Marin schreibt WM-Geschichte

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Carolina Marin krönt sich als erste Dameneinzelspielerin überhaupt zum dritten Mal zur Weltmeisterin. Wie schon bei den olympischen Spielen setzte sich die Spanierin gegen Indiens Pursala Sindhu durch, die sich damit erneut bei einem Großevent mit Silber begnügen muss. Bei den Herren stürmte Turnierfavorit Kento Momota förmlich zu Gold und ließ seinem chinesischen Gegner Shi Yuqi nicht den Hauch einer Chance. Auch das Damendoppel ging an die neue Badmintonmacht Japan, Herrendoppel und Mixed blieben in der Hand der Gastgeber.

Drei Weltmeistertitel im Dameneinzel, das ist vorher noch nie einer Spielerin gelungen. Carolina Marin hat mit ihren gerade einmal 25 Jahren bereits mehr erreicht als nahezu jede andere Spielerin vor ihr. Zudem war die Art und Weise ihres Erfogles im chinesischen Nanjing in der vergangene Woche mehr als beeindruckend. Mit 21:6 21:11 fegte sie im Viertelfinale über eine zuvor stark aufspielende Saina Nehwal hinweg, ein Spiel das Marin selbst als wohl eines der besten ihre Karriere bezeichnete und auch im heutigen Finale war ihr nicht das Wasser zu reichen. Nachdem Marin drei der letzten vier Duelle mit Pursala Sindhu verlor, war sie dieses Mal eine Nummer zu schnell für die Silbermedaillengewinnerin von Rio. Nach anfänglichem Rückstand in Satz 1 drehte die Spanierin dann aber richtig auf, holte sich den ersten Durchgang noch mit 21:19 und powerte sich danach zu einem ungefährdeten 21:10 Erfolg. "Ich habe mich sehr lange auf diesen Moment vorbereitet. Es ist wirklich etwas ganz besonderes, die erste Spielerin mit drei Weltmeistertiteln zu sein", so Marin nach ihrem Finalerfolg.

 

Indiens Herzen erneut gebrochen

Tragische Figur ist erneut Marins Finalgegnerin, die nicht nur im Olympiafinale unterlag, sondern auch bereits im WM-Finale des Vorjahres unglückliche Zweite war. "Wenn ich den ersten Satz gewonnen hätte, wäre es anders gelaufen denke ich. Im Zweiten habe ich zu viele Fehler gemacht. Es war einfach nicht mein Tag," so das enttäuschte Fazit nach der erneuten bitteren Niederlage.

 

Momota erster japanischer Sieger im Herreneinzel:

Neben Marin war es bei dieser WM aber vor allem Japans Kento Momota, der im Rampenlicht stand. Nach seiner fulminanten Rückkehr nach 15-monatiger Sperre avancierte er in den vergangene Wochen zum absoluten Turnierfavoriten und dieser Rolle wurde er letztendlich auch mehr als gerecht. Das Finalergebnis von 21:11 und 21:13 gegen Chinas Shi Yuqi, sowie die Ergebnissen der vorherigen Runden sprechen eine deutliche Sprache. Während Shi Yuqi seine Landsmänner Lin Dan und Chen Long in den vorherigen Runde mit seinem Smash noch zur Verzweiflung brachte, schien Momota heute auf alles eine Antwort zu haben und wehrte alle Angriffe seine Gegners nahezu mühelos ab. "Ich kenne Lin Dan und Chen Long sehr gut weil sie Teamkollegen sind. Ich denke Momota ist schneller und er ist sehr gedulig. Er macht weniger Fehler und ich habe heute viele einfache Punkte verloren," zollte der unterlegene Shi seinem Gegner heute Respekt.

 

Für Momota stellt der WM-Erfolg vorerst sicherlich einen Höhepunkt seines märchenhaften Comebacks dar, das erst knapp vor einem Jahr starete und er sich zunächst bei kleinen Turnieren wieder nach oben spielen musste. "Ich bin sehr glücklich, der erste Herreneinzelspieler aus Japan zu sein, der den WM-Titel gewinnen kann. Ich verdanke meinen Erfolg meinen Vorgängern und vielen anderen Leuten die mir geholfen haben," so der 23-jährige nach dem Endspiel. 

 

Japan und China dominieren:

Wie das Herreneinzel waren auch die restlichen Wettbewerbe heute in chinesischer und japanischer Hand. Im japanischen Damendoppelfinale setzten sich Mayu Matsutomo und Wakana Nagahara gegen Yuki Fukushima und Sayaka Hirota mit 22:20 im Entscheidungssatz durch. Letztere verpassen damit wie im Vorjahr hauchdünn ihren ersten WM-Titel. Im Mixed waren es die Turnierfavoriten Zheng Siwei und Huang Yaqiong die ihren Landsleuten Wang Yilyu und Huang Dongping am Ende mit 21:17 und 21:19 überlegen waren.

 

Zudem durften die heimischen Fans auch im abschließenden Herrendoppel noch einmal jubeln. Li Junhui und Liu Yuchen beendeten mit 21:10 und 21:19 die Titelträume von  Japans Takeshi Kamura und Keigo Sonoda, die durch ihren Viertelifnalsieg über die Favoriten Sukamuljo und Gideon für Aufsehen sorgten.

 

Alle Ergebnisse gibt es hier.

Red