Fragwürdige Regeländerung: Trifft neue BWF Regelung gegen Match Fixing die Falschen?

Erster Leidtragender der neuen BWF Regel: Ajay Jayaram (Bild: Bernd Bauer)
Erster Leidtragender der neuen BWF Regel: Ajay Jayaram (Bild: Bernd Bauer)

Mit einer neuen Regelung, die vor knapp einem Jahr verabschiedet wurde, möchte die BWF dem häufig kritisierten "Match Fixing" endlich einen Riegel vorschieben, doch die erste Anwendung dieser Regel bei dem Inder Ajay Jayaram sorgt nun bereits für heftige Diskussionen und wirft Fragen über die Sinnhaftigkeit der Veränderung auf.

Jayaram, der vor wenigen Jahren auch in der Bundesliga aktiv war, gehört zu den Topspielern Indiens und zeigte sich in den vergangenen Wochen in Topform. Vor seiner jüngsten Finalteilnahme bei den Dutch Open erreichte der 29 jährige das Viertelfinale der Korea Open und stand in der Vorwoche bei den Japan Open im Achtelfinale. Doch kurz nach seinem Sprung unter die letzten Acht in Korea, stellte er plötzlich fest, dass er statt der erwarteten 3600 Punkte aus Tokio keinen einzigen Zähler gutgeschrieben bekommen hatte. Im dortigen Zweitrundenmatch gegen seinen Landsmann Srikanth Kidambi zog sich Jayaram eine Verletzung am Fuß während des ersten Durchgangs zu und gab das Spiel beim Stand von 16:21 auf.

 

Er und sicher auch viele andere Spieler wussten zu diesem Zeitpunkt noch nichts, von einer neuen Regelung der BWF, die dem oft kritisierten "Match Fixing" einen Riegel vorschieben soll.  Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu großen Eklats aufgrund von kampflosen Spielen in landesinternen Duellen, ohne konkrete Hinweise auf Verletzung oder Krankheit. Vor allem China und Korea standen meist im Fokus und einige Coaches gaben Absprachen vor den Spielen sogar offen zu. Die neue Regel hat nun zur Folge, dass Spieler, im Falle einer Aufgabe gegen einen Spieler aus dem selben Land, keine Weltranglistenpunkte für das jeweilige Turnier erhalten.

Jayaram zeigte sich bestürzt über die Konsequenzen aus seiner verletzungsbedingten Aufgabe und kritisierte die neue Regelung, die zwar aus nachvollziehbaren Aspekten verabschiedet wurde, aber aus vielen Gründen eine sehr fragwürdige "Lösung" des Problems sein dürfte. So konnte die 23 der Weltrangliste nach seiner Aufgabe sechs Tage später in Korea wieder spielen und schaffte, wie bereits angesprochen, den Sprung ins Viertelfinale. Mit dem Wissen über die Regelung hätte er laut eigener Aussage aber nicht gewusst, ob er das Spiel vielleicht sogar verletzt beendet und damit auch eine schlimmere Verletzung riskiert hätte.

 

Zudem dürfte die Regelung an der Problematik der abgeschenkten Spiele kaum etwas ändern. Zwar werden viele dieser Spiele in Zukunft ausgetragen werden, aber an der Möglichkeit von Absprachen wird es wohl kaum etwas ändern. Ob es hier zu attraktiven Spielen kommen wird ist sicher mehr als fraglich und meist wird die neue Regelung vermutlich die Falschen treffen. Es bleibt zu hoffen, dass Fälle wie dieser Seltenheit bleiben und in Zukunft keine Qualifikationen entscheiden, oder Spieler gesundheitlich in Gefahr bringen.

 

Red

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