Spannende Spiele um die DM-Titel

Doppelte Titelverteidigerin: Carla Nelte mit Partnerin Isabel Herttrich (Bild: Bernd Bauer)
Doppelte Titelverteidigerin: Carla Nelte mit Partnerin Isabel Herttrich (Bild: Bernd Bauer)

Im Vorjahr kürte er sich bei den Deutschen Einzelmeisterschaften gleich in zwei Disziplinen zum Titelträger – 2018 müssen die Badmintonfans in Bielefeld auf Raphael Beck (damals 1. BC Beuel, jetzt TV Refrath) verzichten: Der 25-Jährige, der 2017 mit Peter Käsbauer (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) den Turniersieg im Herrendoppel verzeichnet hatte und mit Carla Nelte (TV Refrath) jenen im Mixed, beendete Ende vergangenen Jahres seine Karriere in der deutschen Badminton-Nationalmannschaft und meldete nicht für die bevorstehende Veranstaltung (1. bis 4. Februar in der Seidensticker Halle)

Während Peter Käsbauer bei den diesjährigen Deutschen Einzelmeisterschaften, den 66. in der Geschichte, mit Nachwuchsspieler Johannes Pistorius (TSV Freystadt) ein Herrendoppel bildet, schlägt Carla Nelte im Gemischten Doppel an der Seite ihres Vereinskollegen Max Schwenger (TV Refrath) auf. Mit ihm holte die Olympiateilnehmerin von 2016, die im Vorjahr in Bielefeld wie Raphael Beck zweifach triumphierte (zusätzlich zum Mixed im Damendoppel), 2015 den Vizemeistertitel. Zuvor, 2014 und 2013, erreichte das Duo jeweils das Halbfinale.


Mixed: Enges Rennen um den Turniersieg zu erwarten
Auch in diesem Jahr haben Max Schwenger und Carla Nelte gute Chancen, im gemischten Doppel eine Topplatzierung zu verbuchen. Als ärgste Konkurrenten im Rennen um die Ränge eins bis drei gelten Peter Käsbauer und Olga Konon (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim), die wie Max Schwenger und Carla Nelte an Nummer 3/4 gesetzt sind, und vor allem die auch international gemeinsam agierenden Mixedpaarungen Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Setzplatz 1; Weltranglistenplatz 22) und Marvin Seidel/Linda Efler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/SC Union Lüdinghausen; Setzplatz 2; Weltranglistenplatz 26). Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich, die nationalen Champions von 2016, wurden 2017 Deutsche Vizemeister, Marvin Seidel und Linda Efler standen seinerzeit im Halbfinale.


Herrendoppel: Duell der Topgesetzten im Finale wahrscheinlich
Im Herrendoppel führen Jones Jansen und Josche Zurwonne (1. BC Wipperfeld/SC Union Lüdinghausen), die in der Weltrangliste als derzeitige 31. das bestplatzierte Duo des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) in dieser Disziplin sind, in diesem Jahr das Starterfeld an.


Der gebürtige Indonesier Jones Jansen erhielt im Frühjahr vergangenen Jahres einen deutschen Pass und nimmt somit 2018 erstmalig an den nationalen Titelkämpfen der Erwachsenen teil. Josche Zurwonne gewann 2015 in Bielefeld an der Seite von Max Schwenger DM-Gold. An Position zwei sind in diesem Jahr die amtierenden Deutschen Vizemeister Mark Lamsfuß und
Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) notiert. Die aktuellen Weltranglisten-37. mussten 2017 in einem hochklassigen Endspiel gegen Raphael Beck/Peter Käsbauer beim Stand von 19:19 im dritten Satz aufgeben, nachdem sich Marvin Seidel schwer am Fuß verletzt hatte. Im diesjährigen Finale erscheint ein Duell zwischen Jones Jansen/Josche Zurwonne und Mark Lamsfuß/Marvin Seidel sehr wahrscheinlich.


Peter Käsbauer hat mit seinem neuen Doppelpartner Johannes Pistorius ebenso Setzplatz 3/4 inne wie das Duo Daniel Benz/Andreas Heinz (beide SV Fun-Ball Dortelweil), das 2017 bis ins Halbfinale kam.


Damendoppel: Gute Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung
Im Damendoppel sind diejenigen topgesetzt, die im Vorjahr zum ersten Mal gemeinsam einen DM Titel in der Altersklasse O19 gewannen: Isabel Herttrich und Carla Nelte (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/TV Refrath). Die Weltranglisten-34. gelten auch 2018 als „heißeste Anwärter“ auf den Turniersieg. Position zwei haben in Bielefeld die Weltranglisten-40. Johanna Goliszewski/Lara Käpplein (beide 1. BV Mülheim) inne, die ebenfalls auch auf internationaler Ebene ein Duo bilden. Zudem schlagen sie üblicherweise in der 1. Bundesliga Seite an Seite auf.


Genauso ist Lisa Kaminski/Hannah Pohl (beide 1. BC Beuel), die im vergangenen Sommer kurzfristig einen Startplatz bei der Individual-WM in Glasgow/Schottland erhalten hatten, und dem neu – auch für internationale Aufgaben – zusammengestellten Damendoppel Linda Efler/Olga Konon (SC Union Lüdinghausen/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) in der Seidensticker Halle der Einzug ins Finale zuzutrauen. Diese Duos sind jeweils an Nummer 3/4 gesetzt.


Dameneinzel: Position zwei für die Deutsche Meisterin von 2017
Im Dameneinzel geht Olga Konon diesmal nicht an den Start. Die Deutsche Meisterin von 2012, 2015 und 2016 in dieser Disziplin und DM-Dritte des Vorjahres konzentriert sich seit kurzer Zeit auf die Doppeldisziplinen. Dagegen möchte Luise Heim (1. BC Beuel) ihren 2017 erstmals gewonnenen Titel im Dameneinzel erfolgreich verteidigen. Die 21 Jahre alte Weltranglisten-60. nimmt den Wettkampf als Nummer zwei der Setzliste auf. Angeführt wird das Starterfeld von Fabienne Deprez (Aulnay-sous-Bois/Frankreich; Weltranglistenplatz 53), der Deutschen Meisterin von 2013, die seit 2010 bei jeder Auflage mindestens das Halbfinale erreichte.


Gespannt dürfen alle Badmintonfans nicht zuletzt darauf sein, ob es Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) gelingt, nach vier Halbfinal-Einzügen in Serie (2014 bis 2017) erstmalig ins Endspiel einzuziehen. Die 19-Jährige ist 2018 wie Katharina Altenbeck (1. BV Mülheim) an Nummer 3/4 gesetzt. Neben den vier erwähnten Athletinnen haben durchaus auch Spielerinnen, die Setzplatz 5/8 bekleiden, das Potenzial, bei den 66. Deutschen Einzelmeisterschaften weit zu kommen.


Herreneinzel: Vorjahressieger topgesetzt
Im Herreneinzel bezwang im Vorjahr Fabian Roth (damals TV Refrath, jetzt 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) im Finale den deutschen Rekordmeister und dreimaligen Olympiateilnehmer in dieser Disziplin, Marc Zwiebler (damals 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim, jetzt 1. BC Beuel), und kürte sich damit erstmalig zum Deutschen Meister im Erwachsenenbereich. Der heute 22-Jährige ist 2018 in Bielefeld topgesetzt, ihm fehlt allerdings derzeit Wettkampfpraxis, da er seit August 2017 aufgrund von Rückenproblemen kaum Turniere bestreiten konnte. „Ich bin froh, dass ich seit Anfang dieses Jahres wieder schmerzfrei trainieren und wieder auf dem kompletten Feld arbeiten kann“, so Fabian Roth, der kurzfristig über einen Start bei den 66. Deutschen Einzelmeisterschaften entscheiden muss.


Position zwei nimmt im Herreneinzel-Starterfeld Kai Schäfer (SC Union Lüdinghausen) ein, der in diesem Jahr erstmalig (mindestens) das Halbfinale erreichen möchte. An Nummer 3/4 sind jeweils Lars Schänzler (TV Refrath) und Alexander Roovers (1. BV Mülheim) gesetzt. Während es der heute 22 Jahre alte Lars Schänzler 2017 zum ersten Mal bis in die Runde der besten vier Spieler schaffte, belegte der 30-jährige Alexander Roovers bei den vergangenen drei Austragungen jeweils Rang drei. Kandidaten für den Einzug in die Vorschlussrunde sind wie in den Vorjahren auch Spieler, die Setzplatz 5/8 innehaben.


Viertelfinalspiele diesmal schon freitags
Grundsätzlich sind bei den Deutschen Einzelmeisterschaften immer Überraschungen in der Form möglich, dass Aktive (weit) besser oder schlechter abschneiden als erwartet bzw. als es ihr Setzplatz impliziert. Insofern sind interessante vier Veranstaltungstage garantiert.


In diesem Jahr werden die Viertelfinalspiele in allen Disziplinen erstmalig nicht am Samstag ausgetragen, sondern bereits am Freitagnachmittag (ab ca. 17.00 Uhr). Der Samstag ist komplett für die Halbfinals reserviert (ab 11.30 Uhr), am Sonntag werden schließlich die Deutschen Meister in den fünf Disziplinen gekürt (ab 11.00 Uhr).


Als Ausrichter der Deutschen Einzelmeisterschaften fungiert erneut die Play Sportmarketing Seemann GmbH in enger Kooperation mit dem Stadtsportbund Bielefeld, dem SC Babenhausen und dem SV Brackwede. Insgesamt organisiert die Play Sportmarketing Seemann GmbH 2018 bereits zum 19. Mal die Deutschen Einzelmeisterschaften. Erstmals wurden die Titelkämpfe im Jahr 1998 in Bielefeld durchgeführt, ohne Unterbrechung finden sie seit 2003 in der Großstadt in
Ostwestfalen statt.

 

Claudia Pauli

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