Der letzte Schritt zum großen Traum: Carolina Marin auf den Spuren von Rafael Nadal

Europameisterin, Weltmeisterin, Nummer 1 der Welt und Olympiasiegerin. Das waren die Ziele einer gewissen Carolina Marin mit vierzehn Jahren. Ganz schön ambitioniert, für eine junge Spielerin die nicht gerade aus einer Badmintonnation kommt. Doch mit gerade einmal 23 Jahren kann die Spanierin nun schon hinter drei der vier Punkte einen Haken setzen. Vergangenes Jahr sogar schon den zweiten WM Titel gewonnen, viele Superserieserfolge, vor Kurzem den Sieg bei der EM und auch in der aktuellen Weltrangliste rangiert sie ganz oben. Beste Voraussetzungen also, um auch den letzten ganz großen Traum zu erfüllen: Gold bei Olympia.

Auf den Spuren des großen Idols:

Um solch große Ziele zu erreichen braucht man vor allem eins: unbändigen Willen und Kampfgeist. Attribute die wohl kaum eine Sportlerin besser verkörpert als Marin, aber auch ihr großes Idol ist ein großer Kämpfer. "Heute ist ein sehr wichtiger Tag für mich, denn ich habe endlich Rafael Nadal getroffen," twitterte sie vergangenes Jahr, nach einem Treffen mit Spaniens Tennisstar. "Ich glaube ich vergleiche mich mit Rafa weil wir den selben Charakter haben," äußerte sie sich vor Kurzem in einem Interview. "Wir kämpfen bis zum Ende und wir zeigen unseren Gegnern, dass wir sie unbedingt schlagen wollen."

 

Auch der vierzehnfache Grand Slam Champion, der schon nach Marins erstem WM Titel auf seine Landsfrau aufmerksam wurde, twitterte ein gemeinsames Bild der beiden Linkshänder, die den Sport in ihrem Land maßgeblich prägen. Natürlich fällt ein Vergleich mit dem weltweit bekannten Star Nadal schwer, doch auch Marin konnte durch ihre Erfolge schon viel in ihrem Heimatland bewegen und schaffte es bereits auf die Titelseiten der großen spanischen Sportzeitungen. Mittlerweile wird auch sie auf der Straße erkannt und zahlreiche Jugendliche griffen im Zuge der großen Erfolge in den vergangenen Jahren zum Badmintonschläger.

 

Per Zufall zum Badminton:

Dabei kam die in Huelva geborene Andalusierin eher zufällig zu ihrem Sport. Nach einer Tanzaufführung lief die damals acht Jahre junge Marin mit einigen Freunden über das Sportgelände und entdeckte hierbei eine Halle in der einige Leute Badminton spielten. Der Sport gefiel ihr auf Anhieb und die Geschichte nahm ihren Lauf.

 

Nach nur sechs Jahren wechselte sie bereits an den nationalen Stützpunkt und auch hier war sie schnell allen anderen Spielerinnen enteilt. Häufig ging es nach Asien, oder Männer mussten als Trainingspartner herhalten, um immer am Limit trainieren zu können.

 

Freude über den ersten WM Titel mit 21. Doch es sollte nur der Anfang sein (Bild: Bernd Bauer)
Freude über den ersten WM Titel mit 21. Doch es sollte nur der Anfang sein (Bild: Bernd Bauer)

Sieben Stunden pro Tag und sechs Mal pro Woche gibt sie als ihr Trainingspensum an. Eine unglaubliche Belastung, doch Marin ordnet ihren Großen Zielen alles unter und das mit Erfolg. Mit nur 21 Jahren gewinnt sie ihren ersten WM Titel und ist damit der jüngste europäische Weltmeister der Badmintongeschichte.

 

Das harte Training fordert aber natürlich auch Tribut und zog, ähnlich wie bei Nadal, viele Verletzungen nach sich, doch auch hier zeigte die Spanierin ihren Kampfgeist. So beispielsweise bei der vergangenen WM, bei der ihr Start lange unklar war, sie am Ende aber mit minimaler Vorbereitung antrat und ihren zweiten Titel gewann.

 

Der letzte Schritt zum großen Traum:

Jeder, der Marin schon einmal Live erlebt hat, kennt ihren unbändigen Siegeswillen. Mit ihrer impulsive Art auf dem Feld polarisiert sie und eckt vor allem durch ihre Schreie nach fast jedem Punktgewinn häufig an. Man muss kein Fan von ihr sein, doch was sie mit ihren 23 Jahren jetzt schon erreicht hat, verdient höchste Anerkennung.

 

Neben den WM und EM-Titeln gab es allein im vergangenen Jahr vier weitere Superseriessiege und die deutliche Führung in der Weltrangliste. Diese ganzen Erfolge verdankt sie auch ihrem großen Kampfgeist, den viele der anderen Topeinzeldamen fürchten.

 

Die Chancen auch den letzten großen Traum schon in diesem Jahr zu erfüllen stehen für Carolina Marin also alles andere als schlecht. Als Topgesetzte und Mitfavoritin wird sie am 5. August in das Olympiastadion in Rio mit allen spanischen Olympioniken einlaufen nur wenige Meter hinter ihrem großen Idol und Fahnenträger Rafa Nadal.

 

 

Red

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