Der unglaubliche Meisterschaftsfluch

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Schon seit der frühen Jugend ist Marvin Seidel in der deutschen Spitze seiner Altersklasse und auch seine ersten Jahre bei den Erwachsenen glichen einem kometenhaften Aufstieg, mit Höhepunkten wie dem Erreichen des Halbfinals bei den Korea Open im Vorjahr. Kein Wunder also, dass er nun schon seit geraumer Zeit als feste Größe aus dem Spitzenkreis der deutschen Doppel- und Mixedexperten nicht mehr wegzudenken ist. Doch neben den zahlreichen Erfolgen zieht sich eine Pechsträhne bei nationalen Titelkämpfen wie ein roter Faden durch die Karriere des 22-jährigen Bischmisheimers, welche an heutigen Halbfinaltag ihre tragische Fortsetzung fand.

Nach der verletzungsbedingten Absage von Mark Lamsfuß galten Marvin Seidel und Linda Efler sowie Peter Käsbauer und Olga Konon als die Turnierfavoriten auf den Mixedtitel. Dementsprechend entwickelte sich auch das Halbfinale zwischen den zwei Paarungen zu einem hochklassigen Match, dass im dritten Durchgang dann aber von einer Verletzung von Marvin Seidel vorzeitig beendet wurde. Beim Stand von 11:16 aus Sicht von Seidel und Efler knickte der großgewachsene Saarländer am Netz um und wurde minutenlang am Fuß behandelt. Zwar versuchte er es anschließend unter den Anfeuerungen der Fans noch einmal, musste nach drei weiteren Ballwechseln aber deprimiert eingestehen, dass die Schmerzen zu groß waren und gab auf.

 

Beim Spielabbruch kamen sofort Erinnerungen an das Vorjahr, als Seidels Titelträume ebenfalls durch eine Verletzung jäh beendet wurden. Hier geschah das Unglück gar beim Stand von 19:19 im Entscheidungssatz des Finals im Herrendoppel und die schwere Verletzung setzte Seidel zudem mehrere Wochen außer Gefecht. Auch bei der heutigen Verletzung war an ein Weiterspielen nicht zu denken. Diagnose Bänderdehnung, was somit auch eine Aufgabe im eigentlich noch folgenden Doppelhalbfinale an der Seite von Max Weißkirchen nach sich zog.

 

Es scheint fast als läge ein Fluch auf Seidel, sobald es zu nationalen Titelkämpfen geht. Schon in der Jugend stand er in zahlreichen Finals und galt häufig als Favorit, konnte sich aber nie zum deutschen Meister krönen. Bei seinem Potenzial und dem noch jungen Alter, steht es fast außer Frage, dass der Premierentitel nur eine Frage der Zeit ist und er auch im nächsten Jahr wieder einer der heißen Kandidaten auf die Trophäe im Doppel und Mixed sein wird. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Ambitionen nicht so dramatisch enden wie zuletzt und vor allem die Pechsträhne der letzten Meisterschaften endlich ein Ende findet.

 

Red

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