Die neue Aufschlagregelung in der Kritik

Mit dieser Vorrichtung sollen die Aufschlagrichter künftig die Aufschlaghöhe beurteilen. (Bild: Bernd Bauer)
Mit dieser Vorrichtung sollen die Aufschlagrichter künftig die Aufschlaghöhe beurteilen. (Bild: Bernd Bauer)

Wieder einmal war bei den Yonex German Open nahezu die gesamte Weltelite versammelt und sie boten den Fans in Mülheim knapp eine Woche Badminton vom Feinsten. Das große Diskussionsthema waren allerdings weniger die Spieler, sondern die neue Aufschlagregel, die beim World Tour 300 Turnier zum ersten Mal von der BWF getestet wurde. Mit einer einheitlichen maximalen Aufschlaghöhe von 1,15m wollte man mehr Transparenz bei der Aufschlagsituation schaffen, doch bereits nach den ersten Turniertagen hagelte es Kritik von vielen Seiten und auch namhafte Spieler wie Superstar Lin Dan und Lee Chong Wei kritisierten die neue Regelung scharf.

 

"Ich spiele seit über 30 Jahren Badminton, habe in den letzten Jahren an zahlreichen Großevents teilgenommen und hätte nicht gedacht, dass mir die BWF in 2018 noch erklären müsste wie man aufschlägt. Um erhlich zu sein, das ist lächerlich," ließ der chinesische Doppelolympiasieger in den sozialen Netzwerken verlauten. "Ich habe wegen der Regelung gleich mehrere Punkte in meinen Spielen verloren und ich bin nicht der einzige der damit unzufrieden ist."

Skuriler Anblick: Mads Pieler Kolding mit neuer Aufschlagtechnik (Bild: Bernd Bauer)
Skuriler Anblick: Mads Pieler Kolding mit neuer Aufschlagtechnik (Bild: Bernd Bauer)

Große Spieler im Nachteil?

Vor allem mit Blick auf die großen Doppelspieler war die Spannung groß, wie diese mit der neuen Regelung umgehen würden. Für Staunen sorgte vor allem der über 2 Meter große Hüne Mads Pieler Kolding, der seine Aufschlagposition wegen der Regeländerung fast einen Meter nach hinten verlegte und in sehr ungewohnter Pose servierte (siehe Bild). Schon im Vorfeld äußerte der dänische Doppelexperte, gemeinsam mit Viktor Axelsen seinen Unmut über die neue Aufschlaghöhe, da diese vor allem einen Nachteil für große Spieler mit sich bringen würde.

 

Frage nach Objektivität

Besonders der erste Turniertag war von unzähligen abgepfiffenen Aufschlägen in allen Disziplinen durchzogen. In den Folgetagen wurden die "calls" der Aufschlagrichter zwar weniger, doch die Zweifel an der Genauigkeit der neuen Methode wurden lauter. So wurde von mehreren Seiten bezweifelt, dass die Technik mit zwei hintereinanderliegenden Linien auf Galsscheiben, eine exakte Beurteilung der Aufschlaghöhe überhaupt ermöglichen, da bereits bei einer minimale Änderung im Betrachtungswinkel die Linien immernoch übereinander liegen könnten, die letztendliche Aufschlaghöhe aber deutlich verändert wäre.

 

Auch Superstar Lee Chong Wei, der zwar nicht bei den German Open am Start war, aber in der kommenden Woche bei den All England Championships seinen Titel verteidigen möchte, zeigte sich nicht begeistert über die geplante Änderung die auch in Birmingham zum Einsatz kommen wird. "Die BWF hätte sich für kleinere Turniere entscheiden sollen um die Regel zu testen," so der Malaysier in der vergangenen Woche.

 

Startschuss für die All England Championships, bei denen es aufgrund der Turnierreform erstmals keine Qualifikation geben wird, ist am Mittwoch.

 

Red

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