Mülheim vor ersten "echten" Heimspiel

Bild: 1. BV Mülheim
Bild: 1. BV Mülheim

In der Deutlichkeit überraschend hielt sich am vergangenen Wochenende die Bundesligamannschaft des 1. BV Mülheim mit einem 6:1 Auswärtserfolg beim FC Langenfeld schadlos. Mit gehörigem Rückenwind ausgestattet, startet der deutsche Rekordmeister vom Tabellenplatz fünf in den nun folgenden Doppelspieltag. Zunächst führt die Reise am Sonntag in das Saarland zum aktuellen Titelträger 1. BC Bischmisheim und zwei Tage später tritt der 1. BVM zum ersten echten Heimspiel der laufenden Saison gegen den TSV Trittau an.

 

 

Eine wahre Herkulesaufgabe wartet mit dem 1. BC Bischmisheim auf die Truppe um Bundesligamanager Steffen Hohenberg. Die mit unzähligen Nationalspielern gespickte Truppe geht somit als hoher Favorit in den sonntäglichen Vergleich. Allein ein nüchterner Blick auf die Weltranglisten verrät, mit welcher Personalstärke der amtierende Deutsche Meister auch in dieser Saison ihren Titel verteidigen will: Allein acht Spieler werden in ihren Disziplinen unter den TOP-50 Spielern der Welt gelistet. Der 1. BVM kann derzeit nur zwei TOP-50 Spielerinnen vorweisen. Doch Bange machen gilt nicht. Zum einen lieferte der 6:1-Auswärterfolg dem BVM eine gehörige Portion Selbstvertrauen und zum anderen scheint der 1. BC Bischmisheim in dieser Saison doch verwundbar zu sein. Zwei ihrer bisherigen drei Saisonerfolge wurden nur denkbar knapp mit 4:3 eingefahren. „Im Herreneinzel könnte vielleicht etwas gehen“, spekuliert der Mülheimer Teammanager, da sich der Mülheimer Olympionike Niluka Karunaratne letztes Wochenende sehr spielfreudig zeigte und sein potentieller Gegner Marc Zwiebler erst Samstagabend aus Korea zurückerwartet wird. Erreicht die deutsche Nummer 1 bei den mit 600.000 $ dotierten Korea Open, wie eine Woche zuvor bei den Japan Open, das Halbfinale, scheint sein Einsatz gar gänzlich ausgeschlossen zu sein. Auch wenn man dann doch am Ende mit leeren Händen aus dem Saarland abreist, wird das zu verschmerzen sein. Denn gegen die Übermannschaft aus dem Saarland muss jede Bundesligamannschaft unter normalen Umständen eine Niederlage einplanen.

 

Nachdem das erste Heimspiel des 1. BV Mülheim im niedersächsischen Cloppenburg ausgetragen wurde, startet am Dienstag die echte Heimpremiere in der RWE-Sporthalle. Ab 19:00 Uhr empfängt man den TSV Trittau. Dabei gilt es, eine Serie zu verteidigen. Alle sechs bisherigen Bundesligavergleiche endeten mit einem Mülheimer Erfolg. Und wie schon so oft in der Vergangenheit, kommt den zuerst ausgetragenen Doppeln eine entscheidende Bedeutung zu. „Am Anfang brauchen wir unbedingt ein Doppelsieg für die Moral“, gibt Steffen Hohenberg die Marschrichtung vor. Für den Neu-Mülheimer Robin Tabeling wird es ein besonderer Vergleich werden. Drei Jahre trug der Niederländer das Trikot des TSV Trittau, bevor er im Sommer an die Ruhr wechselte. Insofern brennt er besonders auf seinen Einsatz im Herrendoppel und im Mixed. Und gerade im Doppel wird er eine kniffelige Aufgabe zu lösen haben. Die Lücke, die Tabeling mit seinem Wechsel in den Trittauer Kader riss, haben die Schleswig-Holsteiner exzellent schließen können. Mit dem Mexikaner Job Castillo wechselte nicht nur die aktuelle Nummer 45 der Doppelweltrangliste nach Trittau, auch im Einzel findet er sich unter den TOP-100 der Welt wieder. Insofern ist Castillo ein Allround einsetzbarer Racketkünstler. Seine bisherigen Saisonleistungen unterstreichen diese Tatsache: Er gewann alle Doppelvergleiche und im Einzel musste er bislang nur eine Niederlage einstecken.

 

„Trittau ist in dieser Saison sehr ausgeglichen besetzt und damit ein echt unangenehmer Gegner“, urteilt Steffen Hohenberg vor dem Vergleich. Insbesondere im Dameneinzel und im Mixed sieht er den 1. BV Mülheim im Vorteil. Auch ein Niluka Karunaratne in Normalform sollte seinen schwedischen Gegner Mikael Westerbäk in Schach halten können. Damit würde dem ersten echten Heimerfolg eigentlich nur noch ein weiterer Spielerfolg im Wege stehen. Vielleicht ebnet ein Doppel zum

 

Spielbeginn den Weg. Es wäre zumindest die von Hohenberg erhoffte Initialzündung, um sich auch nach dem fünften Spieltag in der oberen Tabellenhälfte wiederzufinden.

 

Dr. Kai Kulschewski (Pressesprecher) 

 

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