Niederlage von Fuchs/Michels - Die Taktikanalyse

Fuchs/Michels mit guter Leistung trotz Niederlage            (Bild: Bernd Bauer)
Fuchs/Michels mit guter Leistung trotz Niederlage (Bild: Bernd Bauer)

ZDF-Reporterin Claudia Neumann attestierte dem deutschen Mixed an den Fernsehbildschirmen einen "gelungenen Einstieg" ins olympische Badmintonturnier. Tasächlich bereiteten Michael Fuchs/Birgit Michels den Olympiasiegern von 2012 größere Probleme als im Vorfeld zu erwarten war. Wir haben den ersten Auftritt unserer DBV-Stars analysiert.

Satz 1: Fuchs/Michels überraschen mit variablem Spiel

Michael Fuchs und Birgit Michels erwischten bei ihren zweiten gemeinsamen Olympischen Spielen einen Start nach Maß. Gut eingestellt durch die deutschen Bundestrainer erspielten sie sich gleich zu Beginn eine kleine Führung gegen die Titelverteidiger Nan Zhang/Zhao Yunlei. Auffallend waren die vielen Variation bei eigenem Aufschlag, mit denen vor allem Michael Fuchs seine Gegner vor das ein oder andere Problem stellte. Die Folge waren viele Angriffssituationen für das deutsche Duo, aus denen nach und nach Kapital geschlagen werden konnte. Aus dem Hinterfeld beschränkte sich Routinier Fuchs hingegen zunächst darauf das Tempo herauszunehmen und nicht zu früh in den Ballwechseln auf harte Schläge zu setzen.

Diese Taktik mündete in einer 12:7-Führung für Deutschlands Top-Mixed. Ab diesem Zeitpunkt änderte sich aber etwas der Ablauf der Ballwechsel, denn den nun wacher wirkenden Chinesen gelang es immer öfters sich selbst den Agriff zu erarbeiten. So erspielten die Weltranglistenersten sechs Punkte in Folge. Auch in den Aufschlagsituationen konnte sich das asiatische Duo merklich steigern.

Nach dieser kurzen Schwächephase fanden Fuchs/Michels wieder besser zu ihrer erfolgreichen Taktik vom Spielbeginn. Es entwickelte sich eine enges Match, in dem Birgit Michels ein ums andere Mal mit starken Aktionen am Netz überzeugen konnte und sich und Partner Fuchs dadurch im Spiel hielt. In der Endphase des ersten Durchganges fehlte dem deutschen Duo dann auch etwas Spielglück. Bezeichnenderweise gelang Gegner Nan Zhang zum Satzgewinn beim Stand von 19:20 aus schlechter Position ein Netzroller.

Satz 2: Gegen Ende setzt sich die Qualität der Chinesen durch

Wer nun erwartet hatte, dass nach diesem unglücklichen Ende des ersten Satzes Fuchs/Michels etwas nachlassen würden, wurde getäuscht. Den beiden gelang wie in Durchgang 1 ein klasse Start. Birgit Michels stellte ihre Kontrahenten immer wieder durch ihr hellwaches und aggressives Spiel am Netz vor große Probleme. Lediglich beim eigenen Aufschlag unterliefen der ansonsten überzeugende deutschen Mixeddame einige leichte Fehler. Zur Pause lagen Fuchs/Michels wie im ersten Satz in Front (11:9).

Kurz darauf folgte eine kurze Schrecksekunde, als Michels bei einem langen Ballwechsel mit dem Fuß umknickte und kurz den Turnierarzt auf den Court rief. Nach einer kurzen Pause ging es aber ohne Beeinträchtigung weiter. Die Ballwechsel wurden im weiteren Spielverlauf etwas kürzer. Beide Paarungen konnten das Niveau aus dem ersten Durchgang nicht halten und erlaubten sich den ein oder anderen einfachen Fehler. Bis 14:14 blieb die Partie ausgeglichen. Erst dann kam es zur ersten kleinen Schwächephase des deutschen Duos, die von den Titelverteidigern eiskalt ausgenutzt wurde. Nan Zhang und Zhao Yunlei erspielten sich beim Stand von 20:16 den ersten Matchball, den sie direkt nutzen konnten und somit erfolgreich in ihr Vorhaben Titelverteidigung starteten. Nach 50 Minuten lautete das Endergebnis 19:21 und 16:21 aus deutscher Sicht. 

 

Ein Auftritt von Fuchs/Michels, der insgesamt Mut macht für die kommenden Aufgaben in der schweren Vorrundengruppe A. Zunächst ist Michael Fuchs aber heute abend an der Seite von Johannes Schöttler im Herrendoppel gefordert. Das nächste Mixed mit deutscher Beteiligung erfolgt morgen. 

Red

Kommentar schreiben

Kommentare: 0