Die Halbfinalisten stehen fest

Bild: Bernd Bauer
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Gleichbedeutend mit dem letzten Ballwechsel des zweiten Wettkampftages ist ebenfalls klar, welche Spieler und Paarungen sich über einen der begehrten Plätze in den morgigen Halbfinals und damit auch über eine sichere Medaille bei den 66. Deutschen Meisterschaften freuen können. Nachdem sich bis zu den Viertelfinals die etablierten Nationalspieler und Topfavoriten schadlos hielten, ging es am Freitagabend zum ersten Mal so richtig heiß her. Neben vielen Favoritensiegen und einigen kleineren Überraschungen musste allerdings einer der amtierenden Titelträger und Favoriten auf tragische Weise im Viertelfinale die Segel streichen.

 

Bild: Bernd Bauer
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Herreneinzel: Rückenalptraum statt Titeltraum

 

Nach der langen Verletzungspause von Fabian Roth gab es viele Fragezeichen vor dem großen Comeback des amtierenden deutschen Meisters. Nach zwei souveränen Auftaktsiegen war klar, dass mit Max Weißkirchen im Viertelfinale ein ganz dicker Brocken warten würde, doch das mit Spannung erwartete Viertelfinale nahm ein Ende, das sich keiner erhoffte.

  

Nachdem Durchgang eins an Weißkirchen ging, holte sich der Vorjahressieger zwar den zweiten Satz, konnte aufgrund von Rückenproblemen dann allerdings nicht mehr weiterspielen. Während des ganzen Spiels wirkte der Meister von 2017 gehandicapt und musste trotz gewonnenem Satz am Ende enttäuscht eingestehen, dass die Rückenprobleme erneut zu groß wurden. Ein herber Rückschlag beim lang ersehnten Comeback von der Rückenverletzung.

 

Weißkirchen, der selbst im vergangenen Jahr monatelang wegen einer Herzmuskelentzündung ausfiel, hatte zwar auf seine erste Halbfinalteilnahme gehofft, allerdings unter anderen Umständen. „Ich weiß wie hart es ist nach so langer Zeit zurückzukommen, und er hatte es ja schon einmal geschafft. Da ist so ein Rückschlag natürlich schlimm.“ so der Bonner über den Spielabbruch und die Verletzung von Roth.

 

Weißkirchens Gegner im Halbfinale wird Lars Schänzler, der sich gegen den Youngster Lukas Resch problemlos durchsetzte und damit weiter ohne Satzverlust bleibt. Von den anderen Favoriten präsentierte sich auch Kai Schäfer von SC Union Lüdinghausen in glänzender Verfassung und spielte sich souverän in sein erstes DM Halbfinale. Hier trifft die Zwei der Setzliste auf Alexander Roovers, der sich gegen David Peng durchsetzte. Roovers möchte nach mehrfach Bronze nun endlich den nächsten Schritt schaffen und das Finale erreichen. Nach dem Aus von Roth ist nun bereits klar, dass es 2018 einen Premierensieger im Herreneinzel geben wird, einen Favoriten unter den letzten Verbliebenen zu benennen scheint aber fast unmöglich.

 

Bild: Bernd Bauer
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Dameneinzel: Favoritinnen marschieren

 

Fünf verschiedene Siegerinnen in den letzten vier Jahren, und auch in diesem Jahr wird es im Dameneinzel wieder extrem spannend beim Kampf um den deutschen Meistertitel. Mit Fabienne Deprez, Luise Heim und Yvonne Li konnten alle drei großen Favoritinnen ihre Viertelfinalhürde souverän meistern und stehen im Halbfinale.

 

Die Titelverteidigerin Heim bekommt es hier mit Mülheims Katharina Altenbeck zu tun und gilt als klare Favoritin. Im anderen Halbfinale kommt es zwischen Deprez und Li zu einer Neuauflage aus dem Vorjahr. Dort zog Li den Kürzeren, doch präsentierte sich die 19-jährige bislang bärenstark und wird alles daran setzen, den Spieß gegen die Topgesetzte Deprez umzudrehen und ihr erstes DM-Finale zu erreichen. Die Zuschauer dürfen sich hier sicher auf ein absolutes Highlight freuen. 

 

Damendoppel: Nelte und Herttrich auf Kurs

 

Im Damendoppel gab es für die Topfavoritinnen Carla Nelte und Isabel Herttrich bislang noch keine wirkliche Hürde, auch im morgigen Halbfinale gegen Annabella Jäger/Julia Kunkel sind die beiden Titelverteidigerinnen definitiv in der klaren Favoritenrolle. Ihre jungen Gegnerinnen konnten das Publikum aber bereits heute mit ihrem überraschenden Erfolg gegen die an Position 3/4 gesetzten Pohl/Kaminski und durch viel Kampfgeist begeistern und können morgen ganz befreit aufspielen.

 

Viel Spannung verspricht in jedem Fall das andere Halbfinale zwischen Johanna Goliszewski/Lara Käpplein und Linda Efler/Olga Konon. Konon, die in den vergangenen Jahren noch im Einzel an den Start ging und bereits drei Titel gewinnen konnte, ist inzwischen auf die Doppeldisziplinen umgestiegen und möchte bei ihrer nationalen Doppelpremiere mit Efler direkt überzeugen. Neben der aktuell unangefochtenen Toppaarung Nelte/Herttrich ist das Halbfinalduell gegen die beiden Mülheimerinnen zudem auch eine interessante Standortbestimmung.

 

Herrendoppel: Premierenauftritt für Spitzenpaarung

 

Seit dem verletzungsbedingten Ausfall von Mark Lamsfuß sind die Topgesetzten Josche Zurwonne und Jones Jansen definitiv in der Favoritenrolle bei den diesjährigen Titelkämpfen. Dank des Erhalts der deutschen Staatsbürgerschaft im vergangenen Jahr ist der geborene Indonesier Jansen in Bielefeld zum ersten Mal startberechtigt und möchte mit seinem Stammpartner gleich auf die oberste Stufe des Podiums klettern. Zurwonne war hier bereits vor drei Jahren einmal und ist heiß auf den nächsten Coup. Im Halbfinale bekommen es die beiden Weltranglisten-32. mit Bjarne Geiss und Jan-Colin Völker zu tun.

 

Zudem steht Max Weißkirchen auch hier überraschend im Fokus. Nach dem Ausfall von Mark Lamsfuß geht der Einzelspezialist mit Marvin Seidel auf Medaillenjagd und bestätigte im bisherigen Turnierverlauf seine guten Doppelergebnisse aus der Bundesliga. Mit Peter Käsbauer und Johannes Pistorius trifft die "improvisierte Paarung" auf ein eingespieltes Doppel mit zwei Spezialisten, also eine spannende Ausgangslage.

 

Mixed: Überraschungen im Mixed

 

Nachdem im Mixed in der unteren Hälfte mit Peter Käsbauer/Olga Konon und Marvin Seidel/Linda Efler die erwarteten Kandidaten im Halbfinale stehen, gab es im oberen Teil hingegen zwei Überraschungen. Dass man Isabel Herttrich dort vorfinden würde ist zunächst einmal nicht erstaunlich, doch dass die Siegerin von 2016 nach dem Ausfall von Partner Mark Lamsfuß mit ihrem Freund Julian Lohau unter den letzten Vier steht war so sicher nicht zu erwarten. Vor allem dank einer Topleistung im Viertelfinale gegen Andreas Heinz und Annika Horbach wird aus der spontanen Idee sicheres Edelmetall. Ob es sogar weiter bis ins Finale geht wird sich morgen im Duell mit Nikolaj Persson und Kilasu Ostermeyer vom TSV Trittau zeigen. Jene konnten sich gegen die ebenfalls höher gesetzten Carla Nelte und Max Schwenger durchsetzen.

 

In den morgigen Halbfinals gibt es dann auch beim Austragungsmodus eine Premiere für deutsche Meisterschaften. Nachdem in den Vorjahren hier sowohl Viertel- als auch Halbfinals auf mehreren Feldern gespielt wurden, gibt es in diesem Jahr ausschließlich die Runde der besten Vier und das auf nur einem Feld. Am neu geschaffenen und erstmals komplett von Tribünen umgebenen Centercourt können die Zuschauer ihre Aufmerksamkeit voll und ganz auf jedes der zehn Spiele und den damit verbunden Kampf um die Finals richten.

 

 

Die Spiele werden von Sportdeutschland.tv live übertragen. Hier geht es zum Livestream.

 

Alle Detailergebnisse und Auslosungen gibt es hier.

 

 

Red

 

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