Bundesligastart in Bestbesetzung und mit neuem Regelpaket

Neuzugang aus Malaysia: Goh Giap Chin
Neuzugang aus Malaysia: Goh Giap Chin

Exakt 18 Wochen nach der dramatischen 3:4 Niederlage im Playoff-Halbfinale in Lüdinghausen reist Bundesligist TV Refrath zum Start der Saison 2016/17 genau an diese Wirkungsstätte. Doch bevor man am kommenden Sonntag um 14 Uhr in Lüdinghausen aufschlägt, steht am Samstag um 16 Uhr in der Halle Steinbreche das Heimspiel gegen den 1.BC Düren auf dem Programm,

Beide Spiele bestreitet der TVR in Bestbesetzung. Nach elfmonatiger Bundesligapause steht Fabian Roth wieder im Team und wird das 1. Herreneinzel bestreiten. Der Malaysier Goh Giap Chin ist ebenfalls inzwischen in Deutschland eingetroffen und war ursprünglich nur für den Fall verpflichtet worden, dass Roth nicht fit wird. Heinz Kelzenberg: „Jetzt sind wir in der glücklichen Lage, beide einsetzen zu können, was angesichts des schweren Auftaktwochenendes auch sinnvoll sein wird“.

 

Der 23-jährige Malayier ist zwar nur 1,65 m groß aber auf dem Feld ein riesiger Kämpfer, sehr schnell und mehr als nur ein Ballhalter. Die Zuschauer können sich auf einen sehr attraktive Spielstil freuen. In der Tat sind sowohl Düren als auch Lüdinghausen, falls sie komplett antreten können, gefährliche Gegner. Düren hat sich mit einem komplett neuen Damenkader sowie zwei neuen starken holländischen Herren verstärkt und ist für jeden Gegner unbequem. Und der Vizemeister aus Lüdinghausen, der den Engländer Nottingham gleichwertig durch den Schotten Blair ersetzen konnte, gehört auch in diesem Jahr zu den Mitfavoriten auf die Teilnahme am Playoff-Halbfinale.

 

Doch Heinz Kelzenberg zeigt sich optimistisch: „Auch wir werden alles daransetzen, erneut die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft zu erreichen“. Ein guter Saisonstart wäre von Vorteil, daher zeigt sich der Refrather Vorsitzende auch glücklich, neben Roth und Goh seine vier besten Doppelspieler im Team aufbieten zu können. Mit den Brüdern Sam und Joshua Magee sowie Fabian Holzer und Richard Domke ist der TV Refrath für die Saison auch in den neuerdings zwei gespielten Herrendoppeln sehr gut aufgestellt. Kelzenberg: „Vor allem sind wir in der Lage, die Doppel zu mischen, ich kann mir alle Kombinationen vorstellen“.

 

Ein weiteres „Pfund“ wirft der TV Refrath auch bei den Damen in die Waagschale: Die beiden Olympiateilnehmerinnen Carla Nelte und Chloe Magee sind am Wochenende natürlich mit dabei und machen das Refrather Bundesligateam komplett. Auf beide warten alles andere als leichte Aufgaben, denn die Damenbesetzungen der Gegner sind ebenfalls hochklassig. Bei Düren erwartet man neben der jungen Holländerin Cheryl Seinen noch Maria Ulitina (Ukraine), die in Rio auf sich aufmerksam machte. Die Gegnerinnen am Sonntag in Lüdinghausen sind nicht minder hochklassig mit den deutschen Spitzenspielerinnen Karin Schnaase und Yvonne Li sowie der Holländerin Eefje Muskens.

 

Gespannt darf man auf die zahlreichen Neuerungen sein, die ab dieser Saison in den Bundesligen eingeführt wurden:

 

Sieben statt sechs Matches:

Die Anzahl der Matches einer Begegnung von 1. und 2. Liga wurde angepasst. Bisher gab es in der Bundesliga sechs Spiele, in Liga zwei dagegen acht Partien. Ab heute werden in beiden Ligen nun sieben Partien ausgetragen. Für die Erstligisten kommt das 2. Herrendoppel hinzu, für die Zweitligisten entfällt das 3. Herreneinzel.

 

Änderung der Zählweise analog zu weltweiter Testphase:

Kurzfristig konnte man sich auf eine Änderung der Zählweise einigen. Gespielt werden ab Beginn der Saison 2016/2017 pro Partie drei Gewinnsätze bis elf Punkte, wobei eine Verlängerung bis 15 Punkte bei Gleichstand möglich ist. Steht es 10:10, gewinnt die Seite, die sich zuerst zwei Punkte Vorsprung erspielen kann. Kommt es dabei zu einem 14:14-Zwischenstand, ist der folgende Punkt zum 15:14 entscheidend. Dieses Zählsystem testet der Weltverband BWF nach den Olympischen Spielen auch auf internationalen Turnieren.

 

Wertung eines Mannschaftsspiels:

Um beiden Vereinen, die an einer Begegnung beteiligt sind, einen Anreiz zu bieten, bis zum Schluss um jeden Ball zu kämpfen, ist angedacht, bei einem Endstand von 7:0 bzw. 6:1 der Siegermannschaft drei Punkte für die Partie zuzusprechen. Geht diese 5:2 aus, soll der Gewinner zwei Punkte erhalten, steht es nach den sieben Matches 4:3, erhält der Gewinner zwei Punkte und der unterlegene Verein einen Punkt. Auch für die Zuschauer bliebe eine Begegnung bei dieser Form der Wertung bis zum Schluss spannend.

 

Playoff-Modus zur Ermittlung der Deutschen Meisterschaft:

Waren bisher die ersten drei Teams der regulären Runde für den Meisterschaftskampf qualifiziert, werden es in Zukunft die besten sechs Teams sein. Dabei greifen der Erste und Zweite der Tabelle erst im Halbfinale ein. Die dritt- bis sechstplatzierten Vereine spielen in zwei Viertelfinals die restlichen zwei Halbfinalteilnehmer aus. Im Halbfinale trifft der Tabellenerste dann auf den am schlechtesten platzierten Viertelfinalsieger. Die Spiele der Vorschlussrunde (samstags) werden dabei wie das Finale und das Spiel um Platz 3 (sonntags) im Rahmen eines neugeschaffenen Final-Four ausgetragen.

 

Heinz Kelzenberg

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