Marc Zwiebler unterstützt junges Team

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Nach der Individual-WM im August vergangenen Jahres in Glasgow/Schottland beendete Marc Zwiebler (1. BC Beuel) seine Leistungssportkarriere und konzentrierte sich stattdessen auf seine berufliche Laufbahn. Doch bei den European Men‘s & Women‘s Team Championships 2018 (=Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften = EMWTC), die vom 13. bis zum 18. Februar in der russischen Metropole Kasan stattfinden, wird der 33 Jahre alte deutsche Rekordmeister im Herreneinzel (neun Titelgewinne) erneut im Nationaltrikot auf dem Badmintoncourt zum Einsatz kommen.

„Ich freue mich, dass ich dabei sein kann, und hoffe, dass ich dem jungen Team mit meiner Erfahrung weiterhelfen kann“, so der dreimalige Olympiateilnehmer Marc Zwiebler. Wie Martin Kranitz, Sportdirektor des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV), erläutert, sei bereits vor geraumer Zeit geplant gewesen, dass der Europameister von 2012 bei den EMWTC 2018 die deutsche Herrenmannschaft unterstützt.


Während der 85-malige Nationalspieler Marc Zwiebler schon bei zahlreichen kontinentalen Titelkämpfen an den Start ging, zählen zwei Badmintonasse in diesem Jahr erstmalig zum Aufgebot des DBV für eine EM im Erwachsenenbereich: der neue Deutsche Meister im Herreneinzel, Max Weißkirchen (1. BC Beuel), und der DM-Dritte in dieser Disziplin, Alexander Roovers (1. BV Mülheim). Jones Jansen (1. BC Wipperfeld) gibt zwar 2018 sein Debüt bei einer Mannschafts-EM in der Altersklasse O19, er schlug aber bereits bei den Individual-Europameisterschaften auf. Anders als ursprünglich vorgesehen, gehört Fabian Roth (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim), der Deutsche Meister von 2017 im Herreneinzel, nicht der Delegation des DBV an, die nach Kasan reist. Grund sind Rückenprobleme, die ihn im Viertelfinale der 66. Deutschen Einzelmeisterschaften in Bielefeld (1. bis 4. Februar 2018) zur Aufgabe zwangen.


Nachdem die Mannschaften des DBV bei allen vorangegangenen Austragungen der EMWTC Edelmetall gewannen, beabsichtigen sie, auch bei den Titelkämpfen in der rund 800 km östlich von Moskau gelegenen Hauptstadt der Republik Tatarstan an der Siegerehrung beteiligt zu sein: Obwohl beide Auswahlen insgesamt sehr jung sind und sie entsprechend über vergleichsweise wenig Erfahrung verfügen, besteht das Ziel aller Beteiligten darin, im Herren- und im Damenbereich eine Medaille zu gewinnen – und sich somit zugleich für die WM zu qualifizieren.

Wie gewohnt dürfen in jedem Fall die vier Mannschaften, die bei den Spielern sowie bei den Spielerinnen EM-Edelmetall holen, an den prestigeträchtigen Thomas & Uber Cup-Finals teilnehmen. Ein „kleines Finale“ gibt es weder bei den EMWTC noch bei der WM-Endrunde, vielmehr erhalten beide unterlegenen Halbfinalisten die Bronzemedaille. Wer also seine Viertelfinalpartie für sich entscheidet, hat Edelmetall sicher.


Da bei den Herren Dänemark – als amtierendem Weltmeister – ein Startplatz bei den internationalen Titelkämpfen garantiert ist, können sich unter bestimmten Voraussetzungen in Kasan sogar Teams für die Weltmeisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften qualifizieren, die es nicht bis ins EM-Halbfinale schaffen. Die TOTAL BWF Thomas & Uber Cup Finals werden vom 20. bis zum 27. Mai in Thailands Hauptstadt Bangkok durchgeführt.


Die Auslosung für die European Men‘s & Women’s Team Championships meinte es speziell mit den deutschen Herren gut: Als Nummer drei der Setzliste treffen sie in Kasan in der Vorrunde in der Gruppe 3 auf Island, Luxemburg und Aserbaidschan. In die mit dem Viertelfinale beginnende K.-o.-Runde ziehen alle sieben Gruppensieger sowie der beste Gruppenzweite ein. Welche Mannschaften im Viertelfinale aufeinandertreffen, wird nach der Gruppenphase ausgelost.


Die ebenfalls an Nummer drei gesetzten Damen des DBV stehen vor einer etwas schwierigeren Aufgabe als ihre Nationalmannschaftskollegen: Neben Irland und Litauen wartet in der Vorrundengruppe 3 die Ukraine auf die Deutschen. „Sie haben gute Spielerinnen im Einzel und im Doppel. Um gegen die Ukraine zu gewinnen, muss man schon ‚klar‘ sein“, meint DBV-Sportdirektor Martin Kranitz. Da es bei den Damen nur sechs Vorrundengruppen gibt, erreichen neben den Gruppensiegern die zwei besten Gruppenzweiten das Viertelfinale. Von da an gestaltet sich das Prozedere so wie bei den Herren.


Die Viertelfinalspiele werden am Freitag (16. Februar) ausgetragen, die Halbfinalspiele am Samstag und die Finalspiele am Sonntag.

 

Claudia Pauli

Pressesprecherin DBV

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