Unsere 5 Highlights für das olympische Badmintonturnier

Die olympischen Spiele sind endlich wieder in vollem Gange und fesseln Sportfans auf der ganzen Welt. Auch das olympische Badmintonturnier, das in zwei Tagen endlich beginnt, verspricht wieder viele denkwürdige Momente, doch worauf kann man sich am meisten freuen? Wir blicken auf unsere 5 Highlights für Rio 2016!

Erstmals bei Olympia am Start: Carla Nelte und Johanna Goliszewski (Bild: Bernd Bauer)
Erstmals bei Olympia am Start: Carla Nelte und Johanna Goliszewski (Bild: Bernd Bauer)

1) Mehr deutsche Spiele denn je:

Deutsche Spieler in allen Disziplinen, das gab es bisher noch nicht bei olympischen Spielen! Nach dramatischem Qualiendspurt, vor allem in den Doppeldisziplinen, dürfen wir uns nun auf sieben deutsche Badmintonstars und mindestens 13 Begegnungen mit deutscher Beteiligung freuen.

 

Das Damendoppel Carla Nelte und Johanna Goliszewski sowie Karin Schnaase geben am Zuckerhut ihr Olympiadebüt und konnten sich durch die Teilnahme bereits ihren großen Traum erfüllen. Michael Fuchs ist nach seinem Start in London an der Seite von Birgit Michels und Johannes Schöttler gleich zwei Mal dabei und hofft noch einmal mindestens das Viertelfinale erreichen zu können.

 

Beste Aussichten auf ein Erreichen der KO-Phase hat wohl der erfahrenste Olympionike unter den deutschen Badmintonspielern: Marc Zwiebler geht als Favorit in seine Gruppe und möchte dieses Mal unbedingt noch weiter kommen, als 2008 und 2012. Hier war für den Bonner stets im Achtelfinale schluss.

(Bild: Bernd Bauer)
(Bild: Bernd Bauer)

2) Außenseiter und Exoten:

Durchhängende Netze, Training mit Plasikbällen und keinen Trainer. Das klingt alles mehr nach Hobbysport als nach Höchstleistung und Olympia. Aber auch in Rio sind wieder einige Starter aus exotischen Ländern wie Brunei oder Mauritius dabei, die wohl keine Chance im Kampf um Medaillen haben werden. Dennoch tragen sie den olympischen Gedanken mindestens genau so in sich, wie die Stars der Szene und machen das größte Sportevent der Welt zu etwas ganz Besonderem. Oft sind es genau sie, die uns die Momente bescheren, die im Gedächtnis bleiben, wie zum Beispiel ein gewisser Kevin Cordon.

 

Der Spieler aus Guatemala ist zwar alles andere als ein Hobbyspieler, doch auch er hat in seinem Heimatland die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Sportkarriere. Dennoch gelingt Cordon bei der WM 2011 einer der wohl sensationellsten Siege der Badmintongeschichte gegen den inzwischen zweifachen Weltmeister Chen Long und der anschließende Viertelfinaleinzug. Kommende Woche kommt es nun zum Rematch der beiden ungleichen Gegner in Gruppe P.

 

Lee Chong Wei bekommt es in seiner Gruppe mit einem Gegner zu tun, von dem er mit Sicherheit vor Olympia noch nie etwas gehört hat. Soren Opti aus Surinam belegt aktuelle Platz 318 der Weltrangliste und verdankt seine Teilnahme einer Wildcard. Einige sagen vermutlich, dass solche Spieler auf so großen Turnieren nichts zu suchen haben und dem Image von Badminton schaden könnten. Wir sind der Meinung, dass es genau diese Spieler sind, die das Herz von Olympia ausmachen.

Die Favoriten im Herrendoppel: Lee Yong Dae und Yoo Yeon Song (Bild: Bernd Bauer)
Die Favoriten im Herrendoppel: Lee Yong Dae und Yoo Yeon Song (Bild: Bernd Bauer)

3) Spannung pur in allen Wettbewerben:

Wer gewinnt Olympiagold? In keiner Disziplin kann man einen eindeutigen Favoriten benennen und das verspricht Spannung pur! Sicher gelten die Titelverteidiger Zhang Nan und Zhao Yunlei im Mixed als aussichtsreichste Kandidaten für Gold, doch spielten die beiden Chinesen keine so dominante Saison wie vor vier Jahren im Vorfeld von London und auch die zwischenzeitlich unbesiegbar erscheinenden Koreaner Yoo Yeon Song und Lee Yong Dae mussten sich in den vergangenen Monaten immer häufiger geschlagen geben. Noch offener sieht es bei den anderen drei Disziplinen aus und vor allem in den Einzelwettbewerben ist der Favoritenkreis sehr groß. Hier finden sich auch Europäer mit guten Aussichten auf den großen Wurf.

Carolina Marin nach ihrem ersten WM-Titel (Bild: Bernd Bauer)
Carolina Marin nach ihrem ersten WM-Titel (Bild: Bernd Bauer)

4) Ein weiteres Stück europäische Badmintongeschichte:

Kann sich Carolina Marin zur Olympiasiegerin krönen? Nach ihren inzwischen zwei Weltmeistertiteln und den Erfolgen bei All England und der EM wäre es der letzte große Erfolg, der der Spanierin noch fehlt. Selten gab es eine leidenschaftlichere Kämpferin und noch nie konnte eine Europäerin in so jungen Jahren bereits so viele große Titel gewinnen.

 

Ein Sieg bei den olympischen Spielen durch die 23 Jährige wäre alles andere als eine Überraschung, ist sie doch nach den überragenden Leistungen in den letzten zwölf Monaten an Position eins gesetzt. Sollte ihr der Coup gelingen, wäre sie die erste europäische Olympiasiegerin überhaupt und nach Poul Erik Hoyer Larssen der zweite nichtasiatische Goldmedaillengewinner im Badminton. Der legendäre Titelgewinn des Dänen liegt nun auch schon wieder 20 Jahre zurück, höchste Zeit also für ein neues Kapitel europäischer Badmintongeschichte.

Holt Lin Dan als erster Badmintonspieler sein drittes Olympiagold? (Bild: Bernd Bauer)
Holt Lin Dan als erster Badmintonspieler sein drittes Olympiagold? (Bild: Bernd Bauer)

5) Showdown im Herreneinzel:

Keine Disziplin hat im Vorfeld für so viele Diskussionen und Gesprächsstoff gesorgt wie das Herreneinzel. Bei fast jedem Event des letzten Jahres drehte sich alles um die Form von Lee Chong Wei, Lin Dan und Co. Die erste große Frage, ob es zum dritten Mal das Finalduell zwischen den beiden Superstars geben würde, wurde inzwischen vorzeitig durch die Auslosung beantwortet. Doch wer ist nun Favorit auf den Titel?

 

Lee zeigte zuletzt die beste Form und geht als Topgesetzter an den Start, an Duelle mit Chen Long und Lin Dan bei großen Turnieren erinnert er sich aber sicher ungern. Chen Long selbst hatte 2015 ein überragendes Jahr, konnte aber in den letzten zehn Monaten kein einziges Turnier gewinnen. Lin Dan überstrahlte bei den German Open und bei All England erneut die gesamte Konkurrenz, aber vor allem gegen die beiden dänischen Medaillenhoffnungen Axelsen und Jörgensen hatte er zuletzt große Schwierigkeiten. Genau mit Letzterem könnte er es im Viertelfinale sogar schon zu tun bekommen.

 

Die beiden Europäer komplettieren den Kreis der fünf größten Medaillenfavoriten, doch auch den anderen Top 10 Spielern wie Tien Chen Chou oder Son Wan Ho ist durchaus ein Coup gegen die "Big Five" zuzutrauen. Die Weltspitze scheint enger beisammen denn je und die einstige Dominanz von Lee Chong Wei und Lin Dan der letzten Olympiaden ist vorbei.

 

Red

Kommentar schreiben

Kommentare: 0