Glasgow hat seine Heldin

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Aus Sicht des heimischen Publikums fand die diesjährige Weltmeisterschaft am vierten Turniertag ihren bisherigen Höhepunkt, denn eine Lokalmatadorin sorgte für eine der großen Turnierüberraschungen in Glasgow. Kirsty Gilmour, Nummer 16 der Setzliste und große schottische Badmintonhoffnung, schlägt nach über 70 Minuten die deutlich höher eingeschätzte Chinesin He Bingjiao und kämpft damit morgen um eine Medaille bei ihrer Heim-WM.

 

Bereits im ersten Satz erwischte die Vizeeuropameisterin der vergangenen beiden Jahre einen hervorragenden Start, zog mit 10:1 davon und ließ die Menge mit einem 21:14 in Durchgang eins lauter werden. Nach 15:21 im zweiten Satz konnte der Liebling der Massen im Entscheidungssatz sofort wieder die Führung übernehmen und gab diese bis zum Ende nicht mehr ab. Vor allem durch ihren Kampfgeist brachte die sympathische Schottin die Emirates Arena zum Kochen und beschert dem Gastgeber mit dem Viertelfinale bereits einen riesigen Erfolg.

Carolina Marin (Bild: Bernd Bauer)
Carolina Marin (Bild: Bernd Bauer)

Aus europäischer Sicht gibt es im Dameneinzel aber noch eine Spielerin, die scheinbar, wie auch in den Vorjahren, wieder auf den Punkt genau in absoluter Topform ist: Carolina Marin. Die allen durch ihre oft lautstarken Freudes- (oder Leid-)bekundungen bekannte Spanierin ist nach drei zweiten Plätzen bei vergangenen Superseriesturnieren, und ansonsten eher durchwachsenen Resultaten, wieder heiß auf Gold. Am dritten Turniertag wirft sie die Dänin Mia Blichfeldt hochkant mit 21:7, 21:11 aus dem Turnier und unterstreicht, wie schon in den Runden zuvor, ihre Titelambitionen, welche sie bereits vor dem Turnier aussprach.

 

Im morgigen Viertelfinale wartet auf sie die nach längerer Verletzungspause zurückgekehrte Nozomi Okuhara. Im direkten Vergleich steht zwar ein 3:5 aus Sicht Marins zu Buche, doch die Spanierin ist nun seit unglaublichen 13 Spielen bei Weltmeisterschaften ungeschlagen und wirkt entschlossener denn je, die Serie auch morgen nicht reißen zu lassen und den nächsten Schritt in Richtung Titel Nummer 3 zu machen. Zudem verabschiedeten sich am heutigen Tag auch zwei große Mitfavoritinnen aus dem Turnier.

 

Die an Eins gesetzte Akane Yamaguchi musste sich überraschend einer in bestechender Form aufspielenden Chen Yufei geschlagen geben. Die Jugendweltmeisterin von 2016 muss sich damit zum Viertelfinale der ehemaligen Weltmeisterin Ratchanok Intanon stellen, die sich im bisherigen Turnierverlauf keine Blöße gab und ihre überragende Technik vielfach zur Schau stellte. Neben Yamaguchi hat sich mit Sung Ji Hyun aus Korea zudem auch die an Position zwei gesetzt Dame aus dem Turnier verabschiedet. Sie musste sich einer stark aufspielenden Saina Nehwal geschlagen geben, der mit so einer Leistung im restlichen Turnierverlauf sicher alles zuzutrauen ist. Ihre Viertelfinalgegnerin Kirsty Gilmour und das gesamte Publikum der Emirates Arena werden hier aber sicher etwas dagegen haben.

 

 

Red

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