Olympia Favoritencheck: Herreneinzel

Es ist die Königsdisziplin. Der Kampf zwischen Chen Long, Lee Chong Wei und Lin Dan um Olympia-Gold schlägt hohe Wellen. Vor allem der Zweikampf der beiden letzteren Dauerkontrahenten polarisiert die Badmintonwelt.  Wir haben uns das vergangene Jahr genauer angeschaut und die aktuelle Verfassung der Top-Favoriten unter die Lupe genommen. Unser Favoritencheck. 

Die Favoriten:

Lin Dan (China)

Es ist das große Thema im Vorfeld der Olympischen Spiele. Schafft er es oder schafft er es nicht? Krönt sich Lin Dan zum erfolgreichsten Olympioniken seiner Sportart? Fakt ist, der zweimalige Olympiasieger und fünfmalige Weltmeister gilt schon jetzt als der beste Badmintonspieler der Geschichte. Doch seine Landsfrau Gao Ling ist mit zwei Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille die bisher erfolgreichste Spielerin bei Olympia. Mit einer dritten Goldmedaille könnte der mittlerweile 32-jährige also auch diese Bestmarke übertrumpfen. Dass er es noch kann, bewies Lin Dan Anfang des Jahres mit den Siegen bei den German und All England Open. Danach ließ er es wieder etwas ruhiger angehen. Alles taktische Spielchen oder gar ein Ausdruck von Schwäche? Wir sind überzeugt, dass der chinesische Superstar mit seiner mentalen Stärke und dem Selbstvertrauen seiner beiden Siege von 2008 und 2012 auch in Rio schwer zu schlagen sein wird. 

Die Smashing-News Prognose: 


Lee Chong Wei (Malaysia)

Weltranglistenplatz 1, sieben Turniersiege bei seinen letzten neun Auftritten. Allein diese Fakten sprechen stark für das erste Olympia-Gold des malayischen Superstars. Die große Frage bleibt aber, wie der 33-jährige mit dem großen Druck vor seinen letzten Olympischen Spielen umgeht. Zwar betonen der Spieler und sein Umfeld stets, dass er körperlich topfit und vor allem mental bereit sei für diese Aufgabe. Die vielen Final-Niederlagen in seiner bisher titelosen Karriere sprechen aber Bände. Vor allem im möglichen direkten Duell mit Lin Dan wird der Kopf des Weltranglistenersten den Ausschlag geben. Aufgrund des großen Druckes, der auf dem Malayen liegt, sehen wir seinen chinesischen Dauerkontrahenten leicht im Vorteil. 

Die Smashing-News Prognose:


Chen Long (China)

Etwas im Schatten der beiden großen Weltstars steht Chen Long. Der Fokus der Berichterstattung liegt bisher nur auf einem möglichen Halbfinale zwischen Lin Dan und Lee Chong Wei. Dabei hatte der amtierende Weltmeister lange Zeit Platz 1 der Weltrangliste inne. Erst gegen Ende der Qualifikationsphase konnte Lee Chong Wei den 27-jährigen überflügeln. Mit seinen beiden WM-Titeln 2014 und 2015 hat Chen Long bewiesen, dass er auch die ganz großen Turniere gewinnen kann. Trotzdem zeigt die aktuelle Formkurve stark nach unten. Sein letzter Turniersieg bei den Denmark Open liegt mittlerweile schon über ein halbes Jahr zurück. Allerdings ist in der auf den ersten Blick einfacheren unteren Turnierhälfte ein Einzug ins Endspiel fast schon Pflicht für den aktuellen Weltranglistenzweiten. Sollte er dieses Erreichen ist in einem einzigen Spiel um Olympia-Gold natürich alles möglich. 

Die Smashing-News Prognose:


Viktor Axelsen/Jan O. Joergensen (Dänemark)

Auf Position 4 und 5 der Setzliste des Olympischen Badmintonturniers sind mit Viktor Axelsen und Jan O. Joergensen die ersten Europäer geführt. Kann einer der beiden in die große Fußstapfen von Paul-Erik Hoyer, dem aktuellen BWF-Präsident und Olympiasieger im Herreneinzel von Atlanta 1996, schlüpfen? Die Bilanz der beiden Dänen gegen die drei topgesetzten Lin Dan, Lee Chong Wei und Chen Long ist deutlich negativ. Axelsen konnte beispielsweise in seiner Karriere Lee Chong Wei noch nie bezwingen und wartet trotz mittlerweile einiger Finalteilnahmen immernoch auf seinen ersten Superseries-Titel. Allerdings konnte die beiden mit dem Sieg im dänischen Nationaltrikot beim prestigeträchtigen Thomas-Cup im Mai diesen Jahres zusätzliches Selbstvertrauen tanken. Ob es bei Olympia auch zum ganz großen Wurf reicht ist aber fraglich. 

Die Smashing-News Prognose:


Der erweiterte Favoritenkreis: Zwiebler und Co. 

Deutschlands Bamintonfans interessiert vor allem die Frage, ob Marc Zwiebler, der seit Jahren beste Badmintonspieler des Landes, bei seinen dritten Olympischen Spielen die Chance auf eine Medaille besitzt. Die Zeichen standen wahrscheinlich noch nie so gut. Zwiebler ist seit langer Zeit verletzungsfrei und hat nach starken Ergebnissen im vergangenen Jahr in Brasilien eine gute Auslosung erwischt. In seinem Viertel ist Viktor Axelsen, gegen den er im diesjährigen EM-Halbfinale nur knapp unterlag, der nominell stärkste Gegner. An einem guten Tag scheint auch gegen Dänemarks Superstar ein Erfolg im Achtelfinale möglich. Unrealistisch scheinen die Hoffnungen der deutschen Fans auf einen Halbfinaleinzug des 32-jährigen also nicht. Ebenfalls realistische Chancen auf einen Medaille dürften sich der Taiwanese Tien Chen Chou, Koreas Wan Ho Shon und Tommy Sugiarto aus Indonesien ausrechnen. 

 

Red

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