Großbritannien in Schockstarre: Keine Badmintonförderung bis Tokio

Bild: Bernd Bauer
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Knapp vier Monate ist es her, dass Chris Langridge und Marcus Ellis sensationell Bronze bei den Olympischen Spielen in Rio erkämpften. Mit Rajiv Ouseph schaffte zudem ein Herreneinzelspieler von der Insel erstmals den Sprung unter die letzten Acht. Auch wenn die Medaillenhoffnungen der Adcocks bereits in der Gruppe zerplatzten waren es dennoch die erfolgreichsten Spiele für Großbritanniens Badmintonprofis  seit 2004. Umso überraschender kam nun die Nachricht, dass UK Sports sämtliche Fördergelder für Badminton für den nächsten Olympiazyklus gestrichen hat.

"Wir sind geschockt von dieser Entscheidung. Es ist völlig unverständlich!" äußerte sich Großbritanniens Chief Executive Adrian Christy. Verständnislosigkeit ist die vorherrschende Meinung unter Spielern und Funktionären, nach der mehr als überraschenden Nachricht des Dachverbandes. Nie zuvor konnte eine Sportart eine olympische Medaille gewinnen und verlor anschließend sämtliche Fördergelder.  Eine Entscheidung mit gravierenden Konsequenzen, die die Badmintonnation in den nächsten Jahren vor eine Zerreißprobe stellen könnte.


345 Millionen Pfund sollen bis zu den nächsten olympischen Spielen in Tokio in 31 verschiedene olympische und paralympische Sportarten investiert werden. Badminton ist hier eine von nur fünf Sportarten, die komplett ohne Förderung auskommen muss. Eine Entscheidung die man so nicht akzeptieren möchte. Inzwischen wurde eine Petition von Badminton England ins Leben gerufen, um gegen die Entscheidung zu protestieren. Die 10.000 Stimmen, die eine Antwort der Regierung erforderlich machen, sind bereits erreicht. 100.000 Stimmen würden bedeuten, dass der Fall im Parlament diskutiert werden könnte.

 

Red

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