Mixed Team EM: Deutschland unterliegt Russland

Bild: Claudia Pauli
Bild: Claudia Pauli

Die deutsche Badminton-Nationalmannschaft hat bei der Endrunde um die Mixed-Team-Europameisterschaft 2019 (13. bis 17. Februar in Kopenhagen/Dänemark) in ihrem zweiten Vorrundenspiel in der Gruppe 2 eine Niederlage verzeichnet. Einen Tag nach dem 4:1-Auftakterfolg gegen Irland verlor das Team von Detlef Poste am Donnerstag (14. Februar) gegen Russland mit 0:5. „Russland ist nach dem Spiel heute Gruppensieger – und das verdient. Wir waren heute ein
Stück zu weit weg“, zog der Chef-Bundestrainer des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) ein Fazit.

Die Auswahl des DBV hat allerdings weiterhin die Chance, das Halbfinale zu erreichen und somit zum fünften Mal in Folge bei Titelkämpfen dieser Art eine Medaille zu gewinnen. Dazu ist in der abschließenden Vorrundenpartie gegen England (Freitag, 15. Februar, 14.00 Uhr) ein Sieg Pflicht. Auch für England stehen in den ersten zwei Gruppenspielen ein Sieg (gegen Irland) und eine Niederlage (gegen Russland) zu Buche. In der Gruppe 2 konnte entsprechend einzig Russland beide bisherigen Vorrundenpartien für sich entscheiden.


Im Aufeinandertreffen mit den Osteuropäern unterlagen im ersten Match der Begegnung die Deutschen Meister im Mixed, Marvin Seidel/Linda Efler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/SC Union Lüdinghausen), Vladimir Ivanov/Ekaterina Bolotova mit 18:21, 16:21. „Das war ganz schwer zu spielen. Vladimir Ivanov hat gestern gegen England schon herausragend gespielt. Heute hat er dies ebenfalls getan. Das Spiel war schwer zu gewinnen. Mir hat bei uns ein bisschen die Effektivität gefehlt“, meinte DBV-Sportdirektor Martin Kranitz. Er fügte hinzu: „Wie die Russen aufgestellt sind, ist schon stark – u. a. mit Vladimir Ivanov in zwei Spielen. Er scheint eine ‚Sahnewoche‘ zu haben.“


Anschließend verpasste es Max Weißkirchen (1. BC Beuel), für den Ausgleich aus deutscher Sicht zu sorgen. Der 22 Jahre alte nationale Champion im Herreneinzel musste sich Vladimir Malkov mit 20:22, 12:21 geschlagen geben. „Der erste Satz war eigentlich ganz gut, ich habe mich gut auf dem Feld gefühlt. Beim Stand von 20:18 hätte ich nicht so passiv sein bzw. nicht das Tempo so herunterfahren dürfen und stattdessen meine Chance nutzen müssen, den Satz zu gewinnen. Im zweiten Satz war ich zu aktiv und habe zu häufig hart von hinten angegriffen, worauf sich mein Gegner dann eingestellt hat. Es war auf jeden Fall ärgerlich, dass ich den ersten Satz nicht geholt habe. Dann hätte das Spiel vielleicht auch anders ausgehen können“, so die Analyse von Max Weißkirchen.

 

Den entscheidenden dritten Punkt zum Gesamtsieg verbuchte Russland im folgenden Dameneinzel: Die amtierende Vizeeuropameisterin Evgeniya Kosetskaya bezwang die erst 20 Jahre alte Deutsche Meisterin Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) mit 21:18, 21:15. „Yvonne hat phasenweise richtig gutes Niveau mitgespielt. Dann hat sie gegen diese clever spielende Gegnerin allerdings ein bisschen Lehrgeld gezahlt und etwas Zeit gebraucht, um bei den taktischen Umstellungen, die Evgeniya Kosetskaya immer wieder vorgenommen hat, die richtige eigene Strategie zu finden“, meinte Chef-Bundestrainer Detlef Poste zur Begegnung der Weltranglisten-46. aus Deutschland mit der 24 Jahre alten Weltranglisten-32. aus Russland.


Fünf Matchbälle vergaben danach Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) in einem speziell in der Endphase hochklassigen Herrendoppel gegen Vladimir Ivanov/Ivan Sozonov. Letztlich unterlagen die Tokio 2020-Kandidaten den russischen Europameistern von 2014 mit 13:21, 21:13, 25:27. „Das war ein Spiel auf Augenhöhe. Hier war es wie im Mixed: Wenn sie noch ein bisschen effektiver mit ihren Möglichkeiten umgehen, gewinnen sie das Spiel auch“, fasste DBV-Sportdirektor Martin Kranitz zusammen.


Linda Efler und Isabel Herttrich (SC Union Lüdinghausen/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) war es ebenfalls nicht vergönnt, einen Punkt für den amtierenden EM-Dritten Deutschland zu holen: Im abschließenden Damendoppel zogen die Deutschen Meisterinnen gegenüber Ekaterina Bolotova/Alina Davletova mit 21:14, 14:21, 22:24 den Kürzeren. Dabei konnten die DBV-Asse zwei Matchbälle nicht nutzen. „Auch das war ein Spiel auf Augenhöhe. Es sollte heute nicht sein. Manchmal hängt es an ganz engen Sachen. Vom Ergebnis her haben wir heute zwar hoch verloren, aber die Begegnung war viel knapper. Gegen England geht es nun um die Medaille“, so DBVSportdirektor Martin Kranitz.

Claudia Pauli
(Pressesprecherin DBV)