Zerplatzte Hoffnungen und gerissene Schläger: All England Finalisten ermittelt

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Die Finalisten der All England Championships 2017 sind ermittelt. Nach 5 spannenden Turniertagen geht es heute um die begehrten Titel des prestigeträchtigsten Turniers des Jahres. Trotz toller Spiele hielt der gestrige Halbfinaltag für viele Fans zwei herbe Enttäuschungen parat. Zunächst wurden im Mixedhalbfinale die Herzen der heimischen Fans gebrochen, bis dann der erst 21 Jahre junge Shi Yuqi die Hoffnungen auf ein Traumfinale im Herreneinzel zerplatzen ließ.

Traumfinale geplatzt:

Es erschien zunächst wie eine Geschichte aus dem Bilderbuch. Lin Dan und Lee Chong Wei bahnten sich in den vergangenen Tagen ihren Weg in Richtung Endspiel, während die anderen Mitfavoriten nach und nach aus dem Turnier flogen. Nachdem Lee in seinem Halbfinale gegen German Open Sieger Chou Tien Chen Satz eins abgeben musste, schaltete der Malaie noch einmal einen Gang hoch und zog am Ende ungefährdet ins Finale ein. Alle rechneten damit, dass auch sein großer chinesischer Widersacher in Kürze folgen würde, doch ein 12 Jahre jüngerer Landsmann des Superstars verhinderte den großen Showdown.

 

Shi Yuqi, Jugendolympiasieger von 2014, zeigte bereits im Vorjahr durch Siege bei den Bitburger und French Open, dass er inzwischen in der Weltspitze angekommen ist. Ohne Satzverlust schleichte er sich fast unbemerkt im Schatten der großen Stars ins Halbfinale. Dennoch wurde er von Vielen unterschätzt, blieben junge Chinesen gegen "Superdan" in den vergangenen Jahren doch eher chancenlos. Aber der Doppelolympiasieger konnte drei Satzbälle in Durchgang eins nicht nutzen und musste sich am Ende mit 22:24 und 11:21 geschlagen geben.

 

Gerissener Schläger zum schlechtesten Zeitpunkt:

Im Mixed gab es kurz zuvor vor allem für die heimischen Fans eine ganz bittere Niederlage. Chris und Gaby Adcock, die vor den eigenen Fans in den vergangenen Tagen zu Höchstform aufliefen, waren nur einen Punkte vom Einzug ins Finale entfernt, doch bei 20:19 und Matchball im Entscheidungssatz riss der Schläger von Chris Adcock und verhindert womöglich den Finaleinzug. Nur drei Punkte später waren es dann ihre chinesischen Gegner Lu Kai und Huang Yaqiong, die jubelnd zu Boden gingen.

 

Im Herrendoppel erwischte es eine weitere Titelhoffnung für Europa. Mads Conrad und Mads Pieler Kolding boten den Fans in Birmingham wie gewohnt spektakuläre Ballwechsel und ganz viel Kampfgeist. Am Ende reichte es aber nicht ganz gegen die Indonesier Marcus Fernaldi Gideon und Kevin Sanjaya Sukamuljo, die sich mit 19:21 21:13 und 21:17 ihren Platz im Finale erspielten.

 

Im Dameninzel kommt es zum Duell zwischen der Weltranglistenersten Tai Tzu Ying und Thailands Ratchanok Intanon. Letztere lag im Viertelfinale gegen Olympiasiegerin Carolina Marin mit 11:18 im Entscheidungssatz zurück, drehte das Spiel aber mit 10 Punkten in Folge herum und räumte auch Japans Akane Yamaguchi im gestrigen Halbfinale aus dem Weg. Sie und Tai spielten bereits 13 Mal gegeneinander. Im direkten Vergleich führt Intanon knapp mit 7:6, doch nach dem starken letzten Jahr ihrer Gegnerin geht Tai als leichte Favoritin in  das Endspiel.

 

Die einzige europäische Beteiligung gibt es im Damendoppel. Nach dem Ausscheiden der Adcocks und von Conrad/Kolding sind Kamilla Rytter Juhl und Christinna Pedersen die letzten Nichtasiaten, die eine Chance auf einen Titel haben. Sollte den beiden dänischen Powerdamen der Sieg gelingen, wäre es der erste europäische Erfolg seit 36 Jahren.

 

Red

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