Eine Schande für den Sport

Etwa sechs Jahre ist es her, dass Badminton bei den olympischen Spielen in London für mächtig Schlagzeilen sorgte. Schlagzeilen auf die jeder Badmintonfan sicher gerne verzichtet hätte. Zwei Paarungen die offensichtlich mit Absicht verlieren wollten um ein vermeintlich leichteres Los zu erhalten wurden vom Turnier disqualifiziert und warfen ein schlechtes Licht auf die gesamte Sportart. Auch wenn mit der Disqualifikation sicher ein deutliches Zeichen gesetzt wurde, sind Dinge wie Spielabsprachen leider immer noch ein aktuelles Thema, wie bei den China Open heute erneut deutlich wurde.

"Der erste Satz dauerte neun Minuten und Aufschläge landeten jenseits der Einzelgrundlinie. Auch im zweiten Satz ging es weiter mit Bällen die neben der Spielfeldmatte landeten. 1,5 - 2m im Aus. So etwas passiert auf diesem Level nicht!" äußerte sich ein wütender Hans-Kristian Vittinghus auf Facebook über das rein chinesische Viertelfinale zwischen den Weltmeistern Li Yunhui/Liu Yuchen und ihren Landsmännern He Jiting/Tan Qiang.

 

Beide chinesischen Paarungen waren in den ersten beiden Sätzen alles andere als motiviert und wurde in der Mitte des zweiten Satzes dann auch vom Schiedsrichter aus diesem Grund verwarnt. Auch wenn der dritte Satz dann wieder auf normalem Niveau ausgetragen wurde und sich He und Tan mit 21:19 in das Halbfinale spielten, hinterlässt das Spiel einen mehr als faden Beigeschmack.

 

Noch vor einigen Jahren war es schon quasi gang und gäbe, dass bei rein chinesischen Duellen der Sieger schon vor dem Spiel fest stand und diese Spiele häufig aufgrund von vorgegebenen Verletzungen gar nicht stattfanden. Aufgrund massiver Kritik gab es zuletzt weniger Aufgaben und offensichtlich geschobene Spiele. Das traurige Bild der heutigen ersten zwei Sätze zeigte aber, dass die Intgerität des Sports nach wie vor in Gefahr ist.

 

"Beide Paare sollten disqualifiziert werden, aber jetzt stehen He und Tan im Halbfinale", so Vittinghus über Konsequenzen, die vermutlich aus Mangel an Beweisen ausbleiben werde. "Es ist schwer Beweise zu finden, aber jeder der schon einmal ein bisschen Weltklassebadminton verfolgt hat weiß, was heute passiert ist".

 

Red

 

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