Für alle Strapazen belohnt: Österreichs Badmintonduo am Zuckerhut

Den größten Traum erfüllt: David Obernosterer
Den größten Traum erfüllt: David Obernosterer

Auch für zwei Österreicher geht in diesen Tagen ein großer Traum in Erfüllung. David Obernosterer und Elisabeth Baldauf haben beide im Einzel den Sprung nach Rio geschafft und warten derzeit gespannt auf ihren Start beim Turnier der Turniere. Der Weg dorthin war steinig und führte beide in fast alle Erdteile und mehrere Male um die Welt.

Am Ende waren es knapp 300.000 Kilometer und 25.000 Euro die die beiden österreichischen Badmintonprofis in die Olympiaqualifikation investierten und der Plan, möglichst viele Punkte auf kleinen exotischen Turnieren zu sammeln, ging auf. Rang 59 bzw. 68 der Welt waren für Baldauf und Obernosterer genug, um den großen Traum zu erfüllen. Während die Voralbergerin lediglich auf das Ranking schauen musste, lieferte sich Obernosterer bis zuletzt ein enges Duell mit Landsmann Luka Wraber (wir berichteten), das er am Ende knapp für sich entschied.

 

Seit einigen Tage sind die beiden Österreicher bereits in Rio und erlebten mit der Eröffnungsfeier schon ihr erstes großes Highlight: "Das war wirklich unbeschreiblich, ein Moment den wir sicher unser ganzes Leben nicht vergessen werden", so Obernosterer über das große Spektakel. Doch nun geht der Blick nach vorne, denn auch wenn für beide der Gruppensieg eine Riesensensation wäre ist das Ziel für ihn klar: "Wir wollen einfach in Topform an den Start gehen und so viele Spiele wie möglich gewinnen."

Baldauf bekommt es in Gruppe N mit der an Position acht gesetzten Tai Tzu Ying aus Taiwan und Natalia Perminova aus Russland zu tun. "Ich bin ganz zufrieden mit meinem Los. Gegen beide Gegnerinnen habe ich noch nie gespielt", so Baldauf über ihre Gegnerinnen. "Ich freue mich auf die beiden Spiele. Nun stehen einige Stunden Videoanalyse am Plan, damit ich gut für die Matches vorbereitet bin." Zudem hat die Eggerin die Chance auf etwas Historisches. Sollte ihr ein Sieg in der Gruppe gelingen, wäre sie die erste österreichische Badmintonspielerin die ein Match bei Olympia gewinnt.

Bei der letzten WM gab es eine der bittersten Niederlagen in der Karriere von David Obernosterer. Mehrere Matchbälle hatte er in seinem Auftaktmatch, musste sich aber am Ende geschlagen geben. Das kostete nicht nur zahlreiche Punkte im Kampf um Rio, sondern brachte ihn auch um ein Zweitrundenmatch gegen Lin Dan, das sich der Schwarzacher so sehnlichst gewünscht hatte. Doch er biss sich durch und wurde nun doppelt belohnt. Neben dem Start in Rio bekommt er dank der Auslosung doch noch einmal die Chance, gegen den erfolgreichsten Badmintonspieler der Welt anzutreten. Neben dem Doppelolympiasieger aus China bekommt er es noch mit Vladimir Malkov aus Russland und Tien Minh Nguyen aus Vietnam zu tun.

 

Während der letzten Jahre spielten beide des öfteren auch gemeinsam Mixed, doch sie verbindet mehr als nur der Sport. Baldauf und Obernosterer sind seit vielen Jahren ein Paar und die gemeinsame Qualifikation daher etwas ganz Besonderes. "Wir haben gar nicht darüber nachgedacht, was wäre wenn es einer schafft, der andere aber nicht," erzählt Obernosterer. "Dass es nun für uns beide geklappt hat ist natürlich ein absoluter Traum und ein unbeschreibliches Gefühl."

 

Das olympische Turnier beginnt in drei Tagen und gleich für beide geht es direkt gegen die Gruppenfavoriten Lin Dan bzw. Tai Tzu Ying. Doch die Anspannung der letzten Monate ist inzwischen der Vorfreude gewichen: "Die Eröffnung hat eigentlich schon für die ganzen Strapazen und Entbehrungen entlohnt, aber das wirkliche HIghlight kommt ja jetzt erst noch. Wir können es gar nicht erwarten endlich auf dieser großer Bühne aufs Feld zu gehen!"

 

 

Red

 

Ihr wollt mehr über das Olympiaabenteuer der Österreicher erfahren? Baldauf und Obernosterer führen auf Facebook ein ausführliches Olympiatagebuch und freuen sich über jeden Follower:


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