Zika-Virus: Badminton von Absagewelle in Rio verschont

Mücken gelten als Hauptüberträger des Zika-Virus
Mücken gelten als Hauptüberträger des Zika-Virus

Die Angst vor dem Zika-Virus. Kaum ein Thema stand neben der großen Doping-Problematik so sehr im Mittelpunkt der vorolympischen Berichterstattung. Auch in den vergangenen Wochen sagten wieder einige bekannte Sportler, hauptsächlich Tennisspieler wie Wimbledon-Finalist Milos Raonic (Kanada) oder Simona Halep (Rumänien), ihre Teilnahme in Rio ab. Vor allem die Sportarten Golf und Tennis sind von einigen Absagen betroffen, doch im Badminton gab es bisher keine. Wir sind dem Thema auf den Grund gegangen und haben bei unseren deutschen Olympia-Stars nachgefragt.

Der Zika-Virus: Faktencheck

Erstmals entdeckt wurde der sogenannte Zika-Virus 1947 in Afrika. Doch eine rasche Verbreitung blieb zunächst aus. Erst 2006 gab es vermehrt Berichte über einen Ausbruch in Asien und Afrika. Seit 2015 tritt das Virus auch in Südamerika auf und verbreitet sich dort sehr schnell. Übertragen wird Zika in erster Linie durch Stechmücken, doch weitere Übertragungswege von Mensch zu Mensch durch sexuellen Kontakt und Bluttransfusionen gelten mittlerweile als gesichert. Die Symptome ähneln dabei denen des Dengue-Fiebers. Als besonders gefährdet gelten vor allem schwangere Frauen. Größte Gefahr ist hierbei die Mikrozephalie, die Missbildung der neugeborenen Kinder, die das Virus als Folge haben kann. Deswegen wird schwangeren Frauen, oder Frauen, die planen in Kürze schwanger zu werden von einer Reise nach Südamerika auch vom Auswärtigen Amt abgeraten. Normalerweise geht die Verbreitungsrate im südamerikanischen Winter, während dem auch die Olympischen Spiele ausgetragen werden,  stark zurück.

Absagenflut im Golf - Badminton bislang nicht betroffen:

Vor allem im Golf hat es bisher die meisten bekannten Absagen bis zum heutigen Zeitpunkt gegeben. Nahezu die komplette Weltelite gab die Angst vor einer Zika-Infektion als Grund für ihren Verzicht für die Olympischen Spiele in Rio an. „Bisher habe ich das mit den Absagen noch gar nicht richtig mitbekommen, aber es ist schwer über die Gründe zu spekulieren“, gibt Deutschlands Badminton-Star Marc Zwiebler auf Nachfrage zu. Doch seien Sportarten wie Tennis oder Golf, die beide im Freien stattfinden, eventuell mehr gefährdet als Teilnehmer der Badmintonwettbewerbe. Große Angst verspürt der 32-jährige persönlich nicht. Die deutschen Badmintonspieler, die sich in knapp einer Woche auf den Weg nach Rio machen, wurden in einem Meeting von Professor Tim Meyer, Leiter des Sportwissenschaftlichen Instituts der Universität Saarbrücken, über Risiken und Maßnahmen während ihrer Reise nach Südamerika aufgeklärt. So werden beispielsweise Athleten vor Ort umfangreich mit Mückenspray ausgerüstet um einer Infektion zu entgehen. 

Zudem ist offiziell nicht bekannt, dass ein bekannter Badminton-Athlet aufgrund der grassierenden Angst vor einer Infektion seine Teilnahme in Brasilien in Frage stellt. Einen kleinen Nachgeschmack haben aber sicherlich die Absagen der Golf-Stars, da ihre Sportart in Rio erstmals bei den Olympischen Spielen ins Programm aufgenommen wurde. Die sportliche Wertigkeit der Veranstaltung in dieser Sportart wird damit sicherlich auch in Frage gestellt werden. Ein Fehlen der weltbesten Athleten ist somit keine Werbung in eigener Sache. Im Badminton hingegen haben Olympische Spiele einen sportlich herausragenden Wert. "Olympia ist für unsere Sportart sehr wichtig", so Zwiebler. Begründet wird die Zuversicht auch mit der Tatsache, dass Deutschlands Badminton-Asse auch schon in andere Regionen dieser Welt reisten, wo ein ähnliches Gesundheitsrisiko vorlag. "Wir sind uns natürlich der Risiken bewusst! Es gibt aber auch andere Regionen auf der Welt, die wir in unserer Karriere bereist haben, in denen die Situation vergleichbar ist. Wir sind gut vorbereitet." 

Es ist den Zuschauern, Teilnehmern und Sportlern zu wünschen, dass das Thema während und nach den Olympischen Spielen eine untergordnete Rolle spielen wird und sich die aktuellen Prognosen führender Experten bewahrheiten, die eine große Infektionswelle im südamerikanischen Winter für unwahrscheinlich halten. 

 

Red

Kommentar schreiben

Kommentare: 0