Drei deutsche Finalchancen in Saarbrücken

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Saarbrücken. Die Halle ist abgedunkelt, nur ein grünes Feld erstrahlt im Scheinwerferlicht. Peter Käsbauer und Johanna Goliszewski machen sich zur Annahme bereit. Mit 20:14 führten sie im zweiten Satz gegen die Franzosen Gaetan Mitttelheisser und Lea Palermo, nun steht es bereits 20:16. Die kleine Serie der Gegner muss gebrochen werden, um den Traum vom Halbfinale zu verwirklichen. Aufschlag, ein kurzer Ballwechsel. Mittelheisser spielt den Ball vom Netz weg ins Hinterfeld. Das weiß gefiederte Spielobjekt landet im Aus – Satz, Sieg, Halbfinale! Als dritte deutsche Paarung ziehen Käsbauer und Goliszewski in die Vorschlussrunde der SaarLorLux Open ein. Am Samstag kämpfen in der Saarbrücker Saarlandhalle Spitzenspieler aus zehn Nationen um den Finaleinzug beim BWF Tour Super 100 Turnier.

Bild: Bernd Bauer
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Der Viertelfinaltag wurde aus deutscher Sicht von Johanna Goliszewski und Lara Käpplein eröffnet. Gegen Chloe Birch und Lauren Smith aus England kamen die Nationalspielerinnen aber nicht über ein 15:21 und 14:21 hinaus. Auch alle drei Herrendoppel mit deutscher Beteiligung mussten sich in der Runde der letzten Acht aus dem Turnier verabschieden. Mark Lamsfuß und Marvin Seidel kämpften gegen die Chinesen Huang Kaixiang und Wang Zekang lange auf Augenhöhe. Das für den Halbfinaleinzug nötige Leistungsniveau konnten sie an diesem Tag aber nicht erreichen. „Wir haben gut gespielt, die Gegner aber besser. Sie haben heute einfach weniger Fehler gemacht“, zog Seidel ein knappes Fazit.

 

Auch Andreas Heinz und Raphael Beck sowie Peter Käsbauer und sein schwedischer Doppelpartner Richard Eidestedt unterlagen in zwei Sätzen. Heinz und Beck boten den Zuschauern in der Saarlandhalle aber dennoch eine packende Show. „Wir hatten nicht wirklich Ambitionen das Spiel zu gewinnen, aber wir hatten einfach Bock“, verriet Andreas Heinz ihre lockere Herangehensweise. „Es macht uns einfach stolz, dass wir an den Top-Spielern so nahe dran sind. Und das ohne das viele Training von früher“, erklärte der ehemalige Nationalspieler.

Damendoppel siegt souverän
Über die ersten DBV-Athleten im Halbfinale durften sich die Zuschauer freuen, als Isabel Herttrich und Linda Efler ihren Matchball zum klaren 21:10 im zweiten Satz verwandelten. Gegen die Russinnen Anastasia Chervyakova und Olga Morozova
konnte das neu formierte Doppel seine Leistung im Vergleich zum Vortag noch einmal deutlich steigern. „Es lief echt super. Wir hatten zu Beginn immer eine gute Aufschlagsituation und haben dadurch oft einen Vorteil erzielt. Erstaunlich gut war auch unser Angriff, den wir heute wirklich gut durchgebracht haben“, freute sich Linda Efler.


Verständlich, denn sie darf sich gleich doppelt freuen. Auch im Mixed wird sie am Samstag an der Seite von Marvin Seidel um den Finaleinzug kämpfen. Ihre Viertelfinalgegner aus Polen gaben das Spiel schon vorab verletzungsbedingt ab. Am Abend traten noch zwei weitere DBV-Mixed an, um das Ticket für das Halbfinale zu lösen. Zuerst gingen Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich auf die grünen Matten. Das Match gegen Lu Kai und Chen Lu aus China war bereits das vierte Aufeinandertreffen dieser Paarungen im Jahr 2018. Zwei der drei Spiele konnten Lamsfuß und Herttrich für sich entscheiden. Doch heute konnten die an Rang zwei gesetzten Deutschen ihren Heimvorteil nicht ausnutzen und unterlagen mit 16:21 und 15:21. „Die ganze Woche lief für uns schon nicht gut. Wir konnten einfach nicht unser Top-Level erreichen. Die Chinesen waren gegen alle unsere Taktiken gewappnet und wir hätten einen Plan C gebraucht“, fasste eine sichtlich enttäuschte Isabel Herttrich die Begegnung zusammen.


Zum Abschluss des Tages gab es für die Fans der deutschen Spieler in der Saarlandhalle aber noch einmal einen Grund zum Jubeln. Im letzten Spiel des Tages schafften Peter Käsbauer und Johanna Goliszewski gegen die Franzosen Gaetan Mittelheisser und Lea Palermo mit 21:19 und 21:16 den Sprung ins Halbfinale. „Richtig cool! Ich glaube das wird viel Spaß machen morgen“, freute sich Peter Käsbauer über den Sieg und ergänzte: „Wir müssen gegen die Chinesen diszipliniert spielen, dann ist da auch was drin.“

 

Thomas Fuchs

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