DBV ab 2017 mit neuem Trainerteam: Ehemalige Nationalspieler als Bundestrainer, Bundesstützpunkte werden umstrukturiert

Vom Spieler zum Trainer: Johannes Schöttler
Vom Spieler zum Trainer: Johannes Schöttler

Mitte März 2016 gaben die Verantwortlichen im Deutschen Badminton-Verband (DBV) die
Verpflichtung von Detlef Poste als neuen Chef-Bundestrainer ab dem 1. Januar 2017 bekannt. Nun steht auch fest, wie die übrigen Bundestrainerpositionen im DBV besetzt sind.

Frühere Doppelpartner neuerdings gemeinsam als Trainer tätig
Dabei setzt der olympische Spitzenverband auf zahlreiche „Eigengewächse“. So wird z. B. der mehrmalige Deutsche Meister im Herrendoppel und zweimalige Olympiateilnehmer (2012 und 2016), Johannes Schöttler, als Bundesstützpunkttrainer für die Disziplinen Doppel und Mixed am Bundesstützpunkt in Saarbrücken tätig sein. Die gleiche Funktion wird in der Landeshauptstadt des Saarlandes der 97-malige deutsche Nationalspieler Ingo Kindervater ausüben. Der Olympiateilnehmer von 2012 bildete über viele Jahre mit Johannes Schöttler ein erfolgreiches Herrendoppel.


Die Leitung für den Bereich Doppel und Mixed übertrug die DBV-Führung Diemo Ruhnow. Der 35- Jährige ist seit 2013 in Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen) für die Doppel- und Mixeddamen zuständig, von denen sich mit Birgit Michels, Johanna Goliszewski und Carla Nelte drei für die Olympischen Spiele 2016 qualifizierten. Insgesamt ging der DBV in Rio mit der Rekordteilnehmerzahl von sieben Aktiven an den Start.


Stelle des Bundestrainers Wissenschaft/Lehre eingeführt
Ebenfalls in Saarbrücken wird der neue Bundestrainer Wissenschaft/Lehre angesiedelt sein. Dieser wird zum einen für die systematische Analyse des Weltstandniveaus sowie für die Umsetzung der daraus gewonnenen Erkenntnisse im Training der Bundes- und Nachwuchsstützpunkte verantwortlich sein und zum anderen Deutschland bereisen, um eine bundesweite Lehrreform umzusetzen. Diese Funktion kommt Hannes Käsbauer, dem ersten Absolventen der Elite-Trainer-Ausbildung im DBV, zu.


Wir versprechen uns sehr viel von dieser neuen Stelle – sowohl im Hinblick auf die Trainingsqualität als auch in Bezug auf die Qualität der Trainerausbildung und mittelfristig entsprechend auch für die Athletenausbildung an der Basis“, so Dietrich Heppner. Der für den Leistungssport zuständige Vizepräsident im DBV zeigt sich sehr zufrieden darüber, dass der DBV den ehemaligen Nationalspieler und Aktivensprecher im DBV für die Aufgabe gewinnen konnte.


Umstrukturierung der Bundesstützpunkte vorgesehen
Mit der ab dem 1. Oktober 2017 geplanten Umstrukturierung der Bundesstützpunkte – in Mülheim an der Ruhr werden künftig alle Einzelspezialisten trainieren, während all jene Badmintonasse, die ihren Fokus auf die Disziplinen Doppel und Mixed legen, in Saarbrücken zu Hause sein werden – wird auch der bisherige Bundestrainer Herreneinzel, Xu Yan Wang, seinen Dienstort nach Mülheim verlegen.


An seiner Seite wird Manfred Ernst tätig sein, der aktuell als Nationaltrainer in Österreich fungiert, nachdem er dort von 2004 bis 2012 bereits für die Jugendnationalmannschaft verantwortlich zeichnete. Xu Yan Wang und Manfred Ernst werden gleichberechtigt als Team agieren, beide haben die Funktion des Bundestrainers Einzel inne.


Für die Einzeldisziplinen benannten die Verantwortlichen im DBV zunächst keinen Leitenden Bundestrainer. Derzeit existiert in Bezug auf die Bundesstützpunkte eine Geschlechtertrennung: Alle Damen trainieren in Mülheim an der Ruhr, alle Herren in Saarbrücken.


Chef-Bundestrainer neuerdings auch Technischer Direktor
Als wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung der Leistungssportkultur in der Sportart Badminton in Deutschland sieht Dietrich Heppner auch die Neuausrichtung der Stelle des Chef-Bundestrainers. Diese wird um die Funktion des Technischen Direktors ergänzt. „Detlef Poste wird im Gegensatz zu seinen Vorgängern nicht direkt mit den Athleten arbeiten, sondern eine Qualitätssteuerung über die Führung und Beratung der Bundestrainer vornehmen.

 

Zudem sollen die Landesverbände und die herausragenden Vereine unterstützt und Leitlinien für den Nachwuchsleistungssport erstellt und umgesetzt werden. Wir gehen davon aus, dass wir die Umsetzung der richtigen und wichtigen Maßnahmen im gesamten deutschen Leistungs-Badminton mit dem neuen System gut hinbekommen“, blickt der Vizepräsident Leistungssport nach vorn. Detlef Poste wird zugleich als Leiter des Stützpunktes Mülheim an der Ruhr fungieren. Die Leitung des Stützpunktes in Saarbrücken obliegt weiterhin DBV-Sportdirektor Martin Kranitz.

 

Keine personellen Veränderungen im Jugendbereich

Im Bereich Jugend setzt der DBV auf Kontinuität: Die Verträge mit Matthias Hütten (Bundestrainer Jugend) und Danny Schwarz (Assistenz-Bundestrainer Jugend) wurden ebenso verlängert wie jene mit Dr. Dirk Nötzel (Bundestrainer Talententwicklung) und Anja Weber (Bundesstützpunktrainerin). Letztere wird im Deutschen Badminton-Zentrum in Mülheim an der Ruhr sowohl im Jugend- als auch im Erwachsenenbereich tätig sein. Klärungsbedarf besteht noch hinsichtlich der zukünftigen Leitung und Ausrichtung des Talentteams Deutschland U16-14.

 

Optimistischer Blick nach vorn

Mit der neuen Struktur und dem neuen Trainerteam sieht Dietrich Heppner große Chancen, das Ziel, bei Olympischen Spielen eine Medaille zu gewinnen, spätestens in acht Jahren erreichen zu können: „Wir haben großes Potenzial in der neuen, jungen Spielergeneration und in der Qualität der Trainer- und Athletenausbildung im Nachwuchsbereich. Hier zeigt Dänemark, was mit professioneller Trainerausbildung und langjähriger Weltklasse-Trainingskultur möglich ist. Das können wir auch schaffen!“

Claudia Pauli
(Pressesprecherin DBV)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0