. Doch wie sieht es in den Doppeldisziplinen aus? Hier wird es aus deutscher Sicht noch einmal extrem spannend. Das Damendoppel Carla Nelte/Johanna Goliszewski hat sich durch seinen Sieg in Lima, ähnlich wie Karin Schnaase, in eine hervorragende Position gebracht. Beide liegen derzeit zwar auf dem letzten Qualiplatz, aber haben etwa 1700 Punkte Vorsprung auf ihre ärgsten Verfolgerinnen Olver/Smith aus England. Falls diese bei der EM nicht deutlich weiter kommen als die Deutschen, wäre Nelte und Goliszewski die erste Olympiateilnahme wohl nicht mehr zu nehmen. Das Fernduell, gegen ihre ägyptischen Konkurrentinnen (wir berichteten vergangenen Monat) ist nun auf die denkbar knappste Weise entschieden worden. Eltanany/Ashraf hätten durch einen Sprung unter die Top 50 den deutschen Traum von Olympia ebenfalls zunichte machen können, doch die beiden Afrikanerinnen haben keine Möglichkeit mehr zu Punkten und liegen auf Platz 51 mit nur 100 Punkten Rückstand auf Platz 50 im Race to Rio!

 

Kritisch sieht es allerdings im Herrendoppel bei Michael Fuchs und seinem Partner Johannes Schöttler aus. Nachdem beide lange auf Kurs lagen, fielen sie drei Wochen vor Schluss erstmals aus den Qualifikationsrängen heraus und haben ein Ticket für die Olympischen Spiele nun nicht mehr in der eigenen Hand. Ein Topergebnis bei den Europameisterschaften ist also Pflicht um die Chance auf deutsche Starter in allen Disziplinen zu wahren und die Konkurrenz, die ca. 1000 Punkte entfernt ist, noch einmal abzufangen. Dafür wäre mindestens ein Halbfinale für die beiden Bischmisheimer nötig. Das ist sicher nicht unmöglich, doch auf dem Weg dahin müssten die beiden vermutlich die Bitburger Open-Sieger und Weltranglisteneunten Konrad/Kolding (Dänemark) aus dem Weg räumen.

 

 

Alle Infos zu den Auslosungen bei der EM gibt es hier.

 

Red

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