Ehemalige Weltranglistenerste künftig im Trainerteam des DBV

Foto: Privat
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Auch zu Beginn des Jahres 2019 gibt es im Deutschen Badminton-Verband (DBV) zahlreiche Veränderungen in der  Leistungssportpersonalstruktur. So wird etwa ab dem 1. April die frühere
Weltranglistenerste im Damendoppel, Cheng Wen Hsing, neue Bundesstützpunkttrainerin am Bundesstützpunkt Doppel/Mixed in Saarbrücken. Die 36 Jahre alte Taiwanesin folgt dem 68-maligen deutschen Nationalspieler Johannes Schöttler, der seinen zum 31. Dezember 2018 auslaufenden Vertrag aufgrund von beruflichen Veränderungen und privaten Gründen nicht verlängerte.

Zu Cheng Wen Hsings größten Erfolgen zählt – neben der Spitzenposition in der Weltrangliste, die sie 2011 innehatte – Platz fünf bei den Olympischen Spielen 2012 im Damendoppel (jeweils mit ihrer Nationalmannschaftskollegin Chien Yu Chin). Insgesamt ging Cheng Wen Hsing bei drei Olympischen Spielen an den Start (2004, 2008, 2012).


Nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn war die Asiatin zwei Jahre als Nationaltrainerin Jugend in Malaysia und zuletzt als Trainerin in Japan tätig. „Dass es uns mit unseren finanziellen Möglichkeiten gelungen ist, eine internationale Top-Trainerin nach Deutschland zu holen, bedeutet beinahe eine kleine Sensation und freut mich daher umso mehr. Die Bedingungen am Bundesstützpunkt in Saarbrücken sind aber natürlich auch hervorragend“, meint Martin Kranitz. „Die Verpflichtung von Cheng Wen Hsing wird uns noch einmal einen wichtigen Impuls für Tokio 2020 geben“, so der Sportdirektor des DBV weiter.


DBV-Chef-Bundestrainer Detlef Poste dankt in diesem Zusammenhang Johannes Schöttler für seinen langjährigen Einsatz für den DBV als Top-Spieler und als Trainer: „Johannes Schöttler ist ein sehr guter Trainer und hat hervorragende Arbeit geleistet. Wir bedauern seinen Weggang sehr, haben aber auch Verständnis für seine Entscheidung.“


Hannes Käsbauer nun Bundesstützpunktleiter Saarbrücken
Veränderungen haben sich auch in Bezug auf die Leitung des Bundesstützpunktes in Saarbrücken ergeben: Hatte bis dato Martin Kranitz – parallel zu seiner Funktion als Sportdirektor des olympischen Spitzenverbandes – diese Aufgabe inne, fungiert neuerdings Hannes Käsbauer als Bundesstützpunktleiter. Die Umstrukturierung wurde möglich, weil der DBV zusätzliche Bundes- und Landesmittel für diese Stelle erhält. Der 32 Jahre alte ehemalige Bundeskaderathlet des DBV war bislang als Bundestrainer Wissenschaft/Bildung im DBV tätig, wobei seine Finanzierung weitgehend über Eigenmittel des Verbandes erfolgte.


„Die Anforderungen und Aufgaben, die mit dem Top-Bereich in Zusammenhang stehen, sind seit einigen Jahren zunehmend komplexer geworden. Um diese, insbesondere im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio noch besser bewältigen zu können, erscheint es uns wichtig, Sportdirektor Martin Kranitz durch eine zweite Person zu unterstützen. Hannes Käsbauer bildet nun gemeinsam mit Martin Kranitz und mir den Lenkungskreis für die leistungssportliche Ausrichtung des DBV sowie für die Erstellung und Umsetzung der Leitlinien für die Ausbildung der Spielerinnen und Spieler sowie der Trainerinnen und Trainer“, erläutert Detlef Poste.


Der Chef-Bundestrainer fügt hinzu: „Die Stelle der Bundesstützpunktleitung ist nicht auf leitende und koordinierende Tätigkeiten begrenzt, die rein im Zusammenhang mit dem entsprechenden Bundesstützpunkt stehen, sondern die betreffende Person kümmert sich zusätzlich um die Steuerung der Nachwuchsarbeit in der gesamten Region, in welcher der Bundesstützpunkt ansässig ist.“


Nach Einschätzung von Detlef Poste bestehen „berechtigte Hoffnungen“, dass der DBV auch für den Bundesstützpunkt Einzel in Mülheim an der Ruhr noch eine Bundesstützpunktleiterstelle bewilligt bekommt. „Das wäre optimal, denn dann hätten die Trainerinnen und Trainer noch mehr Raum für die bestmögliche Ausbildung der Athletinnen und Athleten“, erklärt der ehemalige deutsche Nationalspieler. Derzeit übt Detlef Poste die Funktion des Chef-Bundestrainer und die der Bundesstützpunktleitung in Personalunion aus.


Den Bereich Bildung im DBV bearbeiten seit Beginn des Jahres 2019 die Referenten Tobias Wadenka und Daniel Pacheco. Während Tobias Wadenka, der im Herbst 2018 als einer der Ausbildungsbesten die A-Trainer-Lizenz des DBV erwarb, u. a. als bayerischer Landes-Lehrtrainer arbeitet, ist Daniel Pacheco beim Badminton-Landesverband Nordrhein-Westfalen als Fachkraft tätig.


Ben Caldwell als Bundesstützpunkttrainer in Hamburg angestellt
Ebenfalls aus zusätzlichen Bundesmitteln konnte der Deutsche Badminton-Verband den bisherigen Landestrainer des Hamburger Badminton Verbandes (HBV), Ben Caldwell, im Herbst vergangenen Jahres als Bundesstützpunkttrainer am Bundesstützpunkt in Hamburg anstellen. Die Anstellung des gebürtigen Engländers, der u. a. auch schon als Nationaltrainer in Irland tätig war, wurde in enger Abstimmung mit dem HBV und dem Olympiastützpunkt (OSP) Hamburg/Schleswig-Holstein umgesetzt.


Nach der Freigabe von Bundesmitteln, die im Rahmen der Leistungssportreform des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zunächst „eingefroren“ waren, hatten die Verantwortlichen im DBV zudem die Möglichkeit, das Bundestrainerteam Einzel am Bundesstützpunkt in Mülheim an der Ruhr bis Ende 2020 weiter zu verpflichten. Verlängert wurde der Vertrag mit Anja Weber, die Tätigkeit von Christoph Schnaase konnte auf eine Dreiviertelstelle aufgestockt werden.

Claudia Pauli
(Pressesprecherin DBV)