Kento Momota früher zurück als erwartet?

Bild: Bernd Volker Brahms
Bild: Bernd Volker Brahms

Ein Skandal, der 2016 die japanische Badmintonwelt erschütterte, nimmt nun eventuell eine unerwartete Wendung. Kento Momota, Japans damalige Nummer eins im Herreneinzel, wurde auf unbestimmte Dauer vom japanischen Landesverband gesperrt, nachdem er beim (in Japan) illegalen Glücksspiel erwischt wurde. Nachdem Momota mit vier Superseries-Siegen und einer Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften 2015 in der Tasche auf der Weltrangliste bis auf den zweiten Platz vorgerückt war, galt er als Mitfavorit auf Edelmetall bei den olympischen Spielen in Rio.

Der Geschäftsführer des japanischen Badmintonverbands (NBA) Kinji Zeniya ließ nun gegenüber einer lokalen Zeitung verlauten, dass aktuell diskutiert werde, die Sperre zum 10. April aufzuheben. Dazu sei allerdings eine "nahezu 100%-Zustimmung" innerhalb des Verbands notwendig.

 

Während seiner Sperre engagierte sich Momota bei Wohltätigkeitsveranstaltungen und trainierte mit dem Badmintonteam NTT East. Dort sei er "fleißig" und mit einer "great attitude" bemüht, sich zu rehabilitieren. Sein Teamkollege Kenichi Tago, der 2016 ebenfalls erwischt wurde, erhielt so eine Chance nicht - seine Sperre war dauerhaft, er flog aus dem nationalen Team.

 

Japan hat in jeder Disziplin Spieler, die sich mindestens im Bereich der Top 20 bewegen. Beim Herreneinzel muss man jedoch momentan lange suchen: Erst auf Platz 44 findet sich Takuma Ueda, der sich bei den German Open 2017 bis ins Halbfinale gekämpft hat, bei Turnieren blieben jedoch bisher die großen Siege aus.

 

Die NBA kann also kaum auf ein Talent wie Momota verzichten - die nächsten Wochen werden zeigen, ob er bald wieder auf den internationalen Courts zu sehen sein wird.

 

Simon Hölscher

Kommentar schreiben

Kommentare: 0