Die Überraschungspaarung der besonderen Art

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Durch kurzfristige Absagen kommt es auch auf Seiten der Topspieler bei den deutschen Meisterschaften immer wieder zu spontanen, neu zusammengewürfelten Paarungen die wegen der Unberechenbarkeit mit Spannung erwartet werden. Egal ob Einzelspieler im Doppel und Mixed, oder ungewöhnliche Paarungskonstellationen, häufig sorgten genau diese "Überraschungspaarungen" in der Vergangenheit für die großen Geschichten und denkwürdigen Momente, so wie es auch ein Mixed bei der diesjährigen 66. Auflage der Titelkämpfe unter Beweis stellt.

Vor einigen Tagen hätte sich Julian Lohau vom 1. BV Mülheim sicher noch nicht träumen lassen, dass er am Samstag bei den deutschen Meisterschaften um den Finaleinzug spielen würde. So war der Achtelfinaleinzug für den Spieler der Mülheimer Zweitligamannschaft im Vorjahr der bisher größte Erfolg auf nationaler Ebene und bis kurz vor Turnierstart ging er noch davon aus, dass er in Bielefeld in diesem Jahr gar nicht an den Start gehen könnte.

 

Dem nicht genug, ist seine kurzfristige Partnerin auf dem Feld Isabel Herttrich, nicht nur eine der besten deutschen Doppel- und Mixeddamen, sondern auch seine Partnerin neben dem Feld. Diese hätte eigentlich als Topgesetzte mit Mark Lamsfuß in die Mixedkonkurrenz starten sollen, Lamsfuß musste aber verletzungsbedingt passen und somit nahm die Geschichte ihren Lauf.

 

"Ich muss gestehen, dass Julian nicht der Erste war, den ich gefragt hatte. Vorher hatte ich schon bei einigen ehemaligen Nationalspielern angefragt. Die konnten allerdings alle nicht, woraufhin ich dann beschlossen habe ich spiele just for fun mit Julian und so kam das Ganze zu stande," erklärt uns Isabel Herttrich. "Wir sind ohne großen Erwartungen an das Turnier herangegangen und wussten nicht, wie es werden würde, aber wir haben uns von Runde zu Runde gesteigert und im Viertelfinale unser mit Abstand bestes Spiel abgeliefert."

 

Das haben die Beiden definitiv. Mit Annika Horbach und Andreas Heinz (5/8 der Setzliste und Platz 96 der Weltrangliste) ging es im besagten Viertelfinale gegen namhafte und favorisierte Gegner, doch nach sichtlicher Nervosität in den Auftaktmatches ließ sich Lohau von seiner Partnerin beflügeln und mit einer tollen Vorstellungen sorgten sie durch den Halbfinaleinzug für ein weiteres Kapitel der Überraschungspaarungen.

 

"Es hat mich schon alleine rieisg gefreut, dass ich überhaupt spielen konnte und mit Isabel ist es dann natürlich etwas ganz Spezielles. Ich hatte spielerisch keine Erwartungen und wollte einfach nur Spaß haben und dann wurde es von Runde zu Runde immer besser. Ich kann es immer noch nicht so richtig glauben, dass wird vermutlich auch noch ein wenig dauern." Spätestens morgen früh sollte der 27-jährige die Überraschung dann aber verarbeitet haben, wenn es gegen Kilasu Ostermeyer und Nikolaj Persson um den Finaleinzug geht und wer weiß - vielleicht ist die Geschichte ja noch nicht zu ende.

 

Die gesamte Tageszusammfassung des zweiten Turniertages gibt es hier.

 

Red

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