Ohne Trainer in die Weltspitze: Die verrückte Geschichte der Beiwen Zhang

Beiwen Zhang (Bild: Bernd Bauer)
Beiwen Zhang (Bild: Bernd Bauer)

Bei der Siegerehrung kullerten große Tränen über das Gesicht von Beiwen Zhang. Trotz einer phänomenalen Woche in Paris, konnte sich die Sensationsfinalistin aus den USA zunächst nicht über ihren zweiten Platz bei den French Open freuen. Zu groß war die Enttäuschung über ihre Leistung im Endspiel: "Ich hätte mich endlich beweisen können, doch das habe ich heute nicht geschafft," erklärte die geborene Chinesin kurz nach dem Finale über Facebook. Doch auch wenn sie heute gegen He Bingjiao chancenlos blieb, hatte sie sich in den vergangenen Tagen sicher mehr als bewiesen und war eine der großen Geschichten des Turniers.

Es waren vor allem die Umstände, unter denen der ehemaligen singapurischen Nationalspielerin der Finaleinzug gelang, die ihre Leistung so besonders machten. Seit zwei Jahren lebt Zhang in den USA und das ohne Trainer und nach eigener Aussage auch mit kaum Halleneinheiten. Hierfür müsste sie von ihrer Heimatstadt Las Vegas bis nach San Francisco fahren. Kaum zu stemmen für die Spielerin, die aus armen Verhältnissen stammt und auch jede Turnierreise deshalb sorgfältig planen und kalkulieren muss.

 

So arbeitet die 26 Jährige meist an ihrer Fitness und sagt selbst sie profitiert von ihrer Zeit in China und Singapur, doch häufig merkte sie vor allem in knappen und langen Spielen, dass ihr das Gefühl am Schläger fehlt. Bis vor einem Jahr stand sie beim BC Düren unter Vertrag und hob auch hervor, dass sie durch ihre Zeit in Deutschland viel Spielpraxis sammeln konnte. So gelangen ihr im Vorjahr die ersten Grand Prix Siege, doch auf der ganz großen Bühne ging es bisher noch nie ganz weit nach vorne.

 

Doch mit ihrem Zweiten Platz bei den French Open setzte die Wahlamerikanerin nun entgegen aller Wahrscheinlichkeit ein Ausrufezeichen. Ob es eine Eintagsfliege bleibt, wird sich zeigen. In der Weltrangliste kratzt Beiwen Zhang derzeit aber schon immerhin an den Top 10 und ihre Reaktion nach der Finalniederlage beweist auf jeden Fall Eines: Wenn es nach ihr geht, war das gerade erst der Anfang.

 

Red

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