Asian Games Finals: Christie lässt Indonesien jubeln

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Jonatan Christie sichert sich überrraschend seinen ersten großen Titel im Herreneinzel bei den Asian Games und sorgt damit für genzenlosen Jubel bei den heimischen Fans in Jakarta. Mit 12:18 20:22 und 21:15 schlägt der 20-Jahre junge Indonesier Taiwans Chou Tien Chen im Finale und krönt damit eine phänomenale Woche. Taiwan darf sich dafür im Dameneinzel über den Titel von Tai Tzu Ying freuen, die im Finale gegen Pursala Sindhu mal wieder ihre ganze Klasse bewies. Gideon und Sukamuljo konnten das landesinterne Finale im Herrendoppel hauchdünn für sich entscheiden, die beiden weiteren Titel gingen an China.

Was für eine Leistung von Jonatan Christie. Ungesetzt startete er in das Individualturnier der nur vierjährig stattfindenden Asian Games, bei dem ähnlich zu olympischen Spielen ganz Asien die besten Sportler in vielen verschiedenen Disziplinen ermittelt. Dass der junge Indonesier aber viel vor hat demonstrierte er direkt in Runde eins, in der er den topgesetzten Shi Yuqi in drei Sätzen und über 70 Minuten aus dem Rennen warf.

 

Quelle: http://www.tournamentsoftware.com
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Insgesamt musste Christie in seinen fünf Spielen vier Mal über die volle Distanz gehen und stand insgesamt unglaubliche 5 Stunden und 50 Minuten auf dem Feld! Doch auch gegen das druckvolle Spiel von Chou Tien Chen am gestrigen Finaltag fand er bis zum Schluss noch genug Energie und die richtigen Antworten und sicherte sich somit seinen ersten ganz großen Erfolg seiner noch jungen Karriere.

 

Tai wird Favoritenrolle gerecht:

Bei den Damen blieb eine große Überraschung dagegen Aus. Taiwans Tai Tzu Ying gab während des gesamten Turniers keinen Satz ab (der knappste Durchgang war ein 21:17) und so folgte auch im Finale gegen Indiens Pursala Sindhu mit 21:13 und 21:16 der souveräne Titelgewinn nach der WM-Enttäuschung von vor wenigen Wochen. Für Sindhu gibt es nach Olympia und den Weltmeisterschaften in 2017 und 2018 somit die nächste Silbermedaille bei einem Major Event.

 

Gideon und Sukamuljo siegen in dramatischem Finale:

Zum Abschluss des Individual Events gab es für alle indonesischen Fans noch einmal richtige Festspiele, denn im Herrendoppel war schon von Beginn an klar, welche Nation als Sieger vom Platz gehen würde. Am Ende entwickelte sich zwischen den Favoriten Kevin Sanjaya Sukamuljo und Markus Fernaldi Gideon und ihren Landsmännern Muhammad Rian Ardianto und Fajar Alfian ein unglaublich packendes Endspiel mit dem besseren Ende für Gideon und Sukamuljo. Letzterer riss beim Stand vom 22:22 im Entscheidungssatz der Schläger, doch der Wieselflinke Indonesier wechselte bei laufendem Ballwechsel den Schläger und sicherte kurz darauf durch einen Smash den entscheidenden Matchball, der am Ende die Goldmedaille brachte.

 

Mit ihrem Sieg knüpfen die beiden an die äußerst erfolgreiche jüngere Vergangenheit von Indonesien bei den Asian Games an, denn auch die letzten drei Titel gingen im Herrendoppel an das badmintonverrückte Land.

 

China mit Titeln im Mixed und Damendoppel:

Beinahe wären die Asian Games für Supermacht China in einem Debakel geendet. Am Ende gelang es Zheng Siwei und Huang Yaqiong sowie Chen Qingchen und Yia Yifan die beiden einzigen chinesischen Finalteilnahmen in Goldmedaillen umzumünzen. Keine Halbfinalteilnahme in den Einzeldisziplinen und mal wieder keine Paarung im Herrendoppelfinale sorgen aber mit Sicherheit für viele Sorgenfalten bei den Verantwortlichen im Reich der Mitte. Auch für die aufsteigende Badmintonmacht Japan gab es in der vergangenen Woche einen Dämpfer. Neben dem Sieg im Teamwettbewerb der Damen gab es keinen weiteren Titel im Individualturnier.

 

Alle Ergebnisse gibt es hier.

 

Red