Refrath oder Lüdinghausen - Welches Team sichert sich das Final-Ticket?

Endlich ist es soweit. Playoff-Zeit!  Nach über zweimonatiger Pause steigt am Sonntag das Halbfinale der Badminton-Bundesliga. Der TV Refrath, Tabellendritter der regulären Punktrunde, reist zum SC Union Lüdinghausen, der als Tabellenzweiter im Halbfinale Heimrecht besitzt. Austragungsort ist die stimmungsvolle Halle des St.-Antonius-Gymnasiums in Lüdinghausen. Eine Tatsache, die man im Hinblick auf das Endergebnis dieser Partie nicht außer Acht lassen sollte, ist das Team aus Lüdinghausen doch für seine Heimstärke bekannt. 

In den beiden Herreneinzel scheint die Favoritenrolle klar auf Seiten der Gastgeber. Für Lüdinghausen werden wie gewohnt der Belgier Yuhan Tan und Nick Fransman (Niederlande) auf Punktjagd gehen. Da Refraths Nummer 1 Fabian Roth sich nach seiner Hüftverletzung zwar wieder im Training befindet, aber noch keinen Wettkampf bestritten hat, setzen die Gäste aus Bergisch-Gladbach wie über die gesamte Saison auf Richard Domke und Lars Schänzler.

Eine Vorentscheidung könnte daher schon in den Doppelspielen fallen, die traditionell den Anfang der Partie bedeuten. Nachdem Lüdinghausens Team-Manager zunächst angekündigt hatte Matthew Nottingham am Sonntag einsetzen zu wollen, hat nun offensichtlich ein Umdenken der Verantwortlichen stattgefunden. In seiner letzten Pressemitteilung gab der Verein bekannt, dass man nun höchstwahrscheinlich auf einen Einsatz des englischen Doppel- und Mixedspezialisten verzichten wolle. Eine endgültige Entscheidung über einen Einsatz falle aber erst am Tag vor der Partie. Nottingham hatte einen Einsatz in der englischen County-Liga absolviert. Da seit dieser Saison Mannschaftseinsätze parallel in Deutschland und England verboten sind, droht im schlimmsten Fall sogar eine Sperre des Spielers, wobei aktuell geprüft wird, ob die County-Liga überhaupt als Mannschaftsspielbetrieb definiert werden darf. Ein Einspruch gegen die Sperre des Spielers läuft. „Einerseits kann niemand diese Regelung verstehen, andererseits wurden die Vereine vor der Saison darüber informiert“, sieht Teammanager Michael Schnaase den SC Union in einer Zwickmühle, da ein eventueller Sieg mit Nottingham im Nachhinein aberkannt werden könnte, sollte das Verbandsgericht den Einspruch ablehnen. Es ist sicherlich ein unglücklicher Umstand in solch einer ungeklärten Situation ein Playoff-Halbfinale auszutragen. 

So rückt an die Seite von Josche Zurwonne im Herrendoppel wahrscheinlich ein Einzelspezialist. Die Refrather Stammbesetzung im Herrendoppel lautet Sam Magee/Fabian Holzer. Auch der Ausgang des Damendoppels scheint offen. Hier wird es wohl zu einem Aufeinandertreffen zwischen Eefje Muskens/KarinSchnaase für die Heimmannschaft und Carla Nelte/Chloe Magee auf Seiten der Gäste kommen. Das Dameneinzel bestreiten als frischgebackene Olympia-Starterin Karin Schnaase und die Irin Chloe Magee. Auch im Mixed scheint die Aufstellung der beiden Teams im Vorfeld der Partie festzustehen. Josche Zurwonne und Eefje Muskens treffen dabei auf Sam Magee und Carla Nelte, die ebenfalls im August bei den Olympischen Spielen an den Start gehen wird. 

Wie bisher bei allen Bundesliga-Spielen der regulären Spielzeit werden im Halbfinale also sechs Begegnungen (2x Herreneinzel, Dameneinzel, Damendoppel, Herrendoppel, Mixed) ausgetragen. Bei einem Remis nach diesen sechs Spielen könnte es an diesem Sonntag zu einem Sonderfall kommen, denn dann käme ein sogenannter „Golden Set“ nach dänischem Vorbild zum Einsatz. Nach Auswahlverfahren wird eine Disziplin bestimmt, in der nur ein Satz bis 21 über den Einzug ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft entscheiden würde. So darf der Gastgeber beginnen eine Disziplin zu streichen. Danach ist es dem Team der Gäste erlaubt eine Disziplin zu streichen. Dieses Prozedere wird so lange fortgeführt bis nur noch eine Disziplin übrig ist. Hier müssen beide Mannschaften aber nicht zwangsläufig den oder die Spieler aufstellen, die zuvor in der regulären Begegnung aufeinandergetroffen sind. Beide Teams können vielmehr frei wählen. 

 

Spielbeginn ist am Sonntag um 14 Uhr. Der Heimverein rechnet mit einer ausverkauften Halle.

 

Red

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