EM Tag 5: Zwiebler verpasst Sprung ins Endspiel

Marc Zwiebler (Bild: Dr. Claudia Pauli)
Marc Zwiebler (Bild: Dr. Claudia Pauli)

Der Deutsche Rekordmeister Marc Zwiebler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Setzplatz 3) hat bei den Individual-Europameisterschaften in La Roche-sur-Yon/Frankreich (26. April bis 1. Mai 2016) die Bronzemedaille im Herreneinzel gewonnen. Damit holte der 32 Jahre alte Weltranglistenzwölfte bereits zum insgesamt dritten Mal bei Titelkämpfen dieser Art Edelmetall: 2010 belegte der nunmehr neunmalige nationale Champion ebenfalls Platz drei, zwei Jahre später krönte er sich als erst zweiter deutscher Spieler in der Geschichte zum Europameister im Herreneinzel.

 

Bei der diesjährigen EM verlor Marc Zwiebler am Samstag (30. April 2016) sein Halbfinalspiel gegen den zehn Jahre jüngeren Weltranglistenvierten Viktor Axelsen (Setzplatz 2) mit 10:21, 21:23, sodass der Däne erstmals bei einer Individual-EM ins Finale einzog. „Schade. Ich glaube, ich habe nicht annähernd das gespielt, was ich spielen könnte. Vieles hat einfach nicht automatisch geklappt, sodass es mich viel Kraft und Zeit gekostet hat, ins Spiel reinzukommen. Am Ende habe ich das ganz gut geschafft, aber das war zu spät. Ich habe zudem einige falsche Entscheidungen getroffen“, sagte Marc Zwiebler unmittelbar nach dem Ende der Begegnung selbstkritisch.

 

Holger Hasse, Chef-Bundestrainer im Deutschen Badminton-Verband (DBV), meinte: „Marc hat sein Ziel erreicht und eine Medaille geholt. Er hat heute nicht seine beste Leistung gezeigt, vor allem nicht im ersten Satz. Im zweiten Satz hat er besser ins Spiel gefunden, er war aber immer noch ein Stück vom Optimum entfernt.“ Da der gebürtige Bonner in den vergangenen Monaten bei verschiedenen internationalen Turnieren etliche sehr gute Ergebnisse gegen Spitzengegner erzielte, blickt Holger Hasse zuversichtlich auf Rio 2016: „Ich bin mir sicher, dass Marc bei Olympia ganz viel erreichen kann.“ Marc Zwiebler qualifizierte sich in diesem Jahr zum dritten Mal nach 2008 (Peking) und 2012 (London) für die Olympischen Spiele.

 

Das Fazit des Chef-Coaches ganz allgemein in Bezug auf die Individual-EM in Frankreich fällt zweigeteilt aus: „Zum einen – und dieser Eindruck wird in ein paar Tagen alles überstrahlen – ist da die Freude über das überragende Ergebnis in der Olympiaqualifikation. Wir hatten uns ein hohes Ziel gesetzt – nämlich uns in allen Disziplinen für Rio zu qualifizieren. In einigen schien das schier unmöglich. Aber wir haben es geschafft! Ich muss den Athleten großen Respekt zollen: Sie haben ein Jahr lang alle Strapazen auf sich genommen und sich qualifiziert. Zum anderen haben wir andere Ambitionen, als mit einer Medaille von einer EM wegzufahren“, meinte Holger Hasse, nachdem bei den Titelkämpfen in La Roche-sur-Yon in Marc Zwiebler der letzte Vertreter des DBV ausgeschieden war. Der Chef-Bundestrainer ergänzte: „Einige Auslosungen ließen allerdings fast gar nicht mehr zu.“ So mussten z. B. das Mixed Michael Fuchs/Birgit Michels (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/1. BC Beuel) und das Herrendoppel Michael Fuchs/Johannes Schöttler (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) bereits im Viertelfinale gegen Paarungen aufschlagen, die in der Weltrangliste zu den Top 10 zählen.

 

Der DBV wird 2016 erstmals, seit im Rahmen der olympischen Badmintonwettbewerbe alle fünf Disziplinen zur Austragung kommen (1996 in Atlanta), auch in allen Disziplinen vertreten sein. Von 1996 bis 2012 gelang jeweils maximal in vier Disziplinen Badmintonassen aus Deutschland die Qualifikation für Olympia. Die Sportart Badminton zählte 1992 in Barcelona zum ersten Mal zum olympischen Programm, damals wurde allerdings kein Wettbewerb im Mixed durchgeführt.

 

Weitere Informationen über die EM 2016 (Spielansetzungen, Ergebnisse etc.) finden Sie auf der DBV-Homepage unter www.badminton.de (Rubrik „Nationalmannschaft“, Unterrubrik „Europameisterschaften“) sowie im Internet unter www.tournamentsoftware.com (Stichwort „2016 European Championships“). 

 

Claudia Pauli

(DBV-Pressesprecherin)

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