Deutschlands Damen spielen um den EM-Titel

Wieder vereint: Carla Nelte und Johanna Goliszewski. Bild: Claudia Pauli
Wieder vereint: Carla Nelte und Johanna Goliszewski. Bild: Claudia Pauli

Die deutschen Damen haben bei der Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften (13. bis 18. Februar in Kasan/Russland) das Finale erreicht und spielen damit zum insgesamt zweiten Mal in der Geschichte von Titelkämpfen dieser Art um die Goldmedaille.

In ihrer Halbfinalpartie bezwang die Auswahl des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) am Samstag (17. Februar) nach einem 0:2-Rückstand Spanien noch mit 3:2. Die deutschen Spieler kehren unterdessen nach einer 1:3-Niederlage in der Vorschlussrunde gegen Titelverteidiger und Rekord-Champion Dänemark mit Bronze aus der Hauptstadt der Republik Tatarstan zurück.

 

Dank der in Kasan verzeichneten Erfolge qualifizierte sich der DBV bereits zum neunten Mal nacheinander mit beiden Teams für die Weltmeisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften, die in diesem Jahr vom 20. bis zum 27. Mai in Bangkok/Thailand ausgetragen wird.

 

Nachdem Fabienne Deprez (Aulnay-sous-Bois/Frankreich) im 1. Dameneinzel der zweimaligen Weltmeisterin Carolina Marin unterlegen war und anschließend die Deutsche Meisterin Luise Heim (1. BC Beuel) im 2. Dameneinzel gegen Beatriz Corrales ebenfalls in zwei Durchgängen verloren hatte, hielten Isabel Herttrich/Lara Käpplein (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/1. BV Mülheim) das deutsche Team durch einen souveränen Zwei-Satz-Erfolg im 1. Damendoppel über Elena Fernandez/Lorena Usle im Rennen um den Einzug ins Finale. Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) glich im nachfolgenden 3. Dameneinzel durch einen Sieg gleichsam in zwei Sätzen gegen Sara Penalver Pereira zum 2:2 aus. Für den Gesamtsieg der DBV-Auswahl sorgten die Olympiateilnehmerinnen von Rio 2016, Johanna Goliszewski/Carla Nelte (1. BV Mülheim/TV Refrath), durch einen klaren Zwei-Satz-Erfolg im abschließenden 2. Damendoppel über die Einzelspezialistinnen Beatriz Corrales/Carolina Marin.

 

Das war eine klasse Aufholjagd! Der Druck, den wir durch den Rückstand hatten, war von außen nicht zu merken. Wir haben versucht, uns nicht nervös machen zu lassen. Die Performance war richtig stark“, zeigte sich Chef-Bundestrainer Detlef Poste vom Auftritt der deutschen Damen angetan.

 

Einmal mehr hatten die Verantwortlichen im DBV auch hinsichtlich der Aufstellung die optimale Wahl getroffen: „Wir haben erwartet, dass Spanien so aufstellt, wie es der Fall ist, und die Top-Einzelspielerinnen zusammen das 2. Damendoppel bilden würden. Entsprechend war zu erwarten, dass das 1. Damendoppel relativ leicht zu gewinnen sein wird. Daher haben wir die besonders erfahrenen Spielerinnen, die Olympiateilnehmerinnen von Rio 2016, Johanna Goliszewski und Carla Nelte, zusammen ins 2. Damendoppel ‚gesteckt‘. Wir wissen, wie schwierig es ist, wenn zwei Einzelspielerinnen das Doppel bestreiten, und hoffen, dass Erfahrung letztlich eine Rolle spielen kann“, erläuterte DBV-Sportdirektor Martin Kranitz vor Beginn der Halbfinalbegegnung mit Spanien.

 

Gegner der deutschen Damen im Finale am Sonntag (18. Februar, 10.00 Uhr MEZ) ist Titelverteidiger Dänemark, der seine Halbfinalpartie gegen EM-Gastgeber Russland ebenfalls mit 3:1 für sich entschied. Damit kommt es zur Neuauflage des EM-Endspiels von 2012, in welchem die DBV-Auswahl die Nordeuropäerinnen mit 3:1 besiegte und den historischen Titelgewinn bejubeln durfte.

 

In der Vorschlussrundenbegegnung der Herren bot der deutsche Rekordmeister Marc Zwiebler (1. BC Beuel) beim 13:21, 21:19, 16:21 im 1. Herreneinzel gegen den amtierenden Vizeeuropameister Anders Antonsen eine beeindruckende Leistung und verpasste den Punktgewinn zugunsten Deutschlands letztlich nur knapp. Danach unterlagen die nationalen Champions Jones Jansen/Josche Zurwonne (1. BC Wipperfeld/SC Union Lüdinghausen) im 1. Herrendoppel den aktuellen EM-Zweiten Mads Conrad-Petersen/Mads Pieler Kolding in zwei Durchgängen, bevor Kai Schäfer (SC Union Lüdinghausen) durch einen Zwei-Satz-Erfolg über Emil Holst im 2. Herreneinzel den 1:2-Anschluss herstellte. Den entscheidenden dritten Punktgewinn verzeichneten die Dänen im 2. Herrendoppel durch einen 21:17, 25:23-Sieg von Kim Astrup/Mathias Christiansen gegen Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim).

 

 

Das war ein Super-Fight über vier Stunden! Sehr ärgerlich ist allerdings, dass wir im 2. Herrendoppel den zweiten Satz nicht gewonnen haben. Das war eigentlich unserer“, zog Chef-Bundestrainer Detlef Poste ein Fazit.

 

 

Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

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