Deutsche Titelträume platzen

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Saarbrücken. Die Zuschauer applaudieren, Marvin Seidel und Linda Efler bedanken sich bei den Fans. Doch zum Leidwesen der vielen Badmintonfreunde in der Saarbrücker Saarlandhalle winken die deutschen Athleten zum Abschied. Drei Finalchancen gab es für den Deutschen Badminton Verband (DBV) bei den SaarLorLux Open, keine konnte genutzt werden. Am morgigen Finaltag dominieren die Sportler aus England und China. Jeweils dreimal sind diese Nationen in den Endspielen des BWF Tour Super 100 Turniers vertreten. Außerdem kämpfen Athleten aus Indien, Malaysia, Indonesien und Bulgarien um den Turniersieg.

„Ich bin ziemlich enttäuscht. Wir haben über weite Strecken zu viele Fehler gemacht, da kann man gegen eine solche Paarung nicht gewinnen“, resümierte der Saarländer Marvin Seidel nach der Niederlage im Mixed gegen Marcus Ellis und Lauren Smith aus England. Trotz beeindruckender Leistungssteigerung zum Ende des zweiten Satzes unterlagen Marvin Seidel und Linda Efler mit 14:21 und 19:21. Im zweiten Mixed Halbfinale sah es zunächst nach einer deutschen Überraschung aus. Peter Käsbauer und Johanna Goliszewski lagen bis zum Ende des ersten Durchgangs in Führung. Am Ende mussten sie sich den favorisierten Chinesen Lu Kai und Chen Lu mit 19:21 und 9:21 geschlagen geben. „Wir freuen uns, dass wir im Finale waren, aber hätten den Chinesen gerne einen Satz geklaut. Im ersten war es einfach unglücklich am Ende und im zweiten haben die Gegner aufgedreht“, erklärte Goliszewski nach dem Match.


Auch im Damendoppel hatte der DBV noch ein Eisen im Feuer. Doch auch bei Isabel Herttrich und Linda Efler reichte es  leider nicht für den Finaleinzug. Gegen die starken Indionesierinnen Ni Ketut Mahadewi Istarani und Rizki Amelia Pradipta
mussten sich die beiden deutschen Doppelspezialistinnen mit 16:21 und 13:21 geschlagen geben. „Wir haben gezeigt, dass wir heute in einigen Ballwechseln gut mitspielen konnten. Insgesamt fehlte uns leider die Konstanz“, erklärte Isabel Herttrich. Die Indonesierinnen treffen im Endspiel auf die an Position eins gesetzten Schwestern Stefani und Gabriela Stoeva. Die Bulgarinnen setzten sich mit 22:20 und 21:8 gegen Chloe Birch und Lauren Smith aus England durch.


Drei Titelchancen für England
Ein Duell der Generationen bot sich den Zuschauern im ersten Herreneinzel-Halbfinale. Der erfahrene Rajiv Ouseph aus England setzte sich dabei gegen den erst 20-jährigen Toma Junior Popov aus Frankreich durch. Mit 21:8, 19:21 und 21:19 behielt der Europameister von 2017 die Oberhand und trifft im Finale nun auf Lin Dan Bezwinger Subhankar Dey aus Indien. Dieser fegte den Chinesen Ren Pengbo heute mit 21:18 und 11:21 und 24:22 aus der Halle. „Ich bin sehr glücklich. Jetzt habe ich knapp 24 Stunden, um mich auf das Finale vorzubereiten. Ich freue mich sehr auf das Endspiel“, verriet Dey voller Vorfreude auf seine erste Finalteilnahme bei einem Turnier dieser Kategorie.


Ein besonderer Tag war es auch für den Engländer Marcus Ellis. Denn noch vor seinem Halbfinalsieg im Mixed zog er schon im Herrendoppel ins Endspiel ein. Zusammen mit Chris Langridge bestätige er bei den SaarLorLux Open die aktuelle Spitzenform und schickte die Niederländer Jelle Maas und Robin Tabeling mit 21:17 und 21:19 auf die Heimreise. Gegner der Olympiadritten von 2016 sind die Malaysier Aaron Chia und Aooi Yik Soh. Die an Position eins gelistete Paarung setzte sich in einem Spiel auf Weltklasseniveau mit 23:21, 13:21 und 21:14 gegen die Chinesen Huang Kaixiang und Wang Zekang durch.


Chinesische Dominanz im Dameneinzel
Im Dameneinzel steht der Chinesische Badminton Verband bereits als Sieger fest. Beide Finalistinnen kommen aus dem Reich der Mitte. Chen Xiaoxin beendete am Samstag die Titelträume der Dänin Line Kjaersfeldt. Mit 12:21, 21:16 und 21:17 siegte die Nummer 25 der Weltrangliste. Morgen trifft sie auf die an Rang drei gesetzte Cao Yanyan – ebenfalls aus China. Diese setzte sich im Halbfinale mit 21:14, 16:21 und 21:15 gegen ihre an Position eins gesetzte Landsfrau Chen Xiaoxin durch.

 

Thomas Fuchs

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