Risikoreiches Comeback: Sozonov will zu Olympia

(Bild: Bernd Bauer)
(Bild: Bernd Bauer)

Rund vier Monate ist es her, dass sich Ivan Sozonov und Vladimir Ivanov mit ihrem sensationellen Sieg bei den All England Championships in die Geschichtsbücher eintrugen. Vom Außenseiter wurden die beiden Russen durch ihren märchenhaften Sieg in Birmingham plötzlich zum Geheimtipp für Olympia, doch nur knapp einen Monat später dann der Schock: Sozonov reißt sich im Halbfinale der Europameisterschaften die Achillessehne. Bis Rio sind es nur noch etwas mehr als drei Monate, also das sichere Aus für den großen Traum des Powerdoppels könnte man meinen. Doch scheinbar wollen die beiden nun tatsächlich in Brasilien an den Start gehen.

Normalerweise dauert es 9-12 Monate um sich von einer derartigen Verletzung zu erholen, doch einem Bericht auf der Seite des russischen Verbandes zufolge, soll dies nun in einem Bruchteil der Zeit gelingen. Laut Aussage des russischen Teamarztes Denuts Morogh wurde Sozonov sofort nach der Diagnose zur OP nach Münster gebracht und direkt behandelt. Bereits wenige Tage danach begann die Reha mit Hilfe zahlreicher Spezialisten und modernster Therapiemethoden. Nur zwei Monate nach der Operation soll er nun körperlich schon wieder bereit für Badminton sein und einem Start in Rio steht demnach nichts mehr im Wege, so der Arzt weiter.

 

Außerdem findet man auch ein Statement von Sozonv selbst: "Ich merke wie die Form von Tag zu Tag besser wird. Die Operation ist sehr gut verlaufen und dank der Reha mache ich sehr große Fortschritte. [...] Ich denke es gibt schon einige Paare bei Olympia mit denen ich wieder mithalten könnte, sicher nicht mit den stärksten, aber es ist ja noch ein bisschen Zeit."

Wie fit der Russe wirklich ist und ob er sich mit einem Start einen Gefallen tut bleibt aber fraglich. Ein Comeback nach einem Achillessehnenriss nach nicht einmal vier Monaten würde schon an ein medizinisches Wunder grenzen und sicher ein großes RIsiko für den Spieler mit sich bringen. Aktuell scheinen aber der Verband und auch Sozonov fest entschlossen das Risiko einzugehen.

 

Am Ende könnte die Entscheidung über die Olympiateilnahme aber auch von ganz anderer Stelle gefällt werden. Aufgrund des McLaren Reports ist eine Start sämtlicher russischer Sportler in Rio ohnehin fraglich und könnte damit auch das Sensationscomeback der All England-Champions zunichte machen.

 

Red

 

Den russichen Artikel findet ihr hier.

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