Turnierreform des BWF: Mehr Preisgeld, mehr Turniere

Die höchste und prestigereichste Turnierserie des Badminton-Weltverbandes (BWF), die World Super Series, steht vor einer großen Reform. Für 2018-2021 wird eine gänzlich neue Turnierstruktur eingeführt, die Freud und Leid für die bisherigen Gastgeberländer bringt. Aufgewertet werden die bisherigen Grand Prix Gold-Turniere, die mit in die neue Serie einbezogen werden. 

Bisherige Turnierstruktur: Grand Prix Gold und aufwärts
Bisherige Turnierstruktur: Grand Prix Gold und aufwärts

Bisher war es nur in den 12 Turnieren der Super Series Reihe möglich, sich für das Saisonfinale in Dubai zu qualifizieren. Die Turniere der Grand Prix Gold-Klasse boten zwar die Möglichkeit, Weltranglistenpunkte zu sammeln, waren aber sonst unabhängig von der Super Series-Reihe.

 

Innerhalb der höchsten Klasse wurde lediglich unterschieden zwischen Super Series und Super Series Premier. Letztere Klasse bringt mehr Weltranglistenpunkte ein und eher höhere Preisgelder. Die Reform bringt eine feinere Abstufung und insgesamt deutlich erhöhte Preisgelder:

Neue Turnierserie ab 2018
Neue Turnierserie ab 2018

Das hoch dotierte Finale ist das Abschlussturnier für Turniere aller Klassen. Das niedrigste Level ist für ca. 10 Turniere vorgesehen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststehen. Alle Mitgliedsverbände des BWF können sich hier für ein Turnier bewerben.

 

Die Gewinner:

  • Das Saison-Finale (Veranstaltungsort noch unklar) erhält ein dickes Plus von 500.000 $.
  • Die ehemaligen Superseries-Premier Turniere in England und China werden aufgewertet auf mindestens 1.000.000 $ Preisgeld.  Japan und Frankreich erhalten eine starke Aufwertung, das Preisgeld wird sich von 325.000$ mindestens auf 700.000$ verdoppeln.
  • Indonesien, China und Malaysia erhalten ein weiteres Turnier mit mindestens 350.000$ Preisgeld. Damit wird in China ab 2018 die Rekordsumme von mindestens 1.700.000 $ ausgeschüttet.
  • Thailand erhält erstmals ein Turnier, das sich auf ehemaligem Superseries-Niveau bewegt. Auch Spanien darf sich über den Aufstieg in die nun höchste Turnierserie der BWF freuen.
  • Auch Spanien ist nun Ausrichter eines Großevents
  • Alle Grand Prix Gold-Turniere erhalten ein Preisgeld von mindestens 150.000 $, lediglich Taiwan muss hier eventuell leichte Abstriche machen, da das Preisgeld vorher 200.000 $ betrug.

 

Die Verlierer:

  • Das bisher so hoch bewertete Turnier in Australien wird zusammengeschrumpft auf Grand Prix Gold-Level. 
  • Deutschland erhält weiterhin kein Turnier auf Super Series-Level. Unklar ist aber auch, ob sich die Veranstalter der Bitburger bzw. German Open überhaupt um eine Aufwertung bemüht haben. Sicher ist nur, das beide Turniere künftig nicht mehr die gleiche Turnierkategorie haben werden.

Noch unklar sind die Verteilung der Weltranglistenpunkte, die zeitliche Verteilung der Turniere im Jahr, sowie die Teilnehmerstruktur. So ist unter anderem im Gespräch, für die Turniere der höheren Klassen keine Qualifikation mehr stattfinden zu lassen, sodass sich eine Teilnahme nur durch einen entsprechend hohen Weltranglistenplatz ergibt.

 

 

Simon Hölscher

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