Busy chasing dreams: Der zweite Frühling des Alexander Roovers

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Nach dem Abschluss seines Lehramtstudiums im Vorjahr hätten wohl die Wenigsten damit gerechnet, dass der damals 30-jährige Roovers im Badminton noch einmal so richtig durchstarten würde. Doch statt sofortigem Berufsstart entschied sich der europäische Hochschulmeister noch einmal voll im Leistungssport anzugreifen und den Wechsel der Herreneinzelgruppe an seinen Trainingsstandort nach Mülheim auszunutzen. Eine mutige Entscheidung die ihn badmintontechnisch nun in völlig neue Sphären beförderte und bewies, dass es nie zu spät ist, seine Träume zu verfolgen.

Vor allem seine Leistungen auf internationalen Turnieren in den letzten Monaten beseitigten alle Zweifel, dass Roovers seinen Zenit bereits erreicht haben könnte. So kletterte er in der Weltrangliste dank zahlreicher Topergebnisse stetig nach oben und neben einem absoluten Karrierehoch gelang ihm mit seinem Sieg bei den Irish Open ein weiterer eindrucksvoller Fingerzeig, den ihm so wohl nur die wenigsten zugetraut hätten.

Auch im nationalen Vergleich mischte er spätestens seit dem Karriereende von Marc Zwiebler ganz vorne mit. Als 93 der Weltrangliste ist er aktuell bester Deutscher im Ranking (kurioserweise punktgleich mit Kai Schäfer) und würde diese Position nach mehreren dritten Plätzen auch bei den deutschen Meisterschaften nur zu gerne bestätigen. Andere große Träume konnte er sich in den vergangenen Wochen bereits erfüllen.

 

Dank der starken internationalen Ergebnisse gab es vor Kurzem die erstmalige Nominerung für die Teameuropameisterschaften und nun folgte auch die Premiere beim EM-Individualturnier im spanischen Huelva. Durch einen fast schon gewohnt dramatischen Auftaktsieg gegen Finnlands Kalle Koljonen nach 68 Minuten steht er hier als letzter Deutscher Herreneinzelspieler unter den besten 32 und fordert nun den 10 Jahre jüngeren Bitburger Open Sieger Rasmus Gemke, der 57 Plätze vor ihm in der Weltrangliste geführt wird. Blickt man auf die letzten Monate sollte man aber nicht altzu viel auf diese Zahlen geben, denn ähnlich wie ein guter Wein scheint der Deutsche mit dem Alter nur besser zu werden.

 

Red