"Frostiges" Verhältnis und All England in Gefahr

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Es war ein turbulenter Start ins Jahr 2017 für Malaysias Badmintonstar Lee Chong Wei. Lee, der nach seinem dritten Olympiasilber im Vorjahr seine Karriere zur Freude zahlreicher Badmintonfans mindestens bis zu den diesjährigen Weltmeisterschaften verlängerte, muss aktuell um einen Start bei den prestigeträchtigen All England Championships bangen. Grund hierfür ist ein Außenbandriss, den sich der derzeitige Weltranglistenerste am Anfang des Monats im Training zuzog und bei dem vor allem die Umstände für mächtig Gesprächsstoff und Ärger zwischen ihm und Morten Frost sorgten.

Nachdem das Verhältnis zwischen Lee und dem Dänen, der als technischer Direktor in Malaysia aktiv ist, schon seit Längerem als sehr angespannt galt, sorgte die Verletzung nun für zusätzlichen Zündstoff. Anfang des Monats zog das malayische Badminton Nationalteam in ihr neues Trainingszentrum, bei dem zahlreiche Spieler sofort die rutschigen Matten bemängelten. Darunter auch der Einzelstar, der sich vor allem nach einer Verletzung eines Trainingspartners auf einer der Matten besorgt zeigt und neue Courts forderte.

 

"Diese Verletzungen hätten vermieden werde können." äußerte sich ein frustrierter Lee Chong Wei gegenüber der malayischen Zeitung The Star, nachdem seinen Forderungen nicht nachgegangen wurde und er wenig später selber ausrutschte und sich am Knie verletzte. Verantwortlich für den Zwischenfall machte er vor allem Morten Frost, der nach seiner Aussage zwar von den Problemen wusste, aber nichts unternahm.

 

Nachdem Chong Wei sogar seinen Rücktritt aus der malayischen Nationalmannschaft androhte, sah man sich beim Verband gezwungen, eine Lösung zu finden, um die Situation zu deeskalieren. Hierfür wurde für Lee nun eine eigene Trainingsgruppe mit insgesamt fünf Herreneinzelspielern geschaffen, die ihm im Hinblick auf die Weltmeisterschaften helfen soll, sich ideal vorzubereiten. Die Leitung der Gruppe übernimmt Hendrawan, einer der malayischen Nationaltrainer. Morten Frost hat bei dem "Spezialprojekt" kein Mitspracherecht und ist für die restlichen Nationalspieler verantwortlich.

 

Inzwischen gibt es aber auch positive Nachrichten für die Fans des Malayen. Nach Medienberichten ist der Ausnahmespieler seit Freitag wieder zurück auf dem Feld und sogar ein Start in Birmingham, wo er übernächste Woche seinen vierten All England Titel holen möchte, scheint möglich zu sein.

 

Red

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